Schöne Haut für Jede

Empfindlich, trocken, fettig oder gemischt? So erkennen Sie, was schöne Haut wirklich braucht.

"Meine Haut ist ganz normal und leicht zu pflegen" - das sagen nur drei Prozent der knapp 500 Teilnehmerinnen unserer Umfrage auf BRIGITTE.de. Ein Drittel hat Mischhaut, bei einem weiteren Drittel ist sie trocken, und acht Prozent geben an, ihre Gesichtshaut sei fettig. Damit jede Haut schön aussieht, sollte die Pflege genau zum Zustand der Haut passen. Wer wie 22 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen eine empfindliche Haut hat, muss besonders wählerisch sein. Was Ihrer Haut gut tut, zeigt unser Überblick.

Multimasking: Die effektivste Hautpflege spart auch noch Zeit

Die Durstige: Trockene Haut

So erkennt man Trockene Haut: kaum sichtbare Poren, beim Lächeln entstehen auf den Wangen ganz feine Trockenheitsfältchen. Nach dem Waschen oder Duschen spannt die Haut, im Laufe des Tages würden Sie sich am liebsten mehrmals eincremen. Frauen über vierzig neigen sehr viel eher zu trockener Haut als jüngere.

Reinigung und Pflege: Zur Reinigung auf keinen Fall Seife nehmen - die würde Ihre Haut zu stark austrocknen. Schonender sind pH-neutrale Waschlotionen, auch zum Duschen. Oder, noch besser: fetthaltige Reinigungsmilch. Damit vermeiden Sie, dass Ihre Haut zu viel Kontakt mit Wasser hat. Auch sollten Sie nicht zu lange und nur bei moderaten Temperaturen duschen, weil Wasser das natürliche Fett aus der Haut spült - je heißer, desto mehr. Duftende Schaumbäder meiden Sie am besten ganz, denn ihre Schaummacher (die Tenside) verstärken diese Wirkung noch. Ein Gesichtswasser brauchen Sie eigentlich nicht. Wenn Sie eins benutzen, sollte es ohne Alkohol sein. Danach tragen Sie eine fettreiche Creme (Wasser-in-Öl-Emulsion) auf, die die Feuchtigkeit in derHaut hält. Falls Sie lieber eine leichtere Creme verwenden möchten, sollte sie Glycerin oder Hyaluronsäure enthalten, die beide ebenfalls Wasser in der Haut binden können. Wenn Sie zwei, drei Stunden später schon wieder Spannungsgefühle haben, sollten Sie sofort auf eine reichhaltigere Creme umsteigen. Schön für reife Haut sind Cremes mit Kalzium, die helfen können, die natürliche Hautbarriere zu erhalten (z.B. von Lancôme oder Daniel Jouvance). Im Winter ist Ihre Haut bei langen Spaziergängen und beim Outdoor-Sport mit einer fettreichen Creme am besten geschützt. Scheint die Sonne, sollte sie zusätzlich einen UV-Filter haben.

Zum Schönmachen: Nehmen Sie eine pflegende Grundierung, die speziell für trockene Haut gemacht ist. Meistens enthalten diese Foundations nur sehr wenig Puderpigmente, denn Pigmente saugen Fett auf und trocknen die Haut aus. Falls Sie einen stark deckenden Effekt wünschen, sollten Sie Ihre Foundation in mehreren Schichten auftragen. Tipp von Avène-Kosmetikerin Joïlle Nonni, die sich auf Problemhaut spezialisiert hat: Vor dem Schminken das ganze Gesicht mit einer reichhaltigen Creme etwa drei Minuten lang in kleinen Kreisen massieren. Anschließend die überschüssige Creme mit einem Papiertuch abnehmen. Jetzt ist die Haut gut durchblutet, sieht praller aus, und das Make-up bleibt viel länger schön. Beim Schminken sollten Sie lieber cremige als pudrige Produkte nehmen (z.B. Cremerouge, Cremelidschatten). Die lassen sich viel besser verteilen und geben Ihrer Haut einen gesunden Schimmer.

