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Moritz Bleibtreu & Co. über Männerpflege


Wird von Männern mittlerweile genauso viel Beauty-Einsatz erwartet wie von Frauen? Drei Schauspieler und zwei Sänger über Männerpflege, Intimrasur, Haarausfall und Männlichkeit.

Moritz Bleibtreu

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BRIGITTE: Wir testen jetzt erst einmal Ihr Beauty-Know-how, Herr Bleibtreu.

Moritz Bleibtreu: Oha, na, dann mal los.

BRIGITTE: Was ist Concealer?

Moritz Bleibtreu: Klingt wie eine Katzenart.

BRIGITTE: Und was ist ein Hollywood Cut?

Moritz Bleibtreu: Eine Intimrasur bei Frauen, so ähnlich wie ein Brazilian Cut, oder?

BRIGITTE: Was ist ein Facial?

Moritz Bleibtreu: Eine Gesichtsbehandlung.

BRIGITTE: Sie sind gerade vierzig geworden. Schon mal Anti-Aging-Pflege benutzt?

Moritz Bleibtreu: Nee. Wozu?

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BRIGITTE: Wann haben Sie Ihr erstes graues Haar entdeckt?

Moritz Bleibtreu: Oh, schon vor fünf Jahren. Die fallen auch aus. Kann doch cool aussehen wie bei Bruce Willis zum Beispiel.

BRIGITTE: Denken Sie überhaupt über's Älterwerden nach?

Moritz Bleibtreu: Das Physiologische finde ich nicht schlimm, eher das Psychologische. Wenn man vierzig ist und denkt, wenn ich achtzig werde, ist das jetzt die Hälfte.

BRIGITTE: Junge Männer rasieren oder trimmen sich am ganzen Körper. Wie halten Sie das?

Moritz Bleibtreu: Ich finde diese Form von Androgynität befremdlich. Viele meiner Freunde sind Südländer, die haben so viel Behaarung, die hätten den ganzen Tag nichts anderes zu tun.

BRIGITTE: Also rasieren Sie sich nur die Barthaare - wie Sie es uns im Werbespot für Braun-Rasierer vorführen?

Moritz Bleibtreu: Genau. Männer rasieren sich den Bart und fertig. Da stehe ich voll hinter, weil Braun eine Marke ist, die mich mein ganzes Leben schon begleitet hat. Das erste Taschenradio von Braun zum Beispiel hatte genauso cooles Design wie der Rasierer.

BRIGITTE: Schon mal im Männer-Spa gewesen?

Moritz Bleibtreu: Mein Männer-Spa ist ein See. Da springe ich rein und lasse mich danach von meinem Sohn einbuddeln.

Matthias Schweighöfer

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BRIGITTE: In der Komödie "Keinohrhasen" muss Ihre Filmfigur Moritz ein Intim-Waxing über sich ergehen lassen. Selbst auch schon mal dagewesen?

Matthias Schweighöfer: Nein. Würde ich auch nie machen. Das muss doch saumäßig weh tun, oder?

BRIGITTE: Und Frauen? Müssen die überall glatt rasiert sein?

Matthias Schweighöfer: Man hat sich daran gewöhnt und fände es eventuell komisch, wenn es nicht so wäre. Aber stören würde es mich nicht, wäre mir ehrlich gesagt schnurzpiepe.

BRIGITTE: Im Film "Rubbeldiekatz", der im Dezember anläuft, verkleiden Sie sich als Frau. Wie fühlt sich das an?

Matthias Schweighöfer: Auf Highheels laufen war herrlich, aber anstrengend. Und Augenbrauen zupfen, verdammte Scheiße, das tut echt weh.

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BRIGITTE: In Hollywood lassen sich Männer im Namen der Schönheit operieren. Eine Option für Sie?

Matthias Schweighöfer: Ich will mein Leben nicht damit zubringen, meine Schönheit zu erhalten, das kostet eindeutig zu viel Kraft.

BRIGITTE: Sie zählen derzeit zu Deutschlands heißesten männlichen Schauspielern. Wie erdet man sich bei so viel Erfolg?

Matthias Schweighöfer: Ich ziehe meine Kraft aus ganz simplen Dingen wie Marmelade kochen, im Teich schwimmen oder Pommes Frites im Freibad essen. Meine Tochter Greta und ich waren neulich am See und haben wie die Bekloppten mit Stöcken nach Wasserschnecken gesucht. Sehr lustig war das.

Eugen Flittner

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BRIGITTE: Plötzlich berühmt - stylt man sich jetzt anders, falls man auf der Straße erkannt wird?

Eugen Flittner: Ich habe schon immer viel Wert auf meinen Style gelegt. Meine Wuschelfrisur geht ganz schnell, da knete ich eine Portion Wachs rein und fertig.

BRIGITTE: Also geht's fix im Bad?

Eugen Flittner: Na ja. 40 Minuten mit Duschen, Gesichtscreme, Lippenpflege, Rasieren, Aftershave. Meine Augenbrauen zupfe ich immer, sieht scheiße aus, wenn die zusammenwachsen.

