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Massagen aus aller Welt


In deutschen Spas liegen exotische Massagen voll im Trend, vom "Java Touch" aus Indonesien über "Wambo Mambo" aus Australien bis zur Behandlung mit ayurvedischen Kräuter- säckchen. Doch Vorsicht, diese Behandlungen könnten süchtig machen!

Reinigungsritual für schöne Haut

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Massagen sind wahre Alleskönner: Sie bauen Stresshormone ab, senken den Blutdruck und vertiefen den Schlaf. Sie lösen Verspannungen, kurbeln Durchblutung und Stoffwechsel an, bringen die Lymphe in Schwung, straffen die Haut, lindern Schmerzen und verbessern die Abwehr. Und sind Streicheleinheiten für die Seele. Eine (noch nicht veröffentlichte) Studie an zwei Berliner psychiatrischen Kliniken ergab, dass einstündige Ganzkörper-Behandlungen sogar das Selbstvertrauen heben können und dabei helfen, ein neues Körpergefühl zu entwickeln. Die Heilkraft der Berührung ist weltweit bekannt, jedes Land hat seine ganz eigenen überlieferten Rituale – hier ein Überblick über die sechs schönsten Massagen, die zur Zeit bei uns angeboten werden.

Lomi lomi: Hula-Zauber aus Hawaii

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Ursprünglich war "Lomi lomi" (auf Polynesisch soviel wie "reiben, drücken, kneten") ein mehrtägiges Tempelritual, das der "Einweihung" diente und für alle Beteiligten mit Beten und Fasten verbunden war. Es durfte ausschließlich von auserwählten Kahunas (Priestern) zelebriert werden. Auch, um negative Emotionen wie Angst und Ärger in den Griff zu bekommen, die als Ursache von Krankheit angesehen wurden. Neben der Massage des Bauches gilt das besondere Augenmerk dem Rücken, der nach dem Glauben der Kahunas die "Zukunft" widerspiegeln soll. Die Berührungen auf der nackten Haut laufen nicht nach einem vorgegebenen Schema ab, sondern folgen der Intuition. Mit Handflächen und Ellbogen bearbeitet der Lomi-lomi-Therapeut im Hula-Rhythmus die Haut und löst mit ausladenden, sanft fließenden Streichbewegungen jegliche Anspannung. Noch effektiver: sich in die Hände von zwei synchron arbeitenden Masseuren zu begeben. Dabei wird man an Schultern und Hüften leicht angehoben und sanft geschaukelt. Südseeklänge und der Duft von Frangipaniblüten fördern das Hawaii-Feeling. Wieder wach, fühlt man sich leicht und beschwingt, wie auf Wolken. Dauer 1–2 Stunden, Kosten ca. 75 bis 120 Euro.

Adressen: Institut HawaiiSteinkirchner Str. 1082166 GräfelfingTel.089/854 45 93 oder www.instituthawaii.de

Klaus AssmannFalkenhorst 3522159 HamburgTel. 040/644 03 33

Beauty & Wellness Spa im "Marriott Hotel"Berliner Str. 9380805 MünchenTel. 089/36 00-28 14.

Buchtipp: "Lomi lomi Nui" von K. Assmann, Aurum Verlag, 12,80 Euro

Java-Touch: Knetkur mit Kokosöl

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Die Streichelmassage stammt aus Bintan, einer kleinen Insel vor Singapur. Wie überall in Indonesien gibt es auch dort tagelange Hochzeits-Zeremonien zur "Reinigung" der Braut (Lulur), die aufwändig gebadet und gesalbt wird. Dazu gehört auch "Java-Touch", ein Mix aus Peeling und supersofter Massage. "Wir rühren eine frische Paste aus Kokos- und Jojobaöl an und kneten sie 50 Minuten lang in Millimeterarbeit in die Haut ein", erklärt Swantje Droessel, Managerin und Inhaberin der "Spa Futuresse"-Spas in München und Hamburg. Die feinen Kokosflakes, die in der Paste stecken, haben einen leichten Peeling-Effekt. Gleichzeitig wird die Haut mit einem samtigen Schutzfilm überzogen – ideal für trockene Haut, gerade jetzt im Winter. Verspannungen werden mit viel Fingerspitzengefühl weggestreichelt. Dauer 50–60 Minuten, Kosten ca. 100 Euro.

