Schöne Haut, gesunde Haut

Ihre Haut ist leider nicht so strahlend, wie Sie das gerne hätten? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten für gesunde Haut.

Wir alle wollen sie: schöne und gesunde Haut. Aber nicht immer stimmen Wunsch und Wirklichkeit überein. Wir laufen in unpassenden Situationen rot an oder finden, dass wir zu schnell und zu viel schwitzen - und das nicht nur im Sommer. Damit wir bald alle eine schöne und gesunde Haut haben, finden Sie auf den nächsten Seiten diw wichtigsten Fragen und Antworten für gesunde Haut.

Gibt es irgend etwas, was mein Rotwerden verhindern kann?

Sie laufen schon rot an, wenn der Kellner im Vorbeigehen in Ihre Richtung lächelt? Und das ist ein echtes Problem für Sie? Da sind Sie keineswegs die Einzige, und inzwischen ist Rotwerden sogar für Experten ein Thema, zum Beispiel im angesehenen Medizin-Fachjournal "Lancet". Fachleuten zufolge ist das heftige Erröten fast immer psychisch bedingt und kann als eine Art Angstkrankheit betrachtet werden - körperliche Ursachen wie Schilddrüsenüberfunktion oder andere hormonelle Störungen sind die absolute Ausnahme. Das beste Mittel dagegen ist deshalb eine Verhaltenstherapie (Adressen von entsprechenden Spezialisten zum Beispiel unter www.psychotherapiesuche.de).

Aber auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation oder Yoga können helfen, das unkontrollierte Weitwerden der kleinen Blutgefäße in der Haut einzudämmen, genau wie ein systematisches Kreislauftraining (Sauna, Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren, warm-kalte Wechselduschen). Außerdem gut: Auslöser wie Alkohol, Kaffee, zu warme Kleidung und scharf gewürztes Essen vermeiden - und sich selbst mit einem gut deckenden Make-up beruhigen. Damit das natürlich wirkt, gehört ein richtig gesetztes Rouge dazu (lächeln und die Farbe auf den höchsten Punkt geben).

Tipps von Betroffenen, Chat, Adressen von Therapeuten unter www.erythrophobie.de. Buchtipp: "Keine Angst vor dem Erröten", Doris Wolf, 12,80 Euro, Pal Verlag

Ich schwitze immer schnell und viel. Was kann ich bloß dagegen tun?

Klatschnasse Hände, tellergroße Schweißflecken - wer stark schwitzt, fühlt sich gehemmt. Und schwitzt dann meist noch mehr, denn die Regulation der Schweißdrüsen unterliegt dem vegetativen Nervensystem, und das ist für Stress nun mal besonders anfällig. Manchmal sind grundsätzliche Gesundheitsprobleme wie Diabetes, ein hoher Blutdruck oder eine Schilddrüsenstörung für übermäßig viel Schweiß (Hyperhidrose) verantwortlich - und alles wird besser, wenn diese behandelt werden. Wenn nicht, sollte man erst mal bewährte Schwitzkiller probieren: Ausdauertraining, autogenes Training und Sauna, außerdem Salbeitee oder -kapseln. Auch homöopathische Mittel wie Acidum sulfuricum D 12 (einmal täglich fünf Kügelchen oder Tropfen) sind einen Versuch wert. Antiperspirantien, deren Zink- oder Alu-Salze die Ausgänge der Schweißdrüsen verengen, wirken wesentlich effektiver als normale Deos. Diese Schweißblocker können allerdings die Haut reizen und sollten nur alle zwei bis drei Tage abends angewendet werden.

