"Bin ich schön, Mama?"

Worum beneiden Sie Ihre Mutter, Oma oder Schwester? Welche Beauty-Tipps haben Sie geprägt? Hinreißende Antworten auf "Bin ich schön?" in diesen fünf Gesprächen.

Laura studiert "Design Thinking" in Potsdam und arbeitet nebenher im Online-Marketing, Jana ist Stylistin und Theresa Schauspielerin

Was finden Sie schön an sich?

Laura: Meine Augen, die habe ich von Mama. Und klasse ist, dass ich total schnell braun werde. Meine Grübchen sind auch toll, die habe ich vom Opa. Jana: Meine Nase. Darum beneiden mich auch meine Schwestern... Theresa: ... weil die gerade und perfekt ist. An mir selbst mag ich meine Lippen, besonders gern knallrot geschminkt.

Und was mögen Sie weniger?

Laura: Meine Nase hat einen Huckel, der wiederum ist von meiner Oma. Jana: Ich trage so gut wie nie trägerlose Tops, weil meine Oberarme nicht wirklich schön definiert sind. Theresa: Und ich hatte als Einzige von uns drei Schwestern Akne in der Pubertät. Da habe mich dann schon gefragt: Von wem habe ich das bloß?

Was finden Sie außer Janas Nase aneinander noch beneidenswert?

Laura: Meine Schwestern sind größer als ich, obwohl ich das größte Baby war! Theresa: Ich hätte gern Lauras tolle Haut. Jana: Ich fand immer ungerecht, dass meine Schwestern nie Diät machen mussten und trotzdem schlank blieben. Besonders Laura. Doch! Einmal, da kam sie nach einem halben Jahr Buenos Aires mit einem dicken Hintern zurück. Da war ich schon ein bisschen schadenfroh, das war aber liebevoll gemeint. Laura fand das damals auch lustig - und war sowieso ganz schnell wieder schlank.

Und wie halten Sie es innerhalb Ihrer Familie mit Komplimenten?

Jana: Papa sagt zu jeder von uns öfter mal: Du siehst aber gut aus! Theresa: Er spricht aber auch aus, wenn ihm was nicht gefällt. Lackierte Fingernägel zum Beispiel findet er künstlich. Aber selbst unsere Mutter lackiert sie sich!

Mit welchen Beauty-Tipps oder Tabus sind Sie aufgewachsen?

Laura: Mama riet uns oft, auch Ellbogen und Füße gut einzucremen. Daran halte ich mich heute noch. Jana: Unsere Eltern sind total gegen Tattoos und Piercings. Als ich doch mal in Versuchung war und meine älteste Schwester fragte, ob ich mir vielleicht ein Bauchnabel-Piercing machen solle, wurde sie richtig sauer und fragte zurück: "Was würde wohl Papa davon halten?" Ich habe es dann lieber gelassen. Theresa: "Schmink dich bloß nicht", hat Oma immer gesagt, "das verunstaltet" - ich hab‘s natürlich trotzdem gemacht. Wie machen Sie sich ausgehfein? Laura: Ohne Mascara gehe ich nicht aus dem Haus, und mein Lieblingslidschatten ist ein Braunton von Mac, er heißt "Bronze Frost" und sieht ganz natürlich aus. Jana: Ich gehe im Gegensatz zu meinen Schwestern auch mal ungeschminkt raus. Oder ich verwende etwas Concealer zum Augenschatten-Abdecken. Theresa: Mein Lieblings-Beautyprodukt gegen glänzenden Teint ist der "Anti-Shine Stick" von Maybelline, der funktioniert wirklich super.

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Claudia Zintl mit ihrem Sohn Nils

Claudia Zintl, 40, Erzieherin, und Nils, 7

Was finden Sie an sich schön? Claudia: Ich mag meine langen Haare. Als Kind haben mir meine Eltern sie immer so stoppelkurz geschnitten, dass ich aussah wie ein Junge. Seit ich dann selbst über meine Frisur entscheiden konnte, trage ich sie lang. Es fällt mir sogar jedes Mal schwer, auch nur die Spitzen schneiden zu lassen. Und mein Lachen mag ich. Dafür bekomme ich sogar oft Komplimente. Nils: Ich mag meine Haare. Die darf auch nur mein Papa schneiden.

