Flüssiges Glück: Öl für Haut & Haare

Beauty-Öl verwöhnt Haut und Haare: ganz sanft, ohne langes Einziehen - und mit vielen pflegenden Wirkstoffen.

Beauty-Talent Öl

Öl pflegt Haut und Haare

Feine goldgelbe Tropfen, die angenehm über die Haut gleiten, Haarspitzen, die sich sofort weicher anfühlen: Beauty-Öl ist wunderbar sinnlich, vermittelt bereits beim Auftragen ein ganz besonderes Gefühl. Und es kann tatsächlich auch was!

Öle umhüllen das Haar und verleihen ihm Glanz, machen Colorationen sanfter. Und auch die Haut liebt sie, denn Pflanzenöle enthalten Stoffe, die in ähnlicher Form in ihrer Schutzschicht vorkommen, z. B. Fettsäuren oder den Feuchtigkeitsspender Squalan. Deshalb können sie sich besonders gut mit der Haut verbinden. Zudem stecken sie voll kräftigender und schützender Vitamine, sind reich an Antioxidanzien und eignen sich optimal, um die Zellen zu stärken und ihre Regeneration zu unterstützen.

Dabei ist Öl aber natürlich nicht gleich Öl: "Da Öle meist eine Kombination von gesättigten und unterschiedlich ungesättigten Fettsäuren sind, werden sie auf der Haut auch ganz verschieden wahrgenommen", erklärt Lilith Schwertle, Kosmetikerin und Naturkosmetik-Expertin von Weleda. "Die Zusammensetzung ist ausschlaggebend dafür, ob ein Öl als leicht oder schwer empfunden wird."

Die neuen Leichtgewichte

Während ein Öl bei der Massage ruhig länger auf der Haut bleiben darf, sind für die tägliche Pflege lange Einziehzeiten unerwünscht, man will ja doch möglichst schnell rein in die Kleidung schlüpfen.

Zum Glück gibt's echte Leichtgewichte: Natürliche Öle, die einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren besitzen, ziehen besonders schnell ein und werden auch als "trocknende" Öle bezeichnet. Zu ihnen gehört z. B. Arganöl. Schwerer sind dagegen etwa Oliven- oder Avocadoöl. Aber: "Auch schwere Öle können inzwischen im Labor verändert werden", sagt Dr. Katrin Kipper, Apothekerin und wissenschaftliche Expertin von Vichy. Das bedeutet, dass es dank spezieller Technik jetzt viele Produkte gibt, die kaum fettige Rückstände auf der Haut hinterlassen und für die schnelle Pflege geeignet sind. Besonders praktisch sind Light-Varianten zum Aufsprühen.

Körperöle, die schnell einziehen: z. B. "Nutriextra Wohltuendes Pflegeöl", Vichy, ca. 16 Euro; "Olive Beautifying Oil", The Body Shop, ca. 10 Euro; "Multifunktions-Öl", Sanoflore, ca. 17 Euro

Streicheleinheiten für den Körper

So wird Einölen zum Entspannungsritual

Vor allem auf leicht feuchter Haut lassen sich Öle gut verteilen. Und: "Feuchtigkeit wird zusammen mit dem Öl in der Haut eingeschlossen, so verdampft sie weniger", sagt Dr. Kipper. Sie bleibt der Haut also länger erhalten.

Abends kann eine Öl-Massage Körper und Sinne verwöhnen, zum Beispiel mit Sesamöl. Das regt die Durchblutung an und wärmt angenehm. Schließen beim Einmassieren die Augen und genießen Sie bewusst die Berührung. Natürlich können Sie sich auch mit Ihrem Partner oder einer Freundin gegenseitig massieren. Schöner Nebeneffekt: Studien beweisen, dass bei derart angenehmen Berührungen das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet wird.

Beauty-Öle pflegen aber nicht nur, einige können die Haut zudem verführerisch seidig glänzen lassen: einfach einige Tropfen schimmerndes Öl auf dem Dekolleté, dem Rückenausschnitt oder auch auf den Oberarmen verteilen und so glänzende Akzente setzen.

Schimmer-Öl: z. B. "Huile Prodigieuse Or", u. a. mit Macadamiaöl, Nuxe, ca. 25 Euro

Feine Gesichtspflege

Star-Visagisten schwören schon lange auf Gesichtsöl als Make-up-Grundlage - weil es glättet und so die Haut gut vorbereitet. Inzwischen setzen auch (wieder) mehr und mehr Frauen auf das Multitalent. Eine seiner Kompetenzen: winterfeste Pflege. Denn gerade jetzt ist die Haut oft trocken und empfindlich. SOS-Entspannungs-Tipp: ein bis zwei Tröpfchen jeweils auf die leicht feuchten Wangen geben, dann sanft einmassieren. Augenpartie dabei aussparen. Besonders wohltuend bei Spannungsgefühlen ist z. B. Mandel- oder Wildrosenöl.

Bei fettiger Haut können ätherische Aroma-Öle aus Lotus oder Rosmarin beispielsweise dabei helfen, die Talgproduktion zu regulieren. Bei Dr. Hauschka empfiehlt man sogar explizit, ölige Haut mit Öl wieder in Balance zu bringen. Der Haut soll durch das Mehr an Fett signalisiert werden, dass sie ihre Eigenproduktion herunterfahren kann, so der Ansatz bei der bekannten Naturkosmetikmarke - Schulmediziner allerdings lehnen den ab.