Extra-Tipp: Bodycremes ziehen besser ein, wenn man sie gleich nach einer warmen Dusche oder dem Bad auf die abgetrocknete Haut aufträgt. Körperöle (oder Babyöl) können Sie sogar direkt auf der nassen Haut benutzen, dann speichert sie die Feuchtigkeit am besten. Alternative für nur leicht trockene Haut: eine Pflegemilch, die Sie schon unter der Dusche auf die nasse Haut auftragen und anschließend den Überschuss abspülen (von Vichy).

SOS: Was tun, wenn die Haut spannt und schuppt? Jetzt hilft eine Gesichtscreme mit Urea (Harnstoff ), das die hauteigene Feuchtigkeit bindet. Trockene und juckende Haut an Beinen, Rücken und Bauch beruhigt sich mit einem Spray mit Polidocanol (z. B. von Eucerin). Oder Sie nehmen ein Vollbad mit einem rückfettenden Öl-Zusatz speziell für trockene Haut (z.B. von Hermal). Manchen Frauen fehlen auch bestimmte Fettsäuren, um eine schützende Hautbarriere aufzubauen. Sie können Kapseln mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren schlucken, die die Lipidbildung fördern, die Hautbarriere stärken und so vor Austrocknung schützen. Großflächige Schuppungen und Rötungen sollte ein Hautarzt behandeln. Der Übergang zwischen trockener Haut und Neurodermitis ist zum Beispiel fließend. Auch kleine schuppende Stellen, die nicht abheilen wollen (z.B. an den Augenlidern oder um Leberflecke herum), sind Fälle für den Dermatologen.

Im Überfluss: Fettige Haut

So erkennt man fettige Haut: Nase und Stirn glänzen schon kurz nach dem Waschen. Oft erweiterte Poren auf der Nase, neigt zu Mitessern und Pickeln. Dieser Hauttyp kommt am häufigsten bei jungen Frauen vor.

Reinigung und Pflege: Obwohl fettige Haut robust und unempfindlich wirkt, sollten Sie sie sanft behandeln. Das Wichtigste ist, sie gründlich und schonend zu reinigen. Waschen Sie sich morgens und abends mit einem seifenfreien Waschgel - nicht öfter, denn das macht die Haut nicht reiner, wie eine Studie der Harvard Medical School gezeigt hat. Ein- bis zweimal pro Woche tut ein Peeling gut, weil es Mitessern vorbeugt. Nicht zu heftig rubbeln, denn das begünstigt Entzündungen. Danach ein Gesichtswasser mit Salicyl- oder Milchsäure benutzen, das gegen verstopfte Poren hilft. Wenn Sie zu Mitessern neigen, lassen Sie sie am besten alle paar Wochen von einer gut ausgebildeten Kosmetikerin entfernen. Auch fettige Haut sollten Sie bei Bedarf eincremen, denn Heizungsluft, Sonne oder Akne-Medikamente entziehen ihr Feuchtigkeit - besonders im Winter. Benutzen Sie dann nur leichte Fluids oder Gele, die nicht fetten und Wirkstoffe gegen Unreinheiten enthalten, z. B. Milchsäure (Eucerin), Retinaldehyd (Avène) oder Lipo-Hydroxysäure (La Roche-Posay). Bonus: In vielen Feuchtigkeitslotionen für fettige Haut stecken mattierende Pigmente, die den Glanz hinauszögern.

Zum Schönmachen: Eine mattierende Grundierung nimmt der Haut den Glanz, Unreinheiten und gerötete Stellen lassen sich mit einem Concealer abdecken. Anschließend losen Puder überstäuben - so hält das Make-up länger. Kompaktpuder sind nicht so gut, weil sie meist eine fettige Grundlage haben. Fängt die Haut tagsüber wieder an zu glänzen, kann man nachpudern - aber nicht zu oft, denn dann wird das Make-up fleckig. Besser sind dann Puderblättchen, die das überschüssige Hautfett aufsaugen (z. B. von Clinique).

