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Wir haben's getestet Fett wegfrieren mit CoolSculpting – funktioniert das wirklich?

CoolSculpting – wir haben es getestet
© Maridav / Shutterstock
Fett wegfrieren mit Kälte? Das soll tatsächlich funktionieren. Unsere Redakteurin hat CoolSculpting getestet und berichtet euch von ihren Erfahrungen.

"Wo willst du denn abnehmen?" – ein Satz, den ich seeehr oft höre. Ich bin ziemlich sportlich und habe eine eher athletische Figur, das heißt aber nicht, dass ich keine Fettpolster habe, die mich nerven. Fast jeder hat doch Zonen, an denen das Fett einfach nicht weggeht. Ganz egal, wie viel Sport man treibt oder wie gesund man sich ernährt. Und genau für diese Zonen soll das CoolSculpting DIE Antwort sein. Ich habe das patentierte Kälteverfahren getestet. 

CoolSculpting – wie funktioniert das?

Hierbei handelt es sich um ein patentiertes Verfahren zur Behandlung von Fett mit Kälte – allerdings ganz ohne OP. Diese Methode funktioniert nach dem Prinzip der Kryolipolyse.

Für unterschiedliche Körperzonen gibt es unterschiedliche Applikatoren, die aufgelegt werden. Mit einem leichten Unterdruck wird das Gewebe während der Behandlung in den Applikator eingezogen und für einen ganz bestimmten Zeitraum kontrolliert heruntergekühlt. Am häufigsten werden Stellen wie der Bauch, das Kinn, die Oberschenkel oder die Arme und Hüfte behandelt. Wichtig zu wissen: CoolSculpting ist nicht bei Übergewicht geeignet, da durch die Behandlung nur etwa 30 Prozent Fett an der Stelle abgebaut werden kann.

Die Behandlung

Das CoolSculpting habe ich in der Praxis von Dr. med. Regina Maria Wagner durchführen lassen. Sie war die erste Ärztin in Hamburg, die mit CoolSculpting gearbeitet hat, und hat mittlerweile fast 1.600 Behandlungen durchgeführt.

Ich habe mich entschieden, die Flanken behandeln zu lassen. Das sind quasi die seitlichen Hüften. Tatsächlich ist nicht jede Stelle für das CoolSculpting geeignet, das komme laut Dr. Regina Wagner immer ganz auf den Körperbau des Patienten an. Da die Applikatoren feste Größen haben, müsse man zunächst sichergehen, dass dieser auch auf die Stelle passen und vor allem "genug Fett" zum Einsaugen vorhanden sei. Sonst hält der Applikator nämlich nicht.

Als ich im Behandlungszimmer saß, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, was mich erwartet. Ich hatte keine Vorstellung, wie sich das CoolSculpting wohl anfühlen würde. Wenn der Applikator aufgesetzt wird, entsteht ein Unterdruck. Ich habe ihn schon als sehr stark empfunden, aber schmerzhaft war es überhaupt nicht.

Eine Stunde lang musste der Applikator auf der zu behandelnden Stelle bleiben – diese wird vorher natürlich genau eingezeichnet. Die ersten fünf Minuten hat es sich angefühlt, als würde man barfuß in den Schnee gehen, aber danach habe ich ehrlich gesagt nichts mehr gespürt. Wenn die 60 Minuten um sind (die Zeit variiert je nach Applikator), folgt eigentlich der schlimmste Part: Die behandelte Stelle muss ordentlich massiert werden (rund drei Minuten) und taut dadurch langsam wieder auf. Das fühlt sich ungefähr so an, als wäre man mit der schlimmsten Verspannung der Welt bei der Thai Massage. Nicht angenehm! Ich muss auch zugeben, dass ich die Behandlung etwas unterschätzt habe – mein Kreislauf hat irgendwann nämlich ans Aufgeben gedacht. Zum Glück habe ich mich in der Praxis von Dr. Wagner die ganze Zeit bestens aufgehoben gefühlt. Genau deshalb ist es auch so wichtig, die Behandlung von Profis durchführen zu lassen.

Ich habe insgesamt vier Applikationen à 60 Minuten bekommen, jeweils zwei pro Seite. Nach etwa fünf Stunden (inklusive Massage und durchatmen) war die Behandlung abgeschlossen. Eine zweite Behandlung folgt in der Regel nicht.

Nach der Behandlung

Nach dem CoolSculpting habe ich mich ein bisschen erschlagen gefühlt. Kein Wunder nach fünf Stunden. Um das Ergebnis nicht zu gefährden, sollte man danach erstmal lockere Kleidung tragen und keine engen Hosen, die auf der behandelten Stelle aufliegen. Mein Dresscode bestand also hauptsächlich aus Jogginghosen und Kleidern.

Die Stellen waren direkt nach der Behandlung ziemlich rot und wurden schon leicht bläulich. Ich kriege ohnehin superschnell blaue Flecken, die waren aber nach ein paar Tagen wieder verschwunden. In der ersten Woche hatte ich das Gefühl, als würde mein Hüftspeck bei jedem Schritt beben und als würde er gar nicht mehr richtig festsitzen. Total verrückt! Die behandelten Stellen fühlten sich auch nach einer Woche noch etwas taub an, das sei laut Dr. Wagner total normal.

Das Ergebnis

Nach sechs Wochen kann man bereits etwas sehen, bis zum endgültigen Ergebnis dauert es circa drei Monate. Es gibt also keinen Soforteffekt, wodurch sich der Körper bzw. die Haut viel besser anpassen kann. 

Deshalb ist es mir auch nicht von einem Tag auf den anderen aufgefallen, dass sich wirklich etwas getan hat. Erst als ich eine Sporthose getragen habe, die bei mir bisher eher ungünstig auf der Hüfte saß, habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass ich mir in der Hose auf einmal viel besser gefalle. Da ist mir das erste Mal bewusst geworden, dass ich wirklich Fett verloren habe.

Vorher (links), nachher (rechts.
Vorher (links), nachher (rechts.
© Privat

Wie viel sich tatsächlich getan hat, habe ich erst nach zwei Monaten beim Vorher-Nachher-Vergleich auf den Fotos gesehen. Ich habe zwar schon vorher bemerkt, dass meine Taille deutlich ausgeprägter aussieht. Durch die Fotos hatte ich es dann Schwarz auf Weiß. Ich finde, der Bereich wirkt nun deutlich weiblicher. Außerdem: Komplett abgeschlossen ist die Behandlung erst nach drei bis vier Monaten. Es ist also gut möglich, dass sich an der behandelten Stelle noch etwas tut. Ich weiß für mich, dass ich jetzt schon zufrieden bin – und ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass es für mich einen so großen Unterschied machen würde. Aber das macht es ...

Good to know

  • Eine Applikation (Behandlung einer einzelnen Stelle mit einem Applikator) kostet zwischen 500 und 700 Euro.
  • Zerstörte Fettzellen können nicht mehr zurückkommen, das heißt aber nicht, dass sich vorhandene Fettzellen an den behandelten Stellen nicht vergrößern können, wenn wir zunehmen.
  • CoolSculpting ist das einzige Verfahren, bei dem es Studien zur Wirksamkeit gibt.
  • CoolSculpting wird nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt, andere Anbieter (zum Beispiel in Kosmetikstudios und Co.) haben nicht die gleiche Sicherheitstechnologie und Wirksamkeit.

Hinweis: Die Behandlung wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt.


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