Anti-Cellulite: An die Oberschenkel, los!

Leserinnen testeten unterschiedliche Anti-Cellulite-Methoden. Im Kampf gegen Orangenhaut probierten sie Anti-Cellulite-Creme, Body-Wraping und Endermologie.

Anti-Cellulite: Methoden im Test unserer Leserinnen

So ganz geschlagen wollen wir uns im Kampf gegen Cellulite nicht geben – auch wenn wir wissen, dass Orangenhaut verdammt hartnäckig ist. Wir haben verschiedene Anti-Cellulite-Methoden testen lassen – von unseren Leserinnen. Außerdem hat uns eine medizinische Expertin zu jeder Methode ihre Einschätzung zur Erfolgsaussicht gegeben. Mehr Objektivität geht nicht.

Alkohol ist schlecht für die Haut

Unsere Expertin: Dr. Tatjana Pavicic

Die Ärztin hat eine Pivatpraxis in München für Dermatologie und Ästhetik und hat uns als Spezialistin für Cellulite-Therapien zu den unterschiedlichen Testmethoden unserer Leserinnen beraten.

Der Anti-Cellulite-Test

Luciana Schmidt aus Röttenbach testete ein Anti-Cellulite-Massagegerät

Die Fremdsprachen-korrespondentin für Englisch und Spanisch wuchs zweisprachig auf, da ihre Mutter Brasilianerin ist. Luciana ist ein großer Make-up-Fan, schminkt sich schon seit der dritten Klasse und zeigt ihre täglichen Looks in ihrem Modeblog www.luziehtan.de. Dass sie Cellulite hat, stellte sie mit 18 fest. Solange man sie mit extravaganten Outfits kaschieren kann, stören die Dellen Luciana nicht.

TEST-METHODE: elektrisches Massagegerät für zu Hause
So funktioniert's: Das Gerät massiert das Bindegewebe, soll die Durchblutung und die Ausscheidung von Giftstoffen fördern. Infrarotwärme soll unterstützend auf das Körperfett einwirken, es erwärmen und so in den Stoffwechsel ableiten. Aufwand: Der Bauch soll zwei bis drei Minuten, Beine und Po fünf Minuten massiert werden. Die Firma empfiehlt, insgesamt nicht länger als 15 Minuten zu massieren.
Erfolgsfaktor: Luciana Schmidt hat das elektrische Massagegerät sechs Wochen lang täglich getestet und empfand vor allem den starken Druck auf die Oberschenkel als unangenehm: "Länger als zehn Minuten wollte ich es nicht anwenden. Leider konnte ich auch nach mehreren Wochen keine Besserung meiner Cellulite erkennen."
Das sagt die Expertin: "Eine leichte Massage kann für einen kurzen Zeitraum die Durchblutung anregen und wie eine Art Peeling das Hautbild verfeinern. Langfristig kann das aber nicht gegen Cellulite helfen."
Kosten: Massagegerät ca. 80 Euro

Christina Altergott aus Hamburg testete Bürstenmassagen

Christina wurde in Kasachstan geboren, wohnt noch bei ihren Eltern und spricht mit ihnen einen charmanten Mix aus Russisch und deutschen Wörtern. Ab April will sie Health Science studieren und später als Gesundheitsberaterin arbeiten. Ihrer Schwäche für Pilmeni, russische Teigtaschen, begegnet sie im Fitness-Studio mit Spinning und Body Pump, einer Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining.

TEST-METHODE: trockene Bürstenmassage, zu Hause angewendet
So funktioniert's: täglich mit kreisenden Bewegungen mit einer Naturhaarbürste über die trockene Haut fahren. Aufwand: 10 bis 15 Minuten täglich, jederzeit und überall durchführbar.
Erfolgsfaktor: Christina hat vier Wochen lang gebürstet, mit wenig Erfolg: "Direkt nach der Massage war die Haut zwar gut durchblutet und sah straffer aus, wenig später war aber wieder alles beim Alten. Ich finde, das kann man sich sparen."
Das sagt die Expertin: "Es kann sich eine Verbesserung der Hautoberfläche ergeben, die aber sofort wieder verschwindet, wenn man die Massage einstellt."
Kosten: ca. 6 Euro für eine Bürste

Tatiana Lisitsina aus Hamburg testete Schallwellen

Die Studentin ist ein zielstrebiger Typ - und weiß jetzt, ob die akustische Wellentherapie in einer Klinik zum Ziel glattere Haut führt.

