Endlich haarfrei!

Schneiden, schäumen, zupfen, ziehen - es gibt viele Methoden, störende Härchen loszuwerden. Endlich haarfrei sein: Neue Methoden und was Sie beachten müssen.

Nassrasierer (1 bis 3 Tage haarfrei)

Immer noch die beliebteste und schnellste Art, sich der Körperhaare zu entledigen und haarfrei zu sein, ist die Nassrasur. Die neuen Lady-Shaver-Modelle werden technisch immer ausgefuchster: Rillen und Noppen im Schutzkissen straffen die Haut, um die Haare möglichst tief zu kappen. Bis zu drei hauchdünne Klingen mit Spezialbeschichtung garantieren Gründlichkeit. Davor und dahinter sitzen schmale, mit Öl und Aloe vera getränkte Streifen, die Feuchtigkeitsverluste ausgleichen sollen.

Trotz dieser Zusatzpflege raten Hersteller dennoch, nicht auf Gel oder Rasierschaum zu verzichten. Das macht auch Sinn: Der Schaumteppich legt sich wie ein schützender Film auf die Haut, verbessert das Gleitverhalten, weicht die Härchen ein und richtet sie leicht auf. So können Schnittverletzungen und Austrocknen der Haut verhindert werden. Ganz ohne zusätzlichen Schaum will ein Modell namens "Intuition" auskommen. Beim Rasieren schäumt es ganz von allein, weil seine Klinge in eine Art feste Rasierseife eingebettet ist, die pflegende Extrakte aus Kakaobutter, Aloe vera und Vitamin E enthält. Da das Gerät recht kopflastig ist, muss man sich um die Aufbewahrung etwas Gedanken machen - wegen der ungleichen Gewichtsverteilung kullert es vom Badewannenrand schnell runter, der Pflegeaufsatz kann abbrechen. Dann muss die Klinge komplett ausgewechselt werden.

Nassrasierer: z. B. "Venus Divine" von Gillette, "Intuition", von Wilkinson Sword (in zwei Varianten: für normale oder parfümfrei für empfindliche Haut); Gel und Schaum: z. B. "Pflegender Rasierschaum" von Nivea Body, "Satin Care Oceania" von Gillette

Haarfrei: Tipps & Tricks

  • Zeitpunkt: Am besten abends, dann kann sich die Haut über Nacht regenerieren.
  • Rasur: Den Rasierkopf alle zwei Züge mit Wasser ausspülen, damit sich keine Härchen verfangen. Auf keinen Fall die Klinge mit dem Handtuch trocknen, sonst bleiben Fasern stecken. Unter den Achseln kreuz und quer rasieren, weil die Haare oft mehrere Wuchsrichtungen haben. Schnittverletzungen kräftig zusammendrücken, um die Blutung zu stoppen. Danach kühlen oder ein transparentes Flüssigpflaster darüber pinseln (z. B. von Compeed).

Enthaarungscremes (3 bis 7 Tage haarfrei)

Chemische Enthaarungsmittel arbeiten mit Thioglykolsäure, einer Substanz, die Struktur und Festigkeit des Keratins (Hauptbestandteil des Haares) schwächt. Maximal zehn Minuten dürfen Cremes, Gel oder Schaum auf der Haut einwirken. Danach müssen sie, zusammen mit den inzwischen aufgelösten Härchen, unter Einsatz von Plastikschabern, Schwämmchen oder Kosmetiktüchern abgenommen und unter der Dusche abgespült werden.

Da Thioglykolsäure einen hohen pH-Wert hat, kann sie empfindliche Haut reizen. Deshalb dürfen die Cremes nicht bei Entzündungen, irritierter Haut, vor oder nach einem Sonnenbad benutzt werden. Am besten vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge machen. Nach der Enthaarung immer gut eincremen. Eine deutlich kürzere Einwirkzeit, nur drei Minuten, benötigt ein neues Cremegel, um störende Härchen zu entsorgen. Für die schnellere Haarauflösung wurde nicht die Konzentration der Säure erhöht, sondern der pH-Wert optimiert.

z. B. "Rasera 3 Minuten" oder "Enthaarungs-Mousse mit Mandelöl", beide von Veet; "Enthaarungs-Creme extra soft" von Pilca

Wachs (2 bis 4 Wochen haarfrei)

Wenn man alles richtig macht, ist die Enthaarung mit Wachs gründlich und lang anhaltend. Allerdings braucht es etwas Übung und Überwindung, immerhin werden die Härchen mit einem kräftigen Ruck aus der Wurzel gerissen. Am Anfang ziept es, keine Frage, aber mit jeder weiteren Anwendung sinkt das Schmerzempfinden. Und: Wer häufig wachst, kann darauf hoffen, dass das ständige Gezerre nachwachsende Haare allmählich ausbremst. Wird in der Wachstumsphase nämlich dauernd am Haar gerissen, kommt es feiner nach und kann sogar ganz ausbleiben.