Und was mögen Sie an sich selbst nicht so gern leiden?

Claudia: Ich bin zwar schlank, aber manchmal sieht mein Gesicht auf Fotos oder im Spiegel pausbäckig aus. Und dass meine Wangen oft leicht gerötet sind wegen meiner Couperose, gefällt mir auch nicht so gut. Im Sommer ist das nicht so schlimm, weil man es unter der Bräune nicht sehr sieht. Und im Winter überschminke ich die Rötung. Diese Veranlagung habe ich von meiner Mutter geerbt. Nils: Ich finde alles an mir gut!

Gibt es etwas, worum Sie jemanden in Ihrer Familie beneiden?

Claudia: Nicht beneiden, eher bewundern - die schönen glatten Haare meiner Schwester finde ich toll. Meine sind oft ein wenig struppig, ihre glänzen so toll.

Tauschen Sie beide eigentlich Komplimente aus?

Claudia: Nils hat mir neulich ein für sein Alter überraschendes Kompliment gemacht: "Du bist sexy, Mama." Nils: Ich finde auf jeden Fall, dass du die hübscheste Mama der Welt bist.

Welche Beauty-Weisheiten haben Sie von Ihren Eltern oder Großeltern übernommen? Claudia: "Immer schön natürlich bleiben", hat meine Mutter immer gesagt. Das hat sich eingeprägt, und ich schminke und style mich danach: reduziert, natürlich.

Wie machen Sie sich ausgehfein?

Claudia: Ich trage meine Haare gern offen, brauche dafür aber ein wenig Zeit und die richtigen Produkte, um sie in Form und zum Glänzen zu bringen. Dazu betone ich entweder die Lippen oder die Augen. Beim Shooting habe ich mich für einen glamourösen Mund entschieden.

Roni Zorina mit ihrem Bruder Ilja Zorin

Roni Zorina, 25, Filmemacherin, und Ilja Zorin, 21, Choreograf und Elektroniker

Was finden Sie schön an sich?

Roni: Mir gefällt, dass man mich für alles Mögliche hält - italienisch, spanisch, russisch, was auch immer. Dadurch gehöre ich irgendwie überall dazu. Im Urlaub spricht man mich fast immer in der Landessprache an. Tatsächlich komme ich aus Estland, meine Oma ist aus der Ukraine, meine Eltern sind aus dem asiatischen Teil Russlands - daher sicher auch meine olivfarbene Haut, die ich sehr mag. Ilja: Ich finde gut an mir, dass ich leidenschaftlich gern tanze und mich rhythmisch bewegen kann.

Und was gefällt Ihnen weniger?

Roni: Manchmal habe ich Stresspickel, richtig blöd. Aber eigentlich gehe ich entspannt mit meinem Aussehen um. Meine Eltern brachten mir bei, dass Schönheit mehr ein innerer als ein äußerer Wert ist. Ilja: Wenn ich etwas an mir verändern wollte, dann, dass ich mit dem Rauchen aufhöre. Es macht nicht schöner und nimmt mir manchmal die Kondition.

Gibt es Dinge, die Sie aneinander beneidenswert finden?

Roni: Iljas Haar ist herrlich dick, meines dagegen fein. Ich liebe auch die Art, wie er sich kleidet und bewegt - man sieht ihm sein gutes Körpergefühl an. Er ist eine sehr markante Erscheinung. Ilja: Klasse, wie Roni ihren Weg als Künstlerin geht! Sonst ist da überhaupt kein Neid. Allerdings kann sie stolz sein auf ihren schönen Mund. Machen Sie sich in der Familie Komplimente? Roni: Mama lobt oft meine sportliche Figur. Sie war selbst Leistungssportlerin, deshalb achtet sie darauf. Längere Haare gefallen ihr besser als mir. Spätestens, wenn sie sagt, wie schön lang meine Haare doch sind, weiß ich, dass ich zum Friseur muss. Ilja: Wir machen in der Familie viel Quatsch. Und Komplimente verstecken wir daher oft in liebevollen Neckereien. Wenn ich meiner Schwester sage, sie könne ruhig mal mehr auf den Rippen haben, mache ich mir einerseits Gedanken um sie, andererseits bewundere ich schon ihre sportliche Figur.