BRIGITTE: Rasieren sich die Männer und Frauen Ihrer Generation eigentlich alle komplett am Körper?

<antwort name = "Eugen Flittner">Die meisten. Ich stutze aber auf der Brust nur ein bisschen, ganz glatt sieht unmännlich aus. Unter den Armen trimme ich, ist hygienischer, und im Intimbereich kommen die Haare weg, aber nie ganz glatt. Da bin ich aber eher die Ausnahme.

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BRIGITTE: Haben Sie ein Styling-Vorbild?

Eugen Flittner: Zac Efron hat häufig coole Looks. Ich hatte die Haare auch lange so bubibmäßig ins Gesicht wie er. Ich verändere einfach gern ab und zu meinen Haarstyle.

Heiner Lauterbach

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BRIGITTE: Früher der geborene Macho - und heute?

Heiner Lauterbach: Ich habe mich nie als Macho gesehen, aber es werden ja immer diese Schubladen aufgezerrt. Ich bekomme heute oft den Stempel "vom Saulus zum Paulus", weil ich mein Leben von jetzt auf gleich geändert habe mit Viktoria. An die Stelle des Partylebens traten Familie und Sport.

BRIGITTE: Sie machen rund zehn Stunden Sport die Woche - könnte man das als Suchtersatz bezeichnen?

Heiner Lauterbach: Ich bin ein Suchtmensch. Fünfmal die Woche anderthalb Stunden Ausdauersport, zwei-, dreimal pro Woche radle ich um den Starnberger See, das sind rund 54 Kilometer.

BRIGITTE: Dann bringen Sie jede Menge Körpereinsatz. Gilt das auch für Ihre Schönheitspflege?

Heiner Lauterbach: Ich dusche, benutze Deo, Rasierwasser. Und ich nehme Nachtcreme, seitdem meine Frau mir das aufgetragen hat: die Rosencreme von Dr. Hauschka. Früher war ich schlimm, hab mein Gesicht nach dem Drehen bloß mit Seife abgeschminkt, das war's.

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BRIGITTE: Hat Ihre Nachtcreme eine Anti-Aging-Wirkung?

Heiner Lauterbach: Nein. Das ist doch Humbug. Mein Vater hat immer Nivea-Creme genommen, und ich hab jetzt schon mehr Falten als er.

BRIGITTE: Was denken Sie über Körperbehaarung bei Frauen?

Heiner Lauterbach: Ich weiß nicht, inwieweit mich Haare von einer wahren Liebe abhalten würden, aber ich fand es immer schöner, wenn die Frauen eher unbehaart waren.

BRIGITTE: Angst vorm Älterwerden?

Heiner Lauterbach: Man ist so alt, wie man ist. Allerdings stimme ich auch zu, wenn Joachim Fuchsberger sagt, das Alter sei nichts für Feiglinge.

Johannes Oerding

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BRIGITTE: Waschen, cremen, feilen - was gehört alles zu Ihrem Beauty-Programm, Herr Oerding?

Johannes Oerding: Ich brauche schon 'ne halbe Stunde im Bad. Zahnpflege, duschen, eincremen, Deo und natürlich Parfum, "Hugo Boss Bottle", das benutze ich schon ewig.

BRIGITTE: Und rasieren?

Johannes Oerding: Ich rasiere mich nicht regelmäßig und auch nur trocken, weil ich ganz glatt sehr jung aussehe. Vielleicht ändert sich das mal.

BRIGITTE: Und was ist mit dem Rest des Körpers?

Johannes Oerding: Meine Generation ist rasiermäßig unterwegs, scheint ein Trend zu sein. Ich bin kein Ganzkörperrasierer, als Nacktmull fühle ich mich unwohl. Ich stutze.

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BRIGITTE: Es gibt mittlerweile einige Spas, die Behandlungen nur für Männer anbieten. Würden Sie da reingehen?

Johannes Oerding: Im Hotel auf Tour finde ich es schon geil, sich verwöhnen zu lassen. Ich habe auch schon mal ein Peeling ausprobiert. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mit zwei Schwestern aufgewachsen bin, da lag so was im Badezimmer rum. Bin ich deswegen vielleicht ein eitler Pfau?

BRIGITTE: Gibt es ein Styling-Ritual vorm Auftritt?

Johannes Oerding: Nee, ich gehe so auf die Bühne, wie ich auch privat bin. Bloß mit meinen Haaren bin ich sehr pingelig. Die stlye ich lieber selbst, ich lasse mir ungern in die Haare greifen.

BRIGITTE: Auf welchen Frauentyp fliegen Sie?Johannes Oerding: Es gibt ja nur eine Frau für mich... Ich mag generell Frauen, die selbstbewusst sind, das ist ein Muss. Die Sängerin Pink finde ich zum Beispiel attraktiv.

Fotos: Jan Rickers Produktion: Sarah Harms Text: Stefanie Höfle Ein Artikel aus der BRIGITTE 23/11

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