Im Interview: Auf diese Hautpflege-Rituale schwören die Profis

Welche Pflegeroutinen bringen wirklich etwas? Auf welche Wirkstoffe können wir nicht verzichten? Wir haben die Expertinnen von Paula's Choice, Gründerin Paula Begoun und Dermatologin Dr. Barbara Franz zum Haut-Talk getroffen.

Brigitte.de: Frau Begoun, wie kamen Sie auf die Idee, Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen zu recherchieren und eine Hautpflegemarke aufzubauen? 

Paula Begoun: Meine Suche nach den richtigen Inhaltsstoffen entstand aus meinem eigenen Bedürfnis. Ich litt mit 11 Jahren unter Akne. Je mehr ich über Kosmetik gelernt habe, umso mehr verstand ich, wie schlecht die meisten Hautpflegeprodukte formuliert waren. Daher beschloss ich, mein Wissen zu teilen und ein Buch herauszubringen. Meine Hautpflege-Linie entstand dann nach einigen Jahren und mehreren Bestsellern, nachdem Freunde und Familie mich baten, mein Wissen in die Entwicklung von Produkten zu investieren. 

Paula Begoun, Gründerin der Pflegemarke Paula's Choice

Auf welche Schritte der Pflegeroutine darf nicht verzichtet werden?

Paula’s Choice Expertin Anna Martinez: So gut wie kein Mensch hat eine perfekte Haut, aber es gibt viele Möglichkeiten den Status Quo der eigenen Haut zu perfektionieren. Eine 5-Schritte-Pflegeroutine, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse, ist ideal. Wer die Routine einfacher halten möchte, sollte zumindest morgens und abends die Basic-Schritte unbedingt einhalten: Reiniger - Peeling - Feuchtigkeitspflege.

Wie sieht diese 5-Schritte-Pflegeroutine aus?

Paula’s Choice Expertin Afrula Repas: Eine gewisse Reihenfolge sollte eigentlich jede Haut einhalten. Dazu gehören folgende Schritte:

  1. Als erstes sollte das Gesicht gereinigt werden. Ein gut formulierter Reiniger entfernt Verschmutzungen und ist die Basis einer jeden Pflegeroutine.
  2. Das Auftragen von einem Gesichtswasser wird gerne ignoriert, aber ist nicht zu unterschätzen. Denn es versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und bereitet sie für die nachfolgende Pflege vor.
  3. Als nächsten Schritt empfehlen wir ein Peeling. Schließlich ist das der effektivste Weg. Es entfernt abgestorbene Hautzellen und bringt frische, gesunde Haut zum Vorschein.
  4. Ein Serum mit Antioxidantien und/oder ein Booster schützen die Hautzellen und sind Grundpfeiler der wirksamen Anti-Aging-Pflege.
  5. Als letztes sollte natürlich eine Pflege mit viel Feuchtigkeit aufs Gesicht aufgetragen werden. Eine reichhaltige Creme pflegt und versorgt die Haut mit anderen Nährstoffen.

Die Hautpflege-Expertinnen von Paula's Choice: Afrula Repas und Anna Martinez

Fakten & Mythen. Was stimmt und was ist totaler Unfug? 

Paula Begoun: Fakt ist: Täglicher Sonnenschutz ist immer zu 100% wichtig, egal wo man lebt. Wichtig ist auch, dass irritierende Inhaltsstoffe vermieden werden. Wirkungsstarke Inhaltsstoffe wie Antioxidantien spielen beim Schutz unserer Haut vor Verschmutzung und Zeichen der Hautalterung eine besondere Rolle.

Es gibt eindeutig viel zu viele Mythen, um hier alle aufzulisten. Aber einige halten sich hartnäckig. Darunter sind zum Beispiel, dass sich die Haut an Produkte "gewöhnt". Auch ein Mythos ist, dass natürliche Inhaltsstoffe immer besser seien oder, dass Hautpflege-Produkte basierend auf Ihrem Alter ausgewählt werden sollten.

All das stimmt einfach nicht. Schließlich versorgen gut formulierte Produkte die Haut so, wie sie es braucht - und das auch nach mehreren Jahren. Und natürliche Inhaltsstoffe sind nicht automatisch besser als synthetische, da sie oft Allergien auslösen können. Pflege sollte immer nach dem individuellen Hauttyp ausgewählt werden, anstatt blind den Marketing Versprechen der Kosmetik-Marken zu vertrauen.