Adressen: "Spa Futuresse" im "Le Méridien"Bayerstraße 4180335 MünchenTel. 089/24 22 10 90

"Le Royal Méridien"An der Alster 52–5620099 HamburgTel. 040/21 00-10 40 oder www.cityspa.de

Java-Lulur-Rituale z. B. im "Lindner Grand Hotel Beau Rivage"InterlakenTel. 0041/33/826 70 07Lindner Hotels & AlpenthermeLeukerbadTel. 00 41/27/472 10 00 oder www.lindner.de

Buchtipp: "Asien Spa" von Ginger Lee und Christine Zita Lim, Christian Verlag, 24,90 Euro

Thai-Massage: Drucksache aus Fernost

Die traditionelle, 2500 Jahre alte Heilmethode (auch "Nuad") wird auf einen Zeitgenossen Buddhas zurückgeführt und kam von Nordindien über Umwege nach Thailand. Vielleicht erklärt das den ungewöhnlichen Mix aus Yoga-Übungen, Akupunkt- und Reflexzonenmassage. Wie alle Asiaten gehen auch die Thais davon aus, dass im Körper Lebensenergie zirkuliert, die über Energiebahnen mit den Organen verbunden ist. Staut sie sich, wird man krank. Um sie in Fluss zu bringen, werden bestimmte Energiepunkte von den Füßen an aufwärts unter vollem Körpereinsatz stimuliert. Die Masseure setzen dazu Hände und Füße, Ellbogen und Knie ein und machen ordentlich Druck auf die so genannten Sên-Punkte. Dabei werden – im Liegen oder Sitzen – Arme und Beine gedehnt und gestreckt, wie beim Yoga. Nur dass man selbst passiv bleibt. Auch wenn es manchmal so aussieht, ist die Thai-Massage alles andere als eine Hauruck-Methode. Im Gegenteil: Der Masseur führt die Bewegungen besonders langsam und konzentriert aus, um ein Gespür für die Dehnfähigkeit der Muskeln zu bekommen und Zerrungen zu vermeiden. Hinterher fühlt man sich wunderbar locker und gestärkt. Dauer 90–120 Minuten, Kosten ca. 50 bis 75 Euro. Adressen: Renate KrackowStresemannallee 8622529 HamburgTel. 040/51 31 05 58

"Althea" House of WellnessCaffamacherreihe 1620355 HamburgTel. 0 40/34 96 05 96 oder www.althea-wellness.de

Nuad Thai AkademieAuenstr. 3180469 MünchenTel. 089/18 70 37 47 oder www.nuad-thai.de

"Side Hotel"Drehbahn 4920354 HamburgTel. 040/30 99 90.

Buchtipp: "Traditionelle Thai-Massage" von Rudolf Theelen und Nicole Wetzler, Irisiana Verlag, 14,95 Euro.

Herbal Spa: Thailändischer Wärme-Kick

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Eine heiße Sache ist "Herbal Spa" oder "Pantei Luar" (wörtlich soviel wie "auf zu neuen Ufern"), eine Methode, die ihre Ursprünge im alten Siam und im indischen Ayurveda hat. Dazu werden Limettenstückchen, Kokosraspel und ein exotischer Gewürzmix in ein faustgroßes Baumwollsäckchen gefüllt und über Wasserdampf erhitzt. Dann klopft die Therapeutin zunächst mit einem oder zwei dieser "Kräuterstempel" die Haut ab, ehe sie entlang der Energiebahnen sanft kreisend massiert: erst den Rücken, dann die Vorderseite, wobei man die Wärme an verspannten Stellen besonders deutlich spürt. Die Kissen haben innen eine Temperatur von 50 bis 60 Grad, außen liegt sie knapp über der Hauttemperatur (unter 45 Grad), "Verbrennungen kann man sich dabei nicht zuziehen", beruhigt Dr. Dr. Bernhard Uehleke, Arzt für Naturheilkunde und Spezialist für Phythotherapie an der Charité-Hochschulmedizin Berlin. "Die Wärme tut auf der Haut gut – sie kurbelt den Hautstoffwechsel und die Durchblutung an, entfaltet aber auch weitere reflektorische Wirkungen." Durch die geöffneten Poren können Wirkstoffe (straffende Zitronensäure zum Beispiel) besser eindringen. Und die Aromen wirken zusätzlich wie ein natürlicher Tranquilizer. Dauer ca. 60–90 Minuten, Kosten ca. 90 Euro (Teilbehandlungen ca. 42 Euro/30 Minuten).