Hilft alles nichts, ist ein Besuch bei Hautarzt oder -ärztin fällig. Sie können zum Beispiel Reizstrombäder (Iontophorese) für Hände und Füße verordnen, die den übermäßigen Schweiß in sieben von zehn Fällen stoppen. Aber es gibt noch viel mehr Verfahren, die vor allem Uni-Kliniken und hoch spezialisierte Ärzte (siehe unten) anbieten: Unter den Achseln helfen Botox-Injektionen, sie blockieren die Nervensignale, die die Schweißdrüsen aktivieren, mit 90-prozentigem Erfolg. Allerdings sind dazu mehrere oft unangenehme Einstiche nötig, und die Wirkung hält nur etwa ein halbes Jahr an - dann werden wieder einige hundert Euro fällig, meist aus eigener Tasche zu bezahlen. Aufwändiger ist das Absaugen der Schweißdrüsen mit ganz dünnen Kanülen, ambulant mit örtlicher Betäubung (rund 1500 Euro). Der Vorteil: Das Schwitzen lässt dauerhaft nach.

Und selbst operative Verfahren, die Vollnarkose und Krankenhausaufenthalt erfordern, kommen in extremen Fällen zum Einsatz: Man kann die Drüsen herausschneiden (die ca. 1800 Euro dafür plus die Kosten für den Krankenhausaufenthalt werden nur in bestimmten Fällen von der Kasse übernommen, dann aber eher als für das Absaugen), allerletztes Mittel ist ein Eingriff im Bereich der Brustwirbelsäule. Dort verlaufen Nerven, die die Schweißbildung anregen. Aber Vorsicht: Bei über der Hälfte der Patienten kommt es nach der OP zu übermäßigem Schwitzen an Bauch und Rücken (kompensatorisches Schwitzen). Mal abgesehen von den anderen Nebenwirkungen einer Operation.

Hyperhidrose-Sprechstunden werden von vielen Uni-Hautkliniken angeboten. Informationen gibt es auf www.hyperhidrosis.de oder www.hyperhidrose-zentrum.de

Woran kann es liegen, dass meine Haut ständig juckt?

Es ist schon merkwürdig: Die Haut sieht völlig normal aus, juckt aber ununterbrochen. Das kann schwerer auszuhalten sein als dauerhafte Schmerzen ... auch, weil es zwar unzählige Ursachen gibt (die Leber, die Niere, die Schilddrüse, Diabetes, bestimmte Krebserkrankungen, aber auch Eisenmangel oder manche Medikamente können schuld sein), oft aber keine gefunden wird. Dann heißt es meist: Hauttrockenheit, Nervosität oder Stress sind der Grund.

Immerhin ist klar, was hilft. Zunächst mal eine konsequente rückfettende Pflege mit Zusätzen wie Harnstoff, Dexpanthenol, Gerbstoffen, Schieferöl oder Omega-3-Fettsäuren (z. B. Nachtkerzenöl). Außerdem sollte man nicht scharf würzen, wenig Alkohol und Kaffee trinken und die Wohnung möglichst kühl halten. Heiß baden oder duschen verstärkt den Juckreiz, besser sind lauwarme Bäder, denen ein Gerbstoff (Apotheke) zugesetzt wird. Baumwolle, Seide oder Viskose sind bei juckender Haut angenehmer als Wolle. Außerdem lohnt es sich, eine histaminarme Diät auszuprobieren (dazu z. B. Rotwein, Käse, Tomaten, Zitrusfrüchte und Tunfisch weglassen).

Für viele überraschend: So genannte Antihistaminika (Allergiemittel) zum Schlucken oder Eincremen sind bei chronischem Juckreiz oft unwirksam, dagegen tun Sprays oder Cremes mit örtlich betäubenden Wirkstoffen wie Polidocanol oder Benzocain, kühlende Kampfer- oder Mentholsprays und kalte Schwarzteeumschläge gut. Cremes mit Capsaicin (aus Chilischoten) greifen direkt an den Nerven in der Haut an, die den Juckreiz übertragen, und sind häufig gut wirksam. Und auch ein Wirkstoff, der dem Cannabinol (aus Cannabis) ähnelt, linderte in einer Studie - als Creme aufgetragen - den Juckreiz bei zwei von drei Patienten. In schlimmen Fällen kann der Arzt auch bestimmte Antidepressiva wie Doxepin, Mirtazapin oder Paroxetin verschreiben: Sie unterdrücken die Juckreizwahrnehmung im Gehirn. Und wenn es gerade kaum auszuhalten ist? Setzen Sie Gegenreize, die den Juckreiz übertönen, z. B. die Haut kneifen, klopfen oder klatschen (statt kratzen!) oder einen nicht juckenden Körperteil in kaltes Wasser tauchen.