Welche Beauty-Tipps haben Sie geprägt? Roni: Jeden Tag Joghurt essen und Kräutertee trinken sei toll für die Haut: Das habe ich von meiner Familie gelernt. Und der prägende Satz bei uns zu Hause war: "Weniger ist mehr." Das gilt fürs Makeup, Haarefärben, Reden. Meine Oma sagte immer: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!" Ilja: Weniger ist mehr? Deshalb habe ich mir vermutlich gar keine Beauty-Weisheiten gemerkt...

Wie machen Sie sich ausgehfein?

Roni: Im Alltag schminke ich mich nie, benutze höchstens Sonnencreme und Puder. Und wenn ich Make-up trage, betone ich meist entweder die Augen oder wie hier den Mund. Nudefarbenes Rouge finde ich für meinen olivfarbenen Teint schön. Ilja: Ich schminke mich eigentlich nicht. Fürs Foto wurde ich aber zu etwas Foundation überredet...

Thuy Ha mit ihrer Mutter Hue Tran

Thuy Ha, 23, Modedesign-Studentin, und Hue Tran, 43, Geschäftsführerin

Was finden Sie schön an sich?

Thuy: Früher habe ich es gehasst, diese vollen Lippen zu haben, heute mag ich sie besonders gern - und darum betone ich sie mit knalligem Lippenstift. Hue: Da muss ich erst mal in den Spiegel schauen, so genau habe ich nie darüber nachgedacht. Meine Kinder hingegen sagen im Chor: "Deine Haare!" Und ja, sie haben recht - ich mag meine dicken, leicht gelockten Haare auch.

Und was mögen Sie eher nicht?

Thuy: Meine Füße sind etwas drall, daher trage ich lieber geschlossene Schuhe. Hue: Das kann ich gar nicht so sagen. Vietnamesen haben oft so platte, breite Nasen - das ist nicht sehr schön. Aber verglichen mit anderen vietnamesischen Frauen finde ich die Nasen in unserer Familie noch ziemlich gut gelungen.

Gibt es Dinge, die Sie aneinander beneidenswert finden?

Thuy: Ach, ich hätte gern so viel mehr von Mama! Angefangen bei ihren Haaren, die natürlich gelockt sind. Die meisten Asiaten haben glatte Haare, ich auch. Dann hat sie eine beneidenswert zierliche Figur, ein schmales Gesicht und feine Gesichtszüge. Mama ist sehr jung geblieben. In 20 Jahren will ich auch noch so aussehen, als ob ich nie gealtert wäre. Hue: Die Augen meiner Tochter sind wundervoll. Vietnamesische Augen sind oft klein und kurz, ihre jedoch sind groß und lang. Ich mag auch ihre Hände. Sie sind so unschuldig und weich.

Sagen Sie einander auch, was Sie an der anderen hübsch finden?

Thuy: Wenn Mama mich lobt, dann geht es meistens um mein Modestudium oder meine Arbeit. Sie ist besonders stolz, wenn ich etwas Tolles kreiert oder entworfen habe, und freut sich dann. Hue: Ich bin in Vietnam aufgewachsen, dort ist es nicht üblich, Komplimente zu machen oder zu bekommen. Ich wurde früher höchstens gelobt, wenn ich eine gute Note nach Hause brachte.

Mit welchen Beauty-Tipps oder -Tabus sind Sie groß geworden?

Thuy: Mama hat mir früher verboten, die Haare zu färben. Sonst hätte ich sicher viel probiert - von blond bis braun. Heute bin ich froh, dass sie damals so strikt war. Jetzt kann ich zwar machen, was ich will, aber meine Haare würde ich nicht mehr färben. Mir ist Natürlichkeit sehr wichtig. Hue: Ich habe früher oft gehört: "Du solltest viel Obst essen, damit deine Haut schön bleibt."

Wie machen Sie sich ausgehfein?