Extra-Tipp: Mitesser können die Eingänge der Talgdrüsen dehnen, so dass sie als erweiterte Poren sichtbar bleiben. Dauerhaft verkleinern lassen sie sich dann leider nicht mehr. Aber sie können sich kurzfristig wieder etwas zusammenziehen, zum Beispiel wenn man ein Gesichtswasser mit Alkohol benutzt. Auch mit silikonhaltigen Make-ups oder Cremes, die mit lichtreflektierenden Pigmenten wie ein Weichzeichner wirken, erscheinen sie vorübergehend unauffälliger.

SOS: Was tun, wenn Mitesser und Pickel sprießen? Vor allem cool bleiben. Mit einer guten Abdeckcreme fallen auch größere Haut-Katastrophen nicht auf. Akute Entzündungen bessern sich, wenn man nachts ein beruhigendes Gel aufträgt, beispielsweise mit Zink oder Niacinamid. Langfristig können intensive Peelings (z. B. Mikrodermabrasion) die Haut normalisieren. Außerdem sollten Sie prüfen, ob Ihre Pflege wirklich zu Ihrer Haut passt: "Viele Akne-Patienten tragen selbst zu ihren Hautunreinheiten bei, indem sie zu schwere Cremes benutzen", sagt Prof. Dr. Ingo Worret, Dermatologe an der TU München. Nehmen Sie darum immer nur extra für fettige Haut ausgelobte Produkte. Wenn "für normale und Mischhaut" oder "für alle Hauttypen" draufsteht, ist es wahrscheinlich nicht das Richtige für Sie. Auch Sonnencremes fürs Gesicht sollten möglichst fettfrei sein. Haben Sie häufiger Pickel, dann sollten Sie nicht lange selbst daran herumprobieren, sondern zum Dermatologen gehen - sonst drohen Narben. Der Hautarzt kann Cremes mit Retinoiden verschreiben, die die Talgproduktion nachhaltig reduzieren. Allerdings müssen Frauen dann auf sichere Verhütung achten, denn diese Mittel dürfen während der Schwangerschaft nicht genommen werden.

Die Besondere: Mischhaut

So erkennt man Mischhaut: Die Haut auf Nase und Stirn glänzt ein paar Stunden nach dem Waschen, dort neigt sie auch zu Mitessern. An den Wangen spannt die Haut oder zeigt Trockenheitsfältchen. Reinigung und Pflege: Eigentlich bräuchten Sie für Ihre verschiedenen Hautpartien unterschiedliche Pflegeprogramme - doch das wäre ziemlich umständlich! Versuchen Sie es darum mit Produkten, die Ihren trockenen Partien Feuchtigkeit spenden, aber nicht fetten. Waschen Sie sich mit einer pHneutralen Reinigungslotion. Wenn Sie mögen, tupfen Sie Nase, Kinn und Stirn anschließend mit einem Gesichtswasser gegen Unreinheiten ab - sparen Sie Wangen und Hals aus. Auch Masken oder Peelings für fettige Haut können Sie gezielt in der T-Zone anwenden. Anschließend eine leichte Feuchtigkeitslotion im ganzen Gesicht verteilen.

Zum Schönmachen: Cremen Sie Ihre Trockenzonen mit einer etwas reichhaltigeren Creme ein - dann können Sie anschließend eine mattierende Grundierung im ganzen Gesicht benutzen. Falls Sie kein Make-up nehmen möchten, können Sie auch ein mattierendes Gel für die T-Zone ausprobieren. Genauso zuverlässig verhindert loser Puder den Glanz. Für die Wangen passt Cremerouge.

Extra-Tipp: Auch am Körper haben viele Frauen trockenere (Beine) und fettigere Partien (Rücken). Dann funktioniert die gleiche Strategie wie im Gesicht: möglichst sanft reinigen (mit Duschgel und Shampoo für empfindliche Haut) und wo nötig ab und zu ein Körperpeeling machen. Anschließend nur die trockenen Partien eincremen.

