Milien? Das kannst du gegen den Hautgrieß tun!

Kennst du diese kleinen weißen Pickelchen, die meist rund ums Auge auftreten? Man nennt dieses kosmetische Problem MILIEN. Wir verraten, was du tun kannst, wenn dich die weißen Körnchen stören.

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Was sind Milien?

Das Phänomen der weißen Knötchen rund ums Auge kennen viele. Milien werden auch als Hautgrieß oder Grießkörner bezeichnet. Streng genommen sind Milien kleine weiße Zysten, die vornehmlich im Gesicht – meist im Bereich der Augen – , aber auch am gesamten Körper (inklusive Genitalbereich), auftreten können.

Sie sind aber keine Hautkrankheit, sie sind nicht gefährlich, sondern ein rein kosmetisches Problem und können mit den richtigen Methoden entfernt werden. Auch wenn sie harmlos sind, stören die weißen Knötchen einfach. Gerade junge Frauen haben häufig Milien im Gesicht. Darin steckt eine Mischung aus Talg und Keratin. Sie fühlen sich daher recht fest an und werden im Laufe der Zeit härter. 

Warum entstehen Milien?

Mediziner unterscheiden zwischen Primären Milien und Sekundären Milien. Bei Primären Milien bildet sich der Hautgrieß ohne ersichtlichen Anlass. Betroffen ist meist das Gesicht und die klassische Zone rund ums Auge. Ein Zusammenhang mit Hormonen wird zwar vermutet, ist aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Denn Frauen bekommen Milien häufig im Rahmen des Menstruationszyklus oder während der Wechseljahre. Primäre Milien treten meist an den Schweißdrüsen-Ausgängen auf oder an den Follikeln von Haaren, sie heilen nicht von selbst wieder ab. Wer sich daran stört, kann sie von einem Dermatologen entfernen lassen.

Sekundäre Milien entstehen durch Hautverletzungen. Kleine Schnitte, Aufschürfungen, aber auch Sonnenbrand oder Entzündungen können Hautgrieß verursachen – und zwar genau an der Stelle, an der die Haut verletzt wurde. Manchmal bilden sich Milien auch, nachdem eine Gürtelrose (Herpes zoster) abgeheilt ist. Die Sekundären Milien heilen nach einigen Woche oft von selbst wieder ab.

Was kann man gegen Milien tun?

Wenn ihr nur wenige Milien habt, die nicht direkt am Auge sitzen, kann eine gute Kosmetikerin oder ein Dermatologe die Zysten mit einem kleinen Messer oder einer kleinen Injektionskanüle anritzen und ausdrücken.

Sitzen die weißen Grießkörnchen nah am Auge oder sind es größere Ansammlungen, sollte definitiv der Dermatologe ran. Ein Hautarzt kann die Pickelchen auch mit einem speziellen Laser, dem Erbium Laser, entfernen, indem er die oberste Hautschicht abträgt. Die Haut bildet keine Krusten und verheilt meist innerhalb weniger Tage, ohne dass sich darunter noch Zysten befinden. Nach einer solchen Behandlung sollten die Patienten unbedingt einen Sonnenschutz verwenden, denn die neu gebildete Haut ist extrem empfindlich.

Auf keinen Fall selbst an dem Hautgrieß herumdrücken, das kann schmerzhaft sein und tatsächlich zu Narben führen. 

Wie kann ich Milien vorbeugen?

Wer zu Milien neigt, sollte seine tägliche Hautpflege anpassen und die Haut täglich gründlich reinigen. Keinesfalls stark mechanische Reinigungspartikel wie Peelings mit Kernen, Salzen oder Schalen nutzen, sie reizen die Haut zu stark und regen die Talgproduktion zusätzlich an.
Prima eignet sich zur schonenden Reinigung eine Gesichtsbürste, die es mit unterschiedlichen Aufsätzen für Hauttypen gibt. Ein Reinigungsgel, das auch gegen Pickel hilft, kann abends das Gesicht von Unreinheiten und Make-up-Rückständen befreien.

