Ab in die Sommerfrische!

Zeit für Sommerfrische: Falten ausradieren, Pigmentflecken wegwaschen, den Teint polieren - die neuen Peelings sollen glatte Haut bescheren. Was ist dran?

Das Prinzip ist simpel: Damit wir schöne, sommerfrische Haut haben, müssen alte, überflüssige Hautschüppchen verschwinden. Dann können nämlich neue, makellose Zellen ungehindert nachwachsen. Dieser Zellaustausch funktioniert normalerweise ganz von allein – dauert aber leider im Laufe der Jahre immer länger. Und den Tempoverlust sieht man dem Teint auch deutlich an: Er wirkt grau und müde. Wer also lange jung und sommerfrisch aussehen möchte, muss dafür sorgen, dass neue Zellen schneller sprießen. Bei jedem chemischen und mechanischen Peeling geht es genau darum: alte, geschädigte Schichten weg, neue, makellose her. Erwünschte Effekte: feinere Poren, geminderte Fältchen, gleichmäßigerer, glatterer Teint, schnellere Hauterneuerung. Weil das bei Hautärzten gut funktioniert, verzeichnen Kliniken und Praxen einen wahren Boom. Immer mehr Patientinnen machen ihre Ärzte zu Schönheitsberatern. In den USA sind kosmetische Behandlungen bei Dermatologen in den vergangenen fünf Jahren um das Vierfache gestiegen.

Fruchtsäuren light für Sommerfrische

„Resurface Peel“-Set von Lancôme als Kur für 4 Wochen (2x pro Woche) für ca. 155 Euro.

Bisher waren hoch konzentrierte Peelings ausschließliche Domäne der Hautärzte - und das mit gutem Grund. Dermatologen setzen Säuren mit 20- bis 70-prozentiger Konzentration ein, die eine echte Tiefenwirkung haben, aber auch zu Narben oder bleibenden hellen oder dunklen Flecken führen können. Bei der Home-Variante werden dagegen höchstens bis zu achtprozentige Säuren aufgepinselt, Wirkung, aber auch Risiko sind also viel geringer. Dennoch ist Heim-Peel, so Dr. Evelyn Roller, Hautärztin an der Uni-Klinik Düsseldorf, richtig effektiv: "Besonders gute Ergebnisse gibt’s, wenn schon bei ersten Anzeichen von Hautalterung wie kleinen Sonnenschäden oder Minifältchen gepeelt wird." Reifere Haut kann von der Verfeinerung der Poren profitieren, die Haut hat wieder mehr Strahlkraft und Sommerfrische. "Wer allerdings etwas gegen größere Hautprobleme tun möchte, wie Akne