Thuy: Ich liebe knallige Lippenstifte, tupfe sie aber nur leicht auf und verwische die Ränder ganz minimal mit den Fingern, so dass die Farbe einen weichen Übergang zur Haut bildet. Zu besonderen Anlässen zeichne ich meine Augenbrauen nach und verwende flüssigen Eyeliner für einen Lidstrich. Hue: Ich trage gern dunkle, erdfarbene Lidschatten auf, um meine Augen zu betonen. Neben dem Augenbrauen-Nachzeichnen mit einem Puder gehört das mehrmalige Tuschen der Wimpern zu meinen festen Ritualen - nicht nur zum Ausgehen. Meine Haare trage ich oft offen oder binde sie zu einem lockeren Dutt zusammen.

Petra Grand mit ihrer Tochter Isabel und deren Großmutter Lisa

Petra Grand, 58, Lehrerin, ihre Tochter Isabel Grand, 28, Drehbuch-Autorin, und Petras Mutter Lisa Henkel, 83, Rentnerin

Was finden Sie schön an sich?

Petra: Meine Augen. Und meine Beine - die sind muskulös, ähnlich wie die von Steffi Graf. Isabel: Meine Brüste mag ich, weil sie eine gute Größe haben und fest sind. Danke, liebe Mama! Lisa: Dass ich mein Gewicht seit Jahrzehnten halte, freut mich sehr - ich trage immer noch eine 38. Aber ich mache morgens auch meine 60 Kniebeugen.

Was gefällt Ihnen weniger?

Petra: Diese Speckrolle um meinen Bauch! Meine Tochter beschwert sich über ihre auch immer, scheint genetisch bedingt zu sein. Hach! Isabel: Auf Fotos gefällt mir mein Lachen nicht - man sieht so viel Zahnfleisch. Lisa: Ich freue mich einfach nur, dass so weit alles in Ordnung ist.

Gibt es Eigenschaften, um die Sie einander beneiden?

Petra: Ich bewundere meine Mutter, dass sie in ihrem hohen Alter immer noch sportlich ist. Und meiner Tochter Isabel sieht man ihre 15 Jahre Ballett an - sie hat eine super Haltung. Ihre langen Haare sind auch ganz toll. Isabel: Ich hätte auch gern so eine Ausstrahlung wie meine Mutter und Großmutter. Beide können Menschen mitreißen und sind dabei einfach nur schön! Lisa: Meine Tochter und meine Enkelin sehen so hübsch aus. Ich schaue sie unheimlich gern einfach nur an.

Machen Sie einander in der Familie auch Komplimente?

Petra: Meine Tochter sieht süß aus, das sage ich ihr oft. Und mein neuer Freund bemerkte vor Kurzem, dass er meine Sommersprossen so gern mag. Isabel: "Wie frisch du aussiehst", das hört Mama von mir gerade ganz häufig. Sie ist nämlich neu verliebt, in Eberhard. Lisa: Isabel sagt mir oft, dass ich für mein Alter sehr gut aussehe, das freut mich.

Welche familiären Beauty-Tipps oder -Tabus haben Sie geprägt?

Petra: Meine Mutter ist nie ohne Lippenstift aus dem Haus gegangen, bis heute nicht. Das habe ich von ihr übernommen. Isabel: Man sieht nur gut aus, wenn man sich gut fühlt, ist Mamas Devise. Tattoos und Piercings hat sie immer abgelehnt. Ich habe mich dran gehalten - bis 18. Lisa: Ich war eins von zehn Geschwistern, meine Mutter arbeitete den ganzen Tag. Es gab nie die Zeit, über so was wie Schönheit zu reden.

Wie machen Sie sich ausgehfein?

Petra: Wie gesagt, nie ohne Lippenstift. Dieses knallige Hellrot, das ich hier trage, ist toll. Das nehme ich jetzt öfter mal. Isabel: Ich betone meine Augen gern mit dunklem Lidschatten oder mit einem geschwungenen Lidstrich. Oder ich setze meine Lippen in Szene, mit Schokobraun zum Beispiel, das passt gut zum Teint. Lisa: Ich schminke mich dezent, aber immer mit Lippenfarbe, am liebsten eine ganz natürliche, die nur leicht konturiert.

Fotos: Jo Jankowski BRIGITTE 21/2014
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