Ursprünglich kommt die Studentin Tatiana aus St. Petersburg. Um ihr Russisch nicht zu verlernen, besuchte sie jahrelang am Samstag eine russische Schule. Zielstrebigkeit ist ihre Stärke - so konzentriert sich Tatiana auf ihr BWL-Studium, um später "am liebsten Managerin einer großen Firma im Bereich Logistik, Immobilien oder Finanzdienstleistungen" zu werden.

TEST-METHODE: akustische Wellentherapie in einer kosmetischen Klinik
So funktioniert's: Bei der Schmerztherapie fand man heraus, dass energiereiche Schallwellen den Nebeneffekt haben, die Haut zu glätten, Unebenheiten werden gemildert. Auf diesem Prinzip basierend entwickelte man ein Therapiegerät, das Schallwellen erzeugt, die den Stoffwechsel im Fettgewebe anregen sollen. Die Zellmembranen werden kurzfristig durchlässig, und fettspaltende Enzyme können besser ansetzen. 

Aufwand: Eine Sitzung dauert etwa 30 Minuten, je nach Grad der Cellulite sind sechs bis zehn Sitzungen im Abstand von drei bis vier Tagen erforderlich.

Erfolgsfaktor: Tatiana Lisitsina hat mit sechs Terminen einen Zentimeter Umfang an den Beinen verloren: "Die Behandlung ist angenehm, wie eine Massage. Die Haut fühlt sich straffer und glatter an, die Cellulite ist fast ganz verschwunden." 

Das sagt die Expertin: "Diese Methode hilft gegen leichte bis mittlere Cellulite. Die Fettzellen, die dabei gespalten werden, werden durch das Lymphsystem abgebaut. Eventuell können blaue Flecken entstehen, und das Gewebe kann leicht anschwellen." Wichtig: Methoden wie die akustische Wellentherapie und Ultraschall sollten nur von Ärzten in Fachkliniken durchgeführt werden. Die akustische Wellentherapie gibt es erst seit etwa drei Jahren, Langzeitstudien über Nebenwirkungen wurden also noch nicht erhoben.


Kosten: pro Sitzung ca. 60 bis 90 Euro

Usi Jenderko aus Dortmund testete Endermologie

Die gelernte Krankenpflegerin und zukünftige Medizinstudentin aus Dortmund wollte ihre leichte Orangenhaut mit Endermologie loswerden.

Mit Kater Mausi ist Usi Jenderko fast genau so beschäftigt wie mit ihrem Abitur: Er ist dank wilder Eskapaden Stammgast beim Tierarzt. Nach einer Ausbildung zur Krankenpflegerin will sie Medizin studieren. Von Freund Daniel lässt sie sich gern bekochen, am liebsten Sauerbraten. Kalorien interessieren nicht.
TEST-METHODE: Endermologie in einer Klinik für ästhetische und plastische Chirurgie
So funktioniert's: Bei diesem Verfahren rollt ein Behandlungskopf über die Haut, der durch Unterdruck eine Hautfalte ansaugt und zu einer Welle formt. Das Gewebe wird so durchgewalkt. Der Stoffwechsel soll angeregt, das Lymphsystem stimuliert werden. Die Behandlung findet im Liegen statt, es wird ein Ganzkörperanzug übergezogen.
Aufwand: 35 Minuten dauert die Behandlung, sinnvoll sind zwei bis drei Massagen pro Woche, nach zehn Behandlungen noch ein- bis zweimal im Monat.
Erfolgsfaktor: "Ich war zwei- bis dreimal pro Woche zur Behandlung da, aber das Ergebnis der straffen Haut war noch nach Tagen zu spüren. Die Cellulite ist weniger geworden." 

Das sagt die Expertin: "Diese Knetmassage kann auch nicht dauerhaft gegen Cellulite helfen. Sie kann sogar schmerzhaft sein und blaue Flecken verursachen. Eventuell können sich Besenreiser verstärken."
Kosten: pro Behandlung ca. 75 Euro

Fotos: Jan Rickers Produktion: Sarah Harms

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