Cutting: Ziernarben als Körperschmuck

Tätowierungen und Piercings sieht man mittlerweile zuhauf. Nicht aber Ziernarben, die beim sogenannten Cutting in die Haut geritzt werden.

Achtung, dieser Artikel geht unter die Haut und ist nichts für Zartbesaitete. Stellen Sie sich vor, jemand ritzt Ihnen mit einem Skalpell ein Muster in die Haut und zieht die dazwischenliegenden Hautschichten einfach ab. Ohne örtliche Betäubung. Klingt schmerzhaft? Das ist es ganz eindeutig!

Und dennoch lassen Menschen diese Prozedur freiwillig über sich ergehen. Cutting ist eine Form von Körperschmuck. Nach dem Einritzen des Musters entsteht nach ungefähr sechs bis zwölf Monaten eine Narbe. An den Stellen, an denen die Haut ganz entfernt wurde, entstehen großflächige Vernarbungen. Diese Ziernarben schmücken den Körper dann wie ein Tattoo oder ein Piercing. Damit die Narbe besonders deutlich hervortritt, wird das Abheilen der Wunde absichtlich mit hautreizenden Substanzen verlangsamt. Spätestens jetzt haben Nicht-Anhänger der "Bodymodification"-Szene vermutlich Gänsehaut am gesamten Körper.

Neu sind diese Skarifizierungen übrigens nicht: Bei afrikanischen Völkern sind sie eine der ältesten Formen der Körpermodifikation. Denn Tätowierungen sind bei dunkler Hautfarbe oft gar nicht oder nur wenig sichtbar. Während Narben in der westlichen Welt oft als Zeichen einer vorangegangenen Verletzung wahrgenommen werden, gelten sie in anderen Kulturen als Schmuck oder als Zeichen für die Zusammengehörigkeit einer Gruppe.

Wer sich bei uns cutten lassen möchte, sollte in jedem Fall auf hygienisches und genaues Arbeiten achten. Ansonsten können sich die bis zu drei Millimeter tiefen Wunden böse entzünden.

Bilder: lines-and-dots.com

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