VG-Wort Pixel

Kann man wirklich in der Badewanne abnehmen?

Kann man wirklich in der Badewanne abnehmen?
© Blue Images/Corbis
Es klingt nach einem Wundermittel: Ein Bad in Bittersalz soll uns helfen abzunehmen. Ist da wirklich was dran? Wir klären auf, was Magnesiumsulfat wirklich kann – und was nicht.

Kann Bittersalz Wunder bewirken?

Angeblich tauchen die Hollywoodstars schon seit Jahren vor großen Events ab. Badewanne und Bittersalzbad lautet das Pre-Programm vor den Golden Globes und Oscars. Denn ein Bad in Bittersalz, auch Epsom-Salz oder chemisch korrekt Magnesiumsulfat genannt, soll nicht nur Stress lindern, Schmerzen dämpfen und die Hautstruktur verbessern, sondern angeblich auch die Kilos purzeln lassen. Klingt prima, aber ist wirklich alles wahr, was über das Wundersalz geschrieben wird?

Kann man beim Baden in Bittersalz wirklich abnehmen?

Das Bittersalz-Bad soll uns schlank machen. Aber wieso eigentlich? Weil wir beim Baden schwitzen und so Wasser verlieren, das uns kurzfristig auf der Wage einen Gewichtsverlust vorgaukelt? Könnte minimal stimmen, trifft aber auch bei allen anderen heißen Bädern sowie Saunagängen zu.

Das Bad in Magnesiumsulfat soll die Bauchspeicheldrüse anregen, Verdauungsenzyme zu produzieren. Die Bauchspeicheldrüse hat zwei wichtige Aufgaben: Sie stellt dem Körper Hormone zur Regulierung des Blutzuckerspiegels (Insulin und Glukagon) und die Enzyme für die Verdauung der Nahrung zur Verfügung. Wenn die sich also durch ein Bittersalzbad anregen ließe, könnte die Theorie des Gewichtsverlusts langfristig stimmen. Beweise dafür gibt es allerdings bislang nicht. Den sofortigen Verlust von nennbaren Kilos bezweifeln wir – aber Bittersalz kann anderes!

Kann uns ein Bittersalz-Bad von Giftstoffen befreien?

Ein warmes Bad mit Bittersalz soll die Entgiftung des Körpers fördern. Das Bittersalz will Giftstoffe aus dem Körper herausziehen und dadurch den pH-Wert des Körpers ins Gleichgewicht zu bringen. Soweit klingt das Vorhaben von Bittersalz ganz gut. Das Thema Entschlackung ist allerdings ein medizinisch sehr umstrittenes, denn dass sich Schadstoffe im Körper ablagern, die wir durch Ernährung, Fasten oder Trinken wieder ausleiten können, ist nicht bewiesen. Jenseits der Schulmedizin, zum Beispiel in der Kinesiologie, geht man davon aus, belastende Stoffe wie Schwermetalle, die sich im Körper ablagern können, ausleiten zu können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hingegen behauptet: "In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden". Ist das der Fall, können wir mit einem Bittersalz-Bad nicht viel ausrichten. Der Wahrheitsgehalt der These ist also eher zweifelhaft.

Das kann Bittersalz wirklich

Magnesium ist wichtig für die Stressbewältigung, den Flüssigkeitshaushalt, die Verlangsamung von Alterungsprozessen und für die Beruhigung des Nervensystems. Und da ein Bittersalzbad nachweislich den Magnesium-Spiegel erhöht, kann es schon eine ganze Menge Positives bewirken.

Sportler nutzen Magnesiumsulfat als Badezusatz, um einem Magnesiummangel nach intensiver Muskelanstrengung vorzubeugen. Das Wasser macht die Haut durchlässiger, so kann sich Magnesium seinen Weg ins Blut bahnen. Eine Studie hat bewiesen: Nach einem 12-minütigen Bad mit empfohlenen 400 Gramm Magnesiumsulfat hatten Sportler tatsächlich einen signifikant erhöhten Magnesiumspiegel.

Heilsam kann es auch für die Haut sein: Bei Schuppenflechte und stressbedingten Symptomen setzen Balneologen auf Epsom-Salz. Es bindet die Feuchtigkeit in der Haut und macht die Haut weicher. Wer trockene Haut hat, sollte aber noch einen Öl-Zusatz ins Bad geben oder anschließend mit Feuchtigkeitslotion nachcremen.

Mit Wasser gemischt kann man Bittersalz zum Abführen trinken – der salzig-bittere Geschmack ist allerdings nicht angenehm. Die meisten Fastenkuren empfehlen andere Abführmethoden, denn zu den möglichen unerwünschten Wirkungen bei der Einnahme von Bittersalz gehören Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe.

Magnesiumsulfat wird sogar als Gartendünger eingesetzt: Rhododendron, Azaleen und Hortensien, aber auch Nadelbäume wie Fichten, Lärchen und Kiefern provozieren einen leicht sauren Boden, der oft an Magnesiummangel leidet – deshalb düngen Hobbygärtner gern mit in Wasser verdünntem Bittersalz.

Text: saro

Mehr zum Thema