Adressen: Kosmetikinstitute über Klapp Cosmetics GmbHTel. 056 02/ 93 59 28.

Haslauer GmbHTel. 086 54/48 87-22 oder www.reiteralm.de "Kurhotel Am Kurfüstlichen Schlösschen"Kurfürstenstr. 3456864 Bad BertrichTel. 026 74/94 40.

Rundlingsdorf SagasfeldTel. 058 62/172 51 oder www.sagasfeld.de

Wambo Mambo: Power-Massage aus Australien

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Von den australischen Aborigines übernommen wurde "Wambo Mambo". Klingt soft und verspielt, doch der Name täuscht: hier wird hart durchgegriffen. Mit einer Holzrolle walkt der Masseur verspannte Muskeln kräftig durch, rollert sie regelrecht weich – einmal in Richtung Muskelfaser, einmal quer dazu. Effekt: Die Muskeln werden flexibler und geschmeidiger, Verspannungen sind anschließend wie weggeblasen. Die Rollerkur heizt dem Körper ein, die Durchblutung wird stark angekurbelt. Zur Belohnung und damit sich die gerötete Haut wieder beruhigen kann, wird danach mit einem flauschigen Fellhandschuh sanft gestreichelt. Der Kontrast ist himmlisch, und man fühlt sich hinterher topfit. Dauer 60 Minuten, Kosten ca. 100 Euro.

Adressen: "Spa Futuresse" im "Le Méridien"Bayerstr. 4180335 MünchenTel. 089/24 22 10 90 oder www.cityspa.de

Ab Frühjahr auch im "Le Royal Meridien"An der Alster 5220099 HamburgTel. 040/21 00-10 40

Klangmassage: Good Vibrations aus Nepal

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Klangschalen, die aus bis zu zwölf Metallen (vor allem Messing) bestehen, wurden ursprünglich von nepalesischen und tibetischen Mönchen verwendet, um die Meditation einzuläuten. Besinnlich wirkt auch die daraus entwickelte Form der Klangmassage. Dazu werden ein bis drei Schalen auf dem Rücken bzw. der Vorderseite des Körpers platziert und mit einem Klöppel sanft angeschlagen: die schwerste Schale (tiefer Ton) auf dem unteren Rücken, die leichteren Schalen (hoher Ton) auf den Schultern und Universalschalen (wabernder Klang) an den Gelenken. Die "Klangreise" beginnt meist an den Füßen oder am unteren Rücken, danach ist die Bauchseite dran. Sobald man die Töne spürt, durchfährt einen ein wohliger Schauer. Der Schall löst sanfte Vibrationen aus, die sich im ganzen Körper wellenartig ausbreiten – ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein Kreise zieht. Indem die Klänge den Körper in Schwingung versetzen, lösen sie Verspannungen. Sie sollen aber auch direkt aufs Unterbewusstsein zielen und dort für positive Energien sorgen. Auch wenn man sich Letzteres schwer vorstellen kann: Die Klänge helfen auf jeden Fall, negative Gedanken loszulassen, man kann sich auf Probleme während der Massage garantiert nicht konzentrieren. Dauer ca. 45–60 Minuten, Kosten ca. 35 bis 40 Euro.

Adresse:Institut für Klang-Massage-TherapieOrtheide 2927305 UenzenTel. 042 52/24 11 oder www.klang-massage-therapie.de

Buchtipp: "Klangschalen für Gesundheit und innere Harmonie" von Peter Hess, Ludwig Verlag, 10,95 Euro.

Fotos: Sonja Tobias Produktion: Merle Rebentisch Text: Marina Knippel Haare und Make-up: Sabine Wicker/ Liganord

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