Egal, ob Kalt- oder Warmwachs: Vorm Auftragen muss die Haut trocken und fettfrei sein. Auf jeden Fall etwas Talkumpuder (am besten in der Baby-Variante ohne Duftstoffe) auf die zu enthaarende Stelle stäuben, das saugt Schweiß auf und lindert den Zupfschmerz. Das Wachs wird in Haarwuchsrichtung aufgetragen, kurz anmassiert und mit Hilfe eines Stoff- oder Plastikstreifens in einem Zug gegen die Wuchsrichtung, möglichst flach entlang der Hautoberfläche, abgezogen. Dabei die Haut mit der anderen Hand straffen. Kaltwachs gibt es meist schon fertig auf Streifen, auch für besonders kurze Haare (ab 0,2 Zentimeter Länge).

Warmwachstiegel müssen vor der Anwendung erst im Wasserbad erwärmt werden. Praktisch sind "Roll-ons", die in einem Wassertank stecken, in den man warmes Wasser direkt einfüllen kann. Wachsreste auf der Haut können nur mit Öl entfernt werden. Alternative: eine etwas weichere und wasserlösliche Variante aus Zucker und Zitrone, die im Orient schon seit Jahrhunderten verwendet wird. Übrigens: Wachsen hat auch einen Peeling-Effekt, weil die klebrige Masse alte Hornschüppchen gleich mit abzieht. Da dies die Haut entfettet, danach immer eine Pflege mit kühlenden und beruhigenden Wirkstoffen auftragen (z. B. mit Aloe vera, Kamille). Bei entzündeter Haut, Besenreisern oder Krampfadern sollte man aufs Wachsen besser verzichten.

Öllöslich:

Wachs in allen Varianten gibt es z. B. von Veet, Snä Epil oder Pilca ;

Wasserlöslich:

z. B. "Halawa" gibt's bei The Body Shop

Haarfrei: Tipps & Tricks

  • Enthaarungs-Schäume eignen sich gut für
  • die Achseln, nicht aber für die Bikinizone, weil sie nicht so gezielt aufgetragen werden können. Dort besser nur Cremes verwenden.
  • Wachs: Die Zuckerpaste Halawa kann man mit etwas Übung auch ohne Stoffstreifen verwenden. Zum Beispiel mit einer Art "Pinzetten-Griff", um kleine Partien, etwa rund ums Knie, zu enthaaren. Dafür
  • zwei kleine Kugeln auf Daumen und Zeigefinger geben, auf die Haare drücken und ruckartig abziehen.

Elektrische Geräte

Epilierer (2 bis 4 Wochen haarfrei): Mit schnell rotierenden Pinzetten ziehen Epiliergeräte die Härchen aus der Haut. Wie die Pinzetten angeordnet sind - etwa 20 Reihen mit je einer Pinzette oder fünf Reihen, die gleichzeitig zupfen -, bleibt der jeweiligen Hersteller-Philosophie überlassen. In erster Linie versuchen alle Geräte gleichermaßen den Zupfschmerz zu lindern. Dazu werden unterschiedlichste technische Finessen eingesetzt: Rotierende Massage-Noppen sollen ablenken, winzige Kunststoff-Finger, die wie Pilze geformt sind, versuchen die Härchen aufzurichten, damit sie leichter greifbar sind. Integrierte Kühlpacks können entweder das Schmerzempfinden während oder Rötungen nach der Enthaarung mindern.

Verschiedene Geschwindigkeiten oder spezielle Starter-Aufsätze dienen der langsamen Gewöhnung. Eingebaute Halogenlampen sorgen selbst bei diffusen Lichtverhältnissen für einen exakten Überblick, damit kein Härchen übersehen wird. Ein gutes Auge ist auch vonnöten, denn die Epilierer arbeiten nicht ganz so penibel. Man muss oft mehrmals und nicht zu schnell über die Stellen gleiten, um wirklich alle Haare zu erfassen. Ideal zum Epilieren sind Haare, die zwischen 0,5 und 1 Zentimeter lang sind.

Um diese Länge zu erreichen, enthalten viele Sets normale Rasierer-Aufsätze. Die können auch bei heiklen Partien zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel den Achseln. Wer sich dem Geziepe nicht aussetzen möchte, kann natürlich auch auf ganz normale Trockenrasierer umsteigen. Die eignen sich besonders für Frauen, bei denen die Härchen nicht gerade, sondern quer wachsen und sich leichter entzünden können. Inzwischen gibt es die Rasierer auch als wasserdichte Varianten.

Epilierer:

z. B. "Silk-épil Soft Perfection", von Braun, "Satinelle", von Philips, "Access Vision", von Rowenta;

Wasserdichte Elektrorasierer:

"Smooth & Silky", von Remington, "Ladyshave Wet & Dry", von Philips

Dauerhaft haarfrei?

