Jugendliches Aussehen: Die sieben Geheimnisse

"Sie sehen aber jung aus!" - das ist ein Kompliment, das jede Frau gern hört... Wir verraten Ihnen sieben Geheimnisse in Sachen jugendliches Aussehen.

Geheimnis Nr. 1: Eine Grundierung ist das wichtigste Kosmetik-Produkt

Forscher der Universitäts-Hautklinik fanden in einer Studie* heraus, dass Testpersonen animierte Computer-Frauengesichter bis zu 20 Jahre älter schätzen, wenn sie einen besonders ungleichmäßigen Teint haben. Eine deckende Grundierung hilft. Einzelne Pigmentflecken kaschiert man am besten mit korallfarbenem Korrekturstift (z. B. von Avène/Apotheke). Nimmt man zum Abdecken nur einen roséfarbenen Concealer, wirken dunkle Hyperpigmentierungen nämlich schnell gräulich, der Teint erscheint fad. Auf zu starkes Mattieren lieber verzichten, da zu viel Puder eher austrocknet und Linien betont. Frischer wirkt der Teint mit cremigen Make-ups. Generell sollte man bei der Foundation und beim Rouge eher eine Nuance heller wählen, dunkle Töne lassen den Teint älter aussehen. Für Terrakotta- Puder gilt: lieber erst bei leicht gebräunter Sommerhaut verwenden. Ansonsten erzielt man einen Frische-Effekt eher mit pinkfarbenem Puder- oder Cremerouge: Es wird als Highlight auf dem höchsten Wangenpunkt als Akzent gesetzt.

Mit den Jahren oder durch kleine Infektionen (wie Herpesbläschen) kann die Lippenkontur stellenweise wie verwaschen wirken. Ein Konturenstift in Rosétönen plus passender Lippenstift gleichen aus: als Vorbereitung zum Mundschminken immer eine Lippengrundierung benutzen (z. B. von Artdeco), dann den Konturen- und Lippenstift, so verläuft nichts. * in Auftrag gegeben vom Kosmetikkonzern Procter & Gamble

Geheimnis Nr. 2: Eine Ponyfrisur kann Jahre wegmogeln

Eine gute Friseurin kennt die Tricks, die optisch sofort jünger machen. Sie kann zum Beispiel die Denkerfalten verdecken - und das funktioniert mit einem Pony im Nu. Zumindest den Erstschnitt sollte man aber den Profis überlassen: Sie können sehen, welche der verschiedenen Pony-Arten zum Gesicht passt. Im Moment angesagt: ein XXLPony, der einen Tick über die Brauen geht. Besonders harmonisch für alle Gesichtsformen: wenn das extra lange Haar einen Seitenscheitel bekommt und leicht aus der Stirn gestrichen wird.

Graue Härchen können mit einer chemischen Tönung, die sich nach etwa 12 bis 16 Wäschen auswäscht (Stufe 2), überdeckt werden. Am unauffälligsten sieht eine Tönung im Naturton aus. Ein Tipp für (ungeübte) Selbstfärberinnen: lieber eine hellere Nuance wählen. Die meisten Frauen schätzen ihre Natur-Haarfarbe zu dunkel ein. Vorsicht auch bei schokobraunen Nuancen: Alle, die diese Haarfarbe nicht schon als Kind hatten, sehen damit schnell krank aus, besonders wenn sie älter werden - der Kontrast zur Haut ist oft zu stark. Die Alternative für dunkelblonde Frauen: helle Strähnchen. Auf diese Art vermauscheln sich die grauen Haare, selbst wenn ihr Anteil mehr als 30 Prozent beträgt.

Geheimnis Nr. 3: Jugendliche Mode macht nicht jünger

Manchmal ist die Wahrheit hart, aber trotzdem gut zu wissen: Nur wer sehr jung ist, kann alles anziehen. Wer älter ist, sollte auswählen. Jeder kennt das Bild von der Teenager-Mutter, die ihrer Tochter nacheifert. Auf der Hüfte sitzende Jeans, bedruckte T-Shirts und Kapuzenpullover stehen aber nur sehr wenigen Müttern. Diese Art von Sportswear macht die Mehrheit der Frauen nicht jugendlicher, sondern bewirkt eher das Gegenteil. Dabei braucht man lediglich einige einfache Regeln zu beachten, um auszusehen, wie man sich fühlt - eben doch ein kleines bisschen jünger, als man tatsächlich ist....