Wie sehr beeinflusst der Wirkstoff Vitamin C die Haut?

Dermatologin Mag. Jur. Dr. Barbara Franz: Vitamin C kommt aus der Gruppe der Antioxidantien, also hat die Eigenschaft, Zellschäden zu reparieren, welche täglich in unserer Haut durch Sonne, Staub oder Nikotin und Alkohol entstehen. Es ist ein toller Wirkstoff, den man in andere Pflegeprodukte beimengen kann.

Paula Begoun: Es gibt keinen einzigen Super-Wirkstoff, der alles kann, sondern vielmehr viele verschiedene Inhaltsstoffe, die zusammenwirken. Aber wie schon Frau Dr. Franz erwähnt, ist Vitamin C in jeder Form ein Super-Antioxidant. Booster wie zum Beispiel das "Resist C15 Super Booster" können dabei helfen, die Haut wieder zu festigen, Linien und Falten zu reduzieren und sie vor Schadstoffen zu schützen. 

Anti-Aging-Pflege, die schnell einzieht: "Resist C15 Super Booster" von Paula's Choice, 20 ml ca. 53 Euro, ab dem 14. September in Deutschland erhältlich.


Welcher ist der Anti-Aging-Wirkstoff schlechthin? 

Afrula Repas: Wenn ich mich für einen einzigen entscheiden müsste, würde ich Retinol sagen. Um die Haut zu bekommen, die man sich wünscht, ist jedoch eine wirksame Pflegeroutine entscheidend. 

Dr. Barbara Franz: Sonnenschutz – es gibt nichts Besseres zur Erhaltung junger, gesunder Haut. Wichtig ist, dass man den LSF wetterunabhängig verwendet. Zudem sind Vitamin A (Retinol) und Vitamin C wichtig im Kampf gegen die Falten. Man muss sich absolut nicht für einen entscheiden, eher können die Wirkstoffe kombiniert werden. 

Auf was können Sie persönlich bei Hautpflege nicht verzichten?

Anna Martinez: Ganz klar, ich kann nicht mehr ohne meine chemischen Peelings leben. Erst durch diese habe ich festgestellt, wie schön gepflegt und weich meine Haut sein kann. Ich war ganz begeistert von dem Strahlen meiner Haut.

Ihre fünf Pflege-Tipps für eine faltenfreie Haut!

Dr. Barbara Franz: Es gibt einige Schritte, die man unbedingt befolgen sollte, damit die Haut gesund und straff erscheint.
Da wäre erstens die Reinigung morgens und abends, zweitens niemals ohne Abschminken ins Bett und drittens Sonnenschutz mit hohem LSF, am besten 50 +.
Zusätzlich sollte abends eine abgestimmte, reichhaltige Pflege verwendet werden, um Faltenbildung vorzubeugen. Hier auf wertvolle antioxidative Zusätze wie Vitamin C oder Retinol setzen!
Natürlich sollte man auch ausreichend viel und erholsam schlafen.

Dermatologin Mag. Jur. Dr. Barbara Franz im Gespräch mit BRIGITTE.de.


Die meisten ihrer Produkte sind geruchslos. Warum arbeiten Sie nicht mit Geruchsstoffen?

Paula Begoun: Seit Beginn habe ich darauf verzichtet, meinen Produkten Duftstoffe hinzuzufügen, da sie die Haut irritieren. Im Laufe der Jahre wurde dies weiter bestätigt und zwar nicht nur für synthetische, sondern auch für natürliche Duftstoffe - sogar kleine Mengen können bereits schädigen.

Anna Martinez: Duftstoffe haben nur einen Nutzen, nämlich angenehm zu riechen. Und die meisten Menschen suchen sich tatsächlich danach ein Produkt aus. Für die Haut gibt es keinerlei Vorteile. Ganz im Gegenteil, sie kann dadurch sichtbar und unsichtbar gereizt werden. Nicht immer sieht die Haut sofort gerötet aus oder beginnt zu jucken. Manche Schädigungen werden erst Jahre später sichtbar. 


Wer sich unsicher ist, welche Produkte am besten zum individuellen Hauttyp passen, kann sich gern kostenlos hier beraten lassen.

KaHe

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