Einige Gele versprechen ein endgültiges Ausbleiben der Haare. Dazu müssen diese meist nicht ganz günstigen Produkte mindestens sechs bis zwölf Monate lang verwendet werden. In den Mitteln steckt ein Mix aus Zitronensäure und Salz. Wie genau diese beiden Bestandteile auf die Haarwurzeln einwirken, dazu gibt es nur Vermutungen.

Auf jeden Fall kann die Säure empfindliche Haut reizen. Weshalb die Hersteller empfehlen, an exponierten Stellen, z. B. im Gesicht, über dem Gel eine Creme mit Lichtschutz aufzutragen. Eine Studie aus Australien zeigte, dass bei einigen Verwenderinnen die Haare nach einem Jahr schwächer und weicher nachwuchsen. Wahre Wunder, wie völlige Haarfreiheit, darf man jedoch nicht erwarten.

Leider auch nicht immer von Erfolg gekrönt ist die Verödung der Haarwurzeln mit Strom. Hier muss jede einzelne Wurzel im exakten Moment getroffen werden, und zwar in der Wachstumsphase, damit sie ihre Produktion einstellt. Dafür sind oft viele Sitzungen nötig. Mit dem Laser können größere Areale gleichzeitig behandelt werden. Allerdings funktioniert das gebündelte Licht nur bei dunklen Haaren und auf heller, ungebräunter Haut. Laser-Behandlungen sollten nur von geübten Dermatologen durchgeführt werden.

Bikinizone: haarfrei

Spätestens seit die TV-Serie "Sex and the City" uns über New Yorker Enthaarungs-Trends im Intimbereich informierte, widmen sich auch hierzulande immer mehr Frauen der "frisurlichen" Gestaltung ihrer Bikinizone. Dabei geht es gar nicht so sehr um die Entfernung störender Härchen, die rechts und links am Badeanzug vorbeilugen könnten, sondern um so genanntes "Brazilian Waxing". Klassisch bezeichnet es die Haarentfernung bis auf einen schmalen, mittigen Streifen, aber eigentlich ist alles erlaubt, was gefällt: vom kompletten Kahlschlag bis hin zu kunstvollen Formarbeiten wie Sternchen und Herzen. Aber wie wird man den Bewuchs los, egal ob nur am Rande oder in größerem Rahmen?

Rasieren kann zu juckenden Pusteln und eingewachsenen Härchen führen. Weniger Irritationen entstehen, wenn immer in Haarwuchsrichtung rasiert und ein Schaum mit beruhigenden Kamillen- und Gurkenextrakten verwendet wird. Ein elektrischer Bikini-Trimmer mit schmalem Rasierkopf und fünf verstellbaren Stufen kürzt die Härchen auf jede beliebige Länge, maximal auf einen Millimeter. Solche Trimmer sind auch ideal als Vorbereitung für eine Haarentfernung mit Wachs, wenn man nachwachsende Stoppeln vermeiden möchte. Beim Selberwachsen immer nur sehr kleine Zonen bearbeiten und anschließend gut kühlen. Fürs erste Mal sollte man sich besser in die Hände einer Kosmetikerin. mit mehr Routine begeben.

Weniger schmerzhaft sind chemische Enthaarungscremes, allerdings muss man aufpassen, dass sie nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen. Speziell für die Bikinizone gibt es sie im Set mit einer entzündungshemmenden Lotion. Reagiert die Haut trotzdem empfindlich, lassen sich die Härchen mit speziellen Cremes bleichen, damit sie weniger sichtbar sind (funktioniert auch im Gesicht).

Rasierer:

z. B. "Bikini Trimmer" von Remington ;

Creme und Après-Lotion:

z. B. "Bikini-Set" von Veet;

Wachs:

z.B. "Kaltwachsstreifen fürs Gesicht" von Pilca, Snä Epil oder Veet;

Bleichcreme:

z. B. "Haarbleich Creme" von Snä Epil

Haarfrei: Tipps & Tricks

  • Eingewachsene Haare: Sowohl vor als
  • auch ein paar Tage nach der Enthaarung ein Peeling machen, damit Hornschüppchen die Poren nicht verstopfen können
  • Deos: Alkohol und Duftstoffe haben auf frisch enthaarter Haut nichts zu suchen. Besser ein paar Stunden warten. Wenn es doch mal schnell gehen muss: nur Deos für empfindliche oder speziell für epilierte Haut benutzen (z. B. von Vichy).
  • After-Shave: Die Haut braucht nach der Enthaarung immer eine Extraportion Pflege. Gut für Empfindliche: alkoholfreies Gesichtswasser mit entzündungshemmender Hamamelis oder Kamille auftupfen (z. B. "Gesichtswasser" von Brigitte B./
  • Reformhaus) oder eine Wundschutzcreme benutzen (z. B. von Bübchen).
Fotos: Ray Parker Produktion: Birgit Potzkai Haare & Make-up: Steven Inch Text: Christina Gath BRIGITTE Heft 16/2004
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