Geheimnis Nr. 3: Jugendliche Mode macht nicht jünger

  • Understatement: Weniger ist mehr. Das heißt, wenn man ausgefallene Teile wie eine Hippie-Bluse trägt, sollte man sie mit einem schlichten Gegenstück kombinieren. Grundsätzlich lieber auf Purismus setzen - gerade geschnittene Basics lassen Sie strahlen.
  • Akzente setzen: Das kann man zum Beispiel mit tollen farbigen Ohrringen, einem Ringelshirt oder rotem Lippenstift - solche Details erfrischen den gesamten Look.
  • Vorsicht bei Vintage: Seit die Mode ohne Retro nicht mehr vorstellbar ist, erkennt man sein Alter auch daran, wie oft man eine Mode schon mitgemacht hat. Die jetzt wieder aktuellen Schluppenblusen, Schleifen und Puffärmel sehen sicher entzückend aus - wenn die Trägerin unter 35 ist. Alle anderen laufen Gefahr, dass man Englands "Eiserne Lady" Margaret Thatcher für ihre Stil-Ikone hält.
  • Mut zur Farbe: Viele Frauen verfallen ab einem gewissen Alter der Ton-in-Ton-Taktik - der Pullover passt zur Haarfarbe, passt zur Hose, passt zu den Schuhen, zur Handtasche... Und so verschwindet man langsam, aber sicher im Nichts. Grau, Beige oder Braun sind an sich ja keine hässlichen Farben, ganz im Gegenteil. Aber sie freuen sich durchaus über attraktive Begleitung in Knallfarben. Da genügt schon ein einziges Teil: Rote Ballerinas, ein gelber Gürtel oder ein auffälliger Schal heben die Laune und geben jedem Outfit mehr Originalität.

Geheimnis Nr. 4: Zucker verursacht Falten

Zucker macht dick, verursacht Karies, ist prinzipiell nicht gesund. Wissen wir alles - und dann macht er auch noch Falten? Leider ja. Grund dafür ist ein unkontrollierter Prozess namens Glykation, der in unserem Körper abläuft: Zuckermoleküle vereinigen sich mit Eiweiß, und es entstehen klebrige Verbindungen, die mit dem passenden Namen AGE abgekürzt werden: "advanced glycation endproducts". Ein Übermaß an AGEs durch falsche, zu zuckerreiche Ernährung ist generell schlecht für den Körper. So erhöhen sie unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Doch die "Verzuckerung" hat auch direkte Wirkung auf die Haut, schließlich sind die kollagenen Fasern dort ebenfalls Eiweiße. Die Folge: Das Bindegewebe wird steifer und unelastischer, Falten bilden sich schneller. Leider ist nicht nur der raffinierte Zucker aus Softdrinks und Süßigkeiten ein Faltenbeschleuniger, sondern auch Fruchtzucker (Fructose). Mit dieser vermeintlich gesünderen, "natürlichen" Alternative werden viele Lebensmittel und Limonaden gesüßt. Auch gekaufte Fruchtsäfte enthalten recht viel Fruchtzucker. Daher: "Wenn Sie die Wahl zwischen einer Orange und einem Glas Orangensaft haben, nehmen Sie die Orange", rät die Hamburger Ernährungswissenschaftlerin Franca Mangiameli.

Aber nun zu den guten Nachrichten: Es gibt auch Essen, das dabei hilft, jung zu bleiben - zum Beispiel Gemüse und Obst in allen Farben. Das hätte man sich ja fast schon gedacht, aber es gibt nun mal nichts Besseres für die Haut (und die Gesundheit) als Karotten, Tomaten, Brokkoli, rote Bete, Paprika, Johannisbeeren, Brombeeren, Pflaumen, frische Kräuter und alles, was der Garten sonst noch so hergibt. Grund dafür ist die Vielzahl der darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe mit ihrer zellschützenden Funktion.

Geheimnis Nr. 5: Dreißig Minuten Sport bringen noch mehr, als Sie denken

Dass Sport dem Herz-Kreislauf-System und der Figur guttut, das ist kein Geheimnis. Sport hält aber auch im Kopf jung: So ist mittlerweile bewiesen, dass das Gehirn mit Hilfe von Bewegung sogar neue Nervenzellen bildet, dass das Gedächtnis verbessert und das Lernvermögen gesteigert wird. Und Sport lässt uns auch optisch jünger wirken, denn er mobilisiert die Gelenke und ermöglicht auf diese Weise fließende Bewegungen. Zudem verbessert sich die Haltung, was einer neuen Studie der Northwestern University in Evanston zufolge gleichzeitig das Selbstbewusstsein und die stärkt. Die Hautregeneration wird durch eine stärkere Durchblutung angeregt, der Teint sieht frischer aus. Außerdem fördern leichte Erschütterungen wie beim Joggen oder Step-Areobic das Knochenwachstum und beugen so Osteoporose vor. Und auch Wechseljahrs-Beschwerden gehen zurück, wie eine Studie der Universität Grenada zeigte.

