Herrenkosmetik: Unser Redakteur war im Spa

Eine tiefenwirksame Gesichtsmassage? Hatte BRIGITTE-Redakteur Jan Gritz noch nie. Bis jetzt. Unsere Termine für Herrenkosmetik übernimmt er ab sofort mit Freude.

Herrenkosmetik: Darf es eine Gesichtsmassage sein?

Ob ich nicht auch mal zu einem Pressetermin gehen wollte, wo neue Cremes und so auf der eigenen Haut ausprobiert werden, fragen die Kolleginnen aus dem Beauty-Ressort? Es ginge um eine revitalisierende Männerserie von Decléor, da könnten sie ja schlecht selbst hin, und so eine Rundumbehandlung mit Maske und Gesichtsmassage würde mir bestimmt nicht schaden. Was soll das denn heißen?

Aber vielleicht haben sie recht, in Hamburg ist gerade Pollenalarmstufe Rot und ich fühle mich scheiße. Fiebrig, verquollen und einfach nur schlappschlappschlapp. Ich gebe sicher ein verdammt gutes Vorher-Modell ab. Also gut, gehe ich da mal hin. Eigentlich bin ich seit meiner Kindheit maximal Nivea-User, und ob ich es mag, wenn mir fremde Frauen – oder etwa Männer? – im Gesicht rumfummeln... Ich gehe ja schon ungern zum Frisör. Andererseits: einfach nur rumliegen, Augen zu und sich verwöhnen lassen während der Arbeitszeit ist durchaus ein guter Plan.

Herrenkosmetik: Gesichts-Peeling und Druckpunktmassage

Im Wellnessbereich des Luxushotels ist es angenehm kühl und vor der Kosmetikerin muss ich mich nun wirklich nicht fürchten. Sie ist sehr nett, zierlich und hat auch schöne Hände – na dann mal los. Ich mache es mir auf der Liege gemütlich, sanfter Eso-Pop plätschert im Hintergrund, ich schließe die Augen, die Show beginnt. Zuerst kriege ich heiße Tücher aufs Gesicht gelegt. Sie duften dezent exotisch, mein Gesicht und ich entspannen sofort, mein Puls switcht auf Stand-by-Modus. Jetzt bloß nicht einschlafen, sonst kann ich hinterher nichts erzählen. Die Sorge ist unbegründet, denn es folgt ein kühles Gesichts-Peeling, das ganz sanft einmassiert und wenig später noch sanfter wieder weggetupft wird – das fiebrige Gefühl gleich mit. Und jetzt kommt das Beste: eine Druckpunktmassage für Kopf und Gesicht. Jedes Mal, wenn ein neuer Punkt gedrückt wird, durchfließen mich kühle Kribbelströme. Jetzt bitte genau zwei Zentimeter weiter Richtung Ohren drücken, denke ich noch, in dem Moment passiert genau das. Etwas höher zu den Schläfen, bitte. Sehr gut danke. Wie das klappt... Ich glaube, ich kann meine Kosmetikerin durch transzendentale Meditation oder etwas ähnlich Übernatürliches fernsteuern. Wahrscheinlich ist es umgekehrt und sie manipuliert mich, doch das ist mir so was von egal: Mein Akku lädt. Ich könnte das noch ewig aushalten, aber ich bin ja erstens nicht zum Spaß hier, und zweitens noch nicht fertig.

Herrenkosmetik: Algen und Öle

Wie ich wohl mit der Algenmaske im Gesicht aussehe, die mir nun aufgetragen wird? Meine Kinder würden sich schlapp lachen, meine Kolleginnen bestimmt auch, aber ätsch, Fotos von mir als lebende Moorleiche wird es nicht geben. Die Maske riecht irgendwie japanisch, jedenfalls stelle ich mir vor, dass japanisch so riecht: elegant, meeresfrisch, minimalistisch. Während der Einwirkzeit werden meine Hände geknetet. Ich wusste gar nicht, wie gut das tut, aber Hände haben nun mal eine sehr sensible Direktleitung ins Gehirn, und das bekommt über diesen Umweg eine Streicheleinheit. Nach der Gesichtsmaske gibt es noch eine Feuchtigkeitscreme auf mein deutlich erfrischtes Gesicht und eine Tüte Proben von Decléor mit auf den Rückweg in die Redaktion. Die werde ich zuhause alle ausprobieren. Vor allem das Gel-Mousse Rasage Express aus der Men-Skincare-Serie, das die Haut mit „ätherischen Ölen von Gewürznelke, Eukalyptus und Pfefferminze schützt und erfrischt.“

Ich bin nämlich seit heute ein richtig sensitiver Hauttyp. Die Sache mit dem Creme-Puritanismus ist jedenfalls vorbei. Ab sofort, liebe Kolleginnen, möchte ich mindestens jede Woche so einen PR-Termin

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