SOS: Was tun, wenn die Haut stellenweise schuppt und spannt - und woanders glänzt und voller Mitesser ist? Bei extremen Unterschieden zwischen T-Zone und Wangen- bzw. Augenpartie wird's etwas aufwändiger: Gehen Sie öfter mal zur Kosmetikerin, um Unreinheiten auf Nase, Stirn und Kinn vorzubeugen. Sie können auch ab und zu ein Peeling oder Reinigungs-Strips für diese Partien verwenden, damit sich verstopfte Poren öffnen. Cremen Sie Ihre T-Zone gar nicht oder nur mit extra für fettige Haut ausgelobten Lotionen ein. Für Wangen, Hals und Augenpartie brauchen Sie eine Creme für trockene Haut. Produkte mit Urea (Harnstoff ) sind auch für Sie bestens geeignet, denn dieser Wirkstoff steckt oft in leichten, fettarmen Formulierungen.

Die Diva: Empfindliche Haut

So erkennt man sie: Bei manchen Cremes haben Sie das Gefühl, dass sie auf Ihrer Haut brennen oder pieksen. Auf einige Produkte reagiert sie mit Rötungen. Auch Deos können Auslöser sein und schuppende Stellen hervorrufen. Reinigung und Pflege: Je schlichter die Pflege, desto besser. Denn je weniger Inhaltsstoffe Sie auf Ihre Haut bringen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie gereizt reagiert. Es macht Sinn, eine komplette Pflegeserie zu benutzen, weil sich die Zutaten wiederholen. Gut sind Serien mit beruhigendem Thermalwasser. Bewährt haben sich auch Meersalz-Bäder. Cremes und Lotionen sollten möglichst in Pumpspendern oder Tuben mit winzigen Öffnungen stecken, denn dann braucht man ihnen weniger Konservierungsmittel zuzusetzen als in offenen Tiegeln. Meiden Sie Cremes und Peelings mit Fruchtsäuren, Salicylsäure und Retinol. Auch duftende Seifen, Cremes und Lotionen sollten Sie lieber nicht benutzen. Ganz wichtig: Lassen Sie sich vor jedem Kauf Proben mitgeben, damit Sie testen können, ob Sie die Produkte vertragen.

Zum Schönmachen: Selbstverständlich können Sie Make-up benutzen, allerdings sollten die Produkte speziell für empfindliche Haut entwickelt sein. Dann enthalten sie weniger Konservierungsstoffe und kaum oder gar kein Parfüm. Im Idealfall probieren Sie Wimperntusche, Foundation und Lidschatten aus, bevor Sie sie kaufen. Neigt Ihre Haut zu Rötungen, können Sie diese mit grünlichen Lotionen und Concealern (z.B. von Eucerin, La Roche-Posay oder Avène) perfekt abdecken.

Extra-Tipp: Die Haare statt mit Shampoo mit Wascherde reinigen. Überschüssiges Hautfett und Schmutzpartikel lassen sich gut ausspülen, und das ohne Schaummacher, die reizen können. Mit etwas Öl ergibt Wascherde eine beruhigende Maske.

SOS: Was tun, wenn die Haut sich rötet? Setzen Sie alle Produkte ab, die mit den betroffenen Stellen in Berührung gekommen sind. Warten Sie ein paar Tage, bevor Sie wieder eine Kosmetik benutzen. Eine Lotion mit Panthenol oder Cremes mit Süßholzwurzel-Extrakten lassen Rötungen abklingen. Falls es nicht besser wird, sollten Sie zum Hautarzt gehen. Rötet sich die Haut erst ein bis zwei Tage, nachdem Sie ein Produkt benutzt haben, sollte ein Allergologe testen, welche Kosmetik-Zutaten Sie künftig besser meiden.

Produktion: Birgit Potzkai Text: Martina Behm Fotos: Werner Wallington Haare und Make-up: Amelie Holmberg/Bigoudi Wäsche: La Perla BRIGITTE Heft 03/2006

Wer hier schreibt:

Martina Behm
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