Für all diese positiven Nebeneffekte muss man nicht viel, sondern vor allem regelmäßig etwas tun: Die körperliche Gesundheit können Sie schon mit 30 Minuten Bewegung täglich fördern. "Dazu zählt jede Aktivität, die Sie im Alltag leicht aus der Puste bringt und mindestens zehn Minuten andauert - etwa ein zügiger Spaziergang", so Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage vom Jacobs Center on Lifelong Learning an der Jacobs University in Bremen. Wichtig ist dabei genügend Zeit zur Regeneration. So trägt der Schönheitsschlaf seinen Namen zu Recht: Nachts repariert sich der Körper von selbst und schüttet Wachstumshormone aus - wer dauerhaft zu wenig schläft, bekommt deshalb früher dünne Haut und Fältchen. Wer noch nicht den richtigen Sport für sich gefunden hat, kann sich von einer unserer BRIGITTE-Fitness-DVDs inspirieren lassen, z. B. "Power-Yoga" oder "Das beste Figur-Workout" (erhältlich im Handel und unter www.brigitte.de/shops). Oder eines unserer vielen anderen Trainingsprogramme wie etwa Standing-Pilates oder Jahreszeiten-Yoga im Internet testen unter: www.brigitte.de/workouts

Geheimnis Nr. 6: Stress ist der größte Altmacher

Chronischer Stress, wie er durch ständige Überlastung, Sorge und ein Gefühl der Ohnmacht entsteht, erhöht die Wahrscheinlichkeit für nahezu jede Krankheit. Mittlerweile ist erwiesen, dass Dauerstress den Körper altern lässt, und zwar auf jeder Ebene - eine Studie zeigte, dass bei Personen mit viel Stress sogar Immunzellen biologisch bis zu zehn Jahre älter sind als die von weniger gestressten Leuten. Ablesen lässt sich dies an der Länge der so genannten Telomere, der "Schutzkappen" der Chromosomen. Die Belastung macht sich auch äußerlich bemerkbar: Auf die Haut wirkt die permanent erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol direkt - sie wird dünner. Und während Lachfältchen ein Gesicht eher jugendlich wirken lassen, lassen Sorgenfalten es um viele Jahre altern.

Wer sich gegen Stress wappnen kann, tut viel für sein Aussehen und für ein langes, gesundes Leben. Wissenschaftler von der University of California in San Francisco haben festgestellt, dass sich die Hormonprofile von älteren Menschen trotz ähnlicher Lebensumstände sehr stark unterschieden, je nachdem, wie gut sie mit Stress umgehen konnten. Für eine gewisse Resistenz gegen die Unbill des Lebens sorgte dabei - neben genügend Schlaf und regelmäßiger Bewegung - vor allem die Lebenseinstellung: einen Sinn in seinem täglichen Leben sehen, akzeptieren, was man nicht ändern kann, und Kontakt mit Menschen, die einem wichtig sind.

Geheimnis Nr. 7: Die Gene sind nicht Ihr Schicksal

"Das sind die Gene", sagen viele, die lange jung aussehen. Und natürlich stimmt es auch - zum Teil. Irgendwo zwischen 20 und 40 Prozent soll der genetische Anteil am Alterungsprozess liegen. Nichtsdestotrotz suchen Wissenschaftler immer wieder in Würmern, Hefezellen oder Mäusen nach "Aging-Genen" und "Anti- Aging-Genen", in der Hoffnung, dem Bauplan eines Methusalem- Lebens mit jugendlicher Frische bis zum Schluss auf die Spur zu kommen. Zuletzt hatte damit die kalifornische Molekularbiologin Cynthia Kenyon Erfolg: Sie experimentiert mit Fadenwürmern und stellte fest, dass sich mit dem Stilllegen eines bestimmten Gens die Lebensspanne der Winzlinge verdoppeln lässt. Umgekehrt lebte der Wurm deutlich kürzer, wenn das "Sensenmann-Gen" (wie Kenyon es scherzhaft taufte) so richtig aktiviert wurde, was durch eine kleine Beigabe von Zucker in der Wurm-Nahrung passierte. Aber ist die Entdeckung dieses Gens auch für uns der Schlüssel zum Jungbrunnen? Wohl eher nicht. Dass sich ein Versuch an einem Ein-Milimeter-Lebewesen so einfach auf den Menschen übertragen ließe, würde auch die renommierte Wissenschaftlerin nicht behaupten - wobei Cynthia Kenyon allerdings trotzdem beschlossen hat, nicht nur auf Zucker, sondern sogar weitgehend auf Kohlenhydrate überhaupt zu verzichten. Ob ihr das etwas bringt, wird die Zeit zeigen...

Fachliche Kosmetik-Beratung: Stephan Schmied, Make-up-Artist Max Factor Joelle Nonni, Visagistin und Leitung des Make-up-Ateliers in der Avène-Thermalklinik Bobbi Brown

Texte: Melanie Grimsehl, Stefanie Höfle, Anne Petersen, Angela Schöneck Ein Artikel aus der BRIGITTE, Heft 8/2011 Teaserfoto: neoncolour/photocase.com

Wer hier schreibt:

Melanie Grimsehl

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