Ein Peeling mit Fruchtsäure entfernt abgestorbene Hautzellen und Talg ebenfalls gründlich, ist aber nichts für sehr empfindliche Haut. Die verträgt besser ein Enzympeeling, das abgestorbene Hautzellen ganz sanft ohne mechanische Reibung sondern nur durch Eiweißspaltung löst. Chemische Peelings wie das mit Salicylsäure oder Alpha-Hydroxysäure (AHA), sind in der Lage, die Porengröße zu verfeinern und Hautunreinheiten zu verbessern, sie sind allerdings wirksam in den tieferen Hautschichten und sollten deshalb nur von einer Kosmetikerin oder von einem Hautarzt durchgeführt werden. Der verwendet chemische Peelings mit einer höheren Konzentration (mehr als 30%).

Grießkörner - Hautpflege kann sie nur bedingt verkleinern

Das solltet ihr beachten, wenn Milien bereits in der Haut entstanden sind: 

  • Die Haut vor Sonne schützen, denn bei zu viel UV-Licht können die Körnchen sich verschlimmern. Auch im Winter einen UV-Schutz verwenden, viele Cremes enthalten einen integrierten Sonnenschutzfilter, der zwischen 15 und 25 SPF liegt. Die Sonnencreme sollte nicht zu fetthaltig sein, da sie sonst die Poren weiter verstopfen kann. Fürs Gesicht deshalb lieber ein Sonnenschutzgel verwenden.
  • Was die Haut aufweicht, öffnet die Poren. Verhärtungen von Keratin können sich durch Gesichtsdampfbäder oder mit warmen Kompressen lösen. Kamille oder Heilerde sind Zusätze, die der Haut dann gut tun.
  • Falsche Pflege kann Milien tatsächlich begünstigen. Zu reichhaltige Cremes können die Poren verstopfen. Pflegeserien mit Melissenextrakten tut unreiner Haut und verstopften Poren generell gut. Allerdings kann keine Gesichtscreme eine Wunderwirkung bei Milien vollbringen. Besonders bei Primären Milien nicht. Die kann nur ein Dermatologe entfernen.
  • Bevor der Hautarzt einen Laser ansetzt, kann man es mit Retinol- oder Cortisonsalben versuchen. Selbst bei hartnäckigen Milienansammlungen können Cortison und Retinol gute Erfolge erzielen.

Diese Hausmittel setzen dem Hautgrieß zu 

Sanfte Peelings tragen die Hautschüppchen und Verstopfungen der obersten Hautschicht ab. Und da wir gern auf Mikroplastik und andere chemische Zusätze verzichten, holen wir uns die Hilfe direkt aus der Natur.

  • Peeling hilft, die oberste Hautschicht abzutragen und somit auch die Milien zumindest oberflächlich kleiner zu machen. Ein Zuckerpeeling mit Olivenöl und Honig passt zu jedem Hauttyp und löst kleinste Verhornungen auf sanftem Weg. 
  • Apfelessig soll bei kleinen Milien tatsächlich helfen können. Wichtig ist, den Apfelessig nicht direkt auf die Haut auzutupfen, sondern ihn mit ein bisschen Wasser zu verdünnen. So kann die Säure die Haut nicht reizen.
  • Frisches Aloe Vera Gel hilft, die Poren der Haut zu öffnen und wirkt insgesamt entzündungshemmend. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Morgen mit lauwarmem Wasser abspülen, auch bei Milien wohltuend.

Milien bei Babys – verschwinden sie von selbst wieder?

Neugeborenenakne und Milien haben die gleiche Ursache. Vor allem Jungen bekommen oft gleich nach der Geburt Milien. Denn während der Schwangerschaft  sind Babys natürlich mit den Hormonen der Mutter in Kontakt.

Nach der Geburt normalisiert sich der Hormonhaushalt der Babys dann wieder, die Millien heilen innerhalb von rund sechs Wochen nach der Geburt von alleine und vollständig ab. Sind die Pickelchen stark ausgeprägt, sollte der Kinderarzt einmal abchecken, ob es sich nicht um eine andere Hauterkrankung wie zum Beispiel einen Hautpilz handelt.

Teaserbild: Shutterstock/vchal

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Milien - ein kosmetisches Problem
Milien? Das kannst du gegen den Hautgrieß tun!

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