Gesichtsöle lassen sich übrigens nicht nur an Stelle einer Creme verwenden, man kann damit zwischendurch auch die Tagescreme oder Foundation verfeinern: einfach vor dem Auftragen einen Tropfen mit Ihrem Lieblingsprodukt vermischen, um es ein bisschen reichhaltiger zu machen und Ihrer Haut eine Extraportion Pflege zu spenden.

Zur Intensivversorgung für zwischendurch eignen sich auch Öl-Kapseln oder -Ampullen. Die praktischen Einmal-Dosen sind ideal, um der Haut schnell Geschmeidigkeit zu verleihen, etwa nach einem Tag in trockener Heizungsluft.

Super eignen sich die kleinen Power-Pakete auch für die Dekolleté-Pflege - die manchmal leider vernachlässigt wird.

Sanfte Öle für die Gesichtspflege: z. B. "Huile Lotus" für Misch- und ölige Haut, Clarins, ca. 35 Euro; "Gesichtsöl regulierende Tagespflege", Dr. Hauschka, ca. 20 Euro; Luxus-Öl "Saphir Concentrate", Själ, ca. 170 Euro; "Mandel Wohltuendes Gesichtsöl", ca. 15 Euro, Kapseln "Wildrose Glättende Pflegeperlen", ca. 19 Euro, beides von Weleda

Neuer Glanz fürs Haar

Tragen Sie Ihr Körperöl am besten auf die noch leicht feuchte Haut auf

Einen echten Boom erleben gerade Haaröle - nachdem es jahrelang ziemlich still um sie war. Dabei sind sie vor allem für trockene Spitzen eine Wohltat. Sie umhüllen das Haar und schließen die Schuppenschicht, so dass die Oberfläche glatter wird. Der Effekt: Licht wird besser reflektiert, das Haar glänzt wieder. Meist reichen auch hier einige Tropfen pro Anwendung. Am besten vorher auf den Fingern verteilen, dann ins Haar einarbeiten. Wer die passenden Produkte wählt, muss auch keine Angst vor strähnig wirkenden Haaren haben. Moderne Öle sind ganz leicht zusammengesetzt und beschweren nicht. Bei feinem Haar aber wirklich nur ganz wenig Öl nehmen und die Ansätze immer auslassen.

Spezielle Öle wie etwa das der Klettenwurzel, das gegen sehr trockene Kopf haut hilft, sind eher für volles, kräftiges Haar gedacht. Tipp: zum Auftragen die Haare am Oberkopf mehrmals in beide Richtungen scheiteln und mit den Fingern etwas Öl direkt auf die Haut dazwischen geben.

Haarpflege in Ölform: z. B. "Oil Reflections", Wella Professionals, ca. 20 Euro; "Klettenwurzel Haar-Öl", Beiersdorf, ca. 2 Euro; "Deeply Restorative Smoothing Hair Oil Concentrate" u. a. mit Jojoba-Öl, Kiehls, ca. 30 Euro

Schöne Farbe ganz schonend

Der neueste Trend sind Colorationen, die ebenfalls auf die Kraft von Ölen setzen: Sie sollen die Haare geschmeidiger machen. Und obwohl natürlich keine Coloration wirklich gesund fürs Haar ist, sind sie immerhin sanfter als herkömmliche. Die Öle sollen sogar Einfluss auf den Färbevorgang an sich haben und dafür sorgen, dass die Farbpigmente ins Haar gepusht werden, da sie vom Wassergehalt des Haares an-, von den Ölen der Coloration wiederum abgestoßen werden. Ganz neu ist eine Coloration auf Ölbasis für zu Hause, die kein Ammoniak, sondern einen Ersatzstoff enthält. Dadurch duftet sie angenehmer.

Coloration mit Ölen: z. B. "Olia" ohne Ammoniak mit hohem Ölanteil, Garnier, ca. 7 Euro; "Diadem Seiden-Color-Creme" mit Marula-Öl, Schwarzkopf, ca. 7 Euro

Kleine Ölschule - Das steckt zur Zeit im Fläschchen

ARGANÖL: Der Arganbaum wächst im Südwesten Marokkos. Aus seinen Früchten wird das kostbare Öl gewonnen. Es pflegt besonders reife und trockene Haut, ist auch für sprödes Haar gut geeignet.

JOJOBA-ÖL: Ein Schummler in der Ölfamilie - streng genommen ist es nämlich das Wachs aus den Samen des Jojobastrauches. Es zieht gut ein und beugt dem Feuchtigkeitsverlust der Haut vor.

MANDELÖL: Der Klassiker unter den Hautschmeichlern ist sehr gut verträglich, wird deshalb auch gern in Kosmetikprodukten für die Babypflege eingesetzt.

MACADAMIANUSSÖL: Ursprünglich kommt der Baum aus Australien, und das Öl aus seinen Früchten ähnelt in der Fettsäuren-Zusammensetzung dem Hautfett - toll für besonders raue Partien.

WILDROSENÖL: Das Öl aus den Hagebutten der Rosa mosqueta enthält unter anderem die so genannte Transretinolsäure, eine Vorstufe von Vitamin A. Auch deswegen wirkt das Öl regenerierend und wird gern für die Pflege reifer Haut verwendet.

Text: Ariane Overbeck Fotos: Lina Langford Produktion: Birgit Potzkai BRIGITTE 03/2013
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