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Null-Therapie Wenn die Haut eine Auszeit braucht

Periorale Dermatitis zeigt sich vor allem um Nase und Mund herum
Periorale Dermatitis zeigt sich vor allem um Nase und Mund herum
© Shutterstock
Jedes Jahr im ausklingenden Herbst geht es los. Meine Haut schlägt Alarm. Jedes Jahr versuche ich wieder, dagegen anzucremen. Im letzten Herbst war aber alles anders. Ich erzähle euch hier, warum ich eine dermatologische Auszeit verschrieben bekommen habe. Eine Null-Therapie für die Haut quasi.

Wir pflegen und cremen, wir peelen und seifen. Was wir damit im Sinn haben: stets das Beste für unsere Haut. Dass das aber auch ganz schön nach hinten losgehen kann, das muss ich am eigenen Leib – oder eher in meinem eigenen Gesicht – erfahren. Jahr für Jahr. Schön ist das nicht. Im Gegenteil. 

Viel hilft viel – meiner Haut leider nicht

Ich merke es sofort. Es juckt, es spannt, es kratzt, es brennt. Um die Nase herum geht es los, weitet sich dann aus in Richtung Mund und Kinn. Irgendwann kann man es auch sehen. Rote Stellen, teilweise sogar entzündet, Pusteln, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch ganz schön weh tun. Das schlägt aufs Gemüt, und so versuche ich gegenzusteuern. Mit Cremes – natürlich den ganz teuren aus der Apotheke. Natürliche Pflegestoffe, Thermalwasser, Kortison, ich habe alles ausprobiert. Mit dem Effekt, dass es immer schlimmer wird. Und so erfolgt wie in jedem Jahr der obligatorische Gang zum Hautarzt. Von Pilz über Ekzem bis hin zu Neurodermitis – ich habe schon viele Diagnosen bekommen. Ob eine davon treffend war? Möglich. Geholfen hat mir das bisher aber nicht, ebenso wenig wie die Mittel(chen), die ich nutzen sollte. 

Im vergangenen Jahr bin ich dann zu einem anderen Hautarzt gegangen, der eine ganz und gar andere Diagnose stellte: periorale Dermatitis, auch Mundrose genannt. 

Periorale Dermatits betrifft viele Frauen

Über 86.500 Einträge finden sich bei Google zum Suchbegriff "periorale Dermatitis". Dr. Google klärt genau über Ursachen, Symptome und Behandlung auf. Doch wirklich hilfreich ist die Flut an Informationen darüber für mich nicht, vor allem, weil das Phänomen periorale Dermatitis zwar gut erforscht, aber dennoch sehr individuell ist. So können die Ausprägung, die Ursachen sowie die Behandlung ganz unterschiedlich sein. Was mein Arzt mir im letzten Jahr als erste und wichtigste Behandlung riet: eine Null-Therapie.

Null Kosmetikprodukte, null Reinigung, null Pflege. Sechs Wochen lang. Mindestens.

Denn eine periorale Dermatitis kann durch die vermehrte Nutzung von Pflegeprodukten verschlimmert werden. 

Alles auf Null(-Therapie)

Die teure Lotion gegen Rötungen, die ich mir kurz vor dem Arztbesuch zugelegt hatte, entsorgte ich ungeöffnet, auch von meiner daily Skincare Routine verabschiedete ich mich. Und stellte mich schon mal auf das spannende, juckende, kratzende Gefühl ein, das ich nach jeder Gesichtsreinigung habe. Angenehm ist das nicht. Und ich kann euch sagen: Besser wurde es erst nach einigen Wochen. Durchhalten war die Devise. Ich cremte nicht mehr, ich nutzte zur Reinigung ausschließlich Wasser, auch auf Make-up, Puder, Foundation und Co. verzichtete ich weitestgehend. Wochenlang.

Bye, bye rote Stellen?

Bis heute – mein Arztbesuch ist fast fünf Monate her – benutze ich kaum Cremes. Ich versuche es immer mal wieder mit Ölen, etwa reinem Kokosnussöl. Mit dem Ergebnis, dass die roten Stellen wieder kommen. Es ist frustrierend, es fühlt sich nicht gut an, aber es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Null-Therapie das einzige ist, was meine periorale Dermatitis in Schach hält. Eine Lösung für die Ewigkeit ist das für mich nicht. Ich möchte irgendwann wieder Cremes benutzen können. Aber bis dahin muss ich offenbar weiter die Null-Therapie befolgen. Und mich dann langsam wieder an Pflegeprodukte herantasten, vielleicht auch mit professioneller Hilfe einer Dermatolog:in. 

Brigitte

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