Unter www.leitlinien.net (Suchwort: Pruritus) finden sich ausführliche aktuelle Therapieempfehlungen (in medizinischer Fachsprache). Eine spezielle Juck-Sprechstunde bietet die Universitäts-Hautklinik Münster an (Tel. 02 51/835 74 70)

Stimmt es, dass unreine Haut oft mit dem Darm zu tun hat?

Davon sind wir zumindest überzeugt - wie sehr, zeigt eine Untersuchung der Universität Hamburg. Dort wurden Frauen gefragt, ob sie Hautprobleme hätten. Studienteilnehmerinnen, die immer wieder Verstopfung hatten, bejahten das fast dreimal so häufig (74 Prozent) wie Frauen ohne Verdauungsprobleme (26 Prozent).

Eine objektive Untersuchung der Haut zeigte aber: Es gab absolut keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Zumindest rein wissenschaftlich gesehen ist also wohl nichts dran an der Theorie, dass sich Giftstoffe im Darm sammeln können, die dann über die Haut ausgeschieden werden und dort Unreinheiten erzeugen. Nachgewiesen wurden solche Stoffe auch noch nie.

Trotzdem sind vor allem Ganzheitsmediziner sicher, dass es zwischen Darm und Haut irgendeinen Zusammenhang gibt. Sie empfehlen bei Hautproblemen eine sanfte Sanierung der Darmflora, zum Beispiel mit probiotischen Joghurts oder Präparaten mit Milchsäurebakterien (Apotheke). Das kann jedenfalls nicht schaden und ist bei belastenden Hautproblemen einen Versuch wert.

Kann ich mich auch zu viel pflegen?

Allerdings. Bei zu reichhaltigen Waschlotions, Cremes oder Make-ups oder deren übermäßigem Einsatz kann das Fett die Haut reizen und Pickel sprießen lassen. Einen ähnlichen Effekt kann interessanterweise auch der Gebrauch von allzu leichten Feuchtigkeitscremes haben. Sie kühlen zwar angenehm, bringen die Haut aber gleichzeitig zum Aufquellen. Die Folge: Der schützende Fettfilm bekommt Löcher, durch diese verdunstet die hauteigene Feuchtigkeit, die Haut wird trocken und anfällig für Entzündungen. Da aber jede Haut anders reagiert, gibt es keine Faustregel, welche und wie viel Pflege gut ist. Probieren Sie es einfach aus. Solange nichts spannt oder kribbelt und die Haut sich auch noch ein paar Stunden nach dem Eincremen schön glatt anfühlt, dürfte die Art Ihrer Pflege genau richtig sein.

Wenn Sie ein Produkt gefunden haben, das Ihre Haut gut verträgt, bleiben Sie dabei. Je weniger unterschiedliche Substanzen mit der Haut in Berührung kommen, desto geringer ist das Risiko von Allergien oder Irritationen. Natürlich sollte man seine Haut dem Alter und der Jahreszeit entsprechend pflegen und auch während der kalten Jahreszeit auf eine reichhaltigere (und besser schützende) Creme umsteigen. Doch grundsätzlich gilt: Wenn die Haut gepflegt aussieht und sich gut anfühlt, lassen Sie alles so, wie es ist.

Tut ein Spaziergang im Regen meiner Haut wirklich gut?

Vielleicht war das vor fünfzig Jahren mal der Fall - schließlich ist Regen wesentlich weicher als Leitungswasser und hinterlässt deshalb keine Kalkrückstände auf der Haut. Heutzutage prasseln jedoch mit jedem Wolkenguss auch alle möglichen Umweltgifte auf uns nieder. Selbst eine verkalkte Badezimmerdusche hat heute mehr Pflegepotenzial als ein milder Sommerregen.

Texte: Dr. Sabine Thor-Wiedemann, Kristina Maroldt BRIGITTE Heft 15/2007

Wer hier schreibt:

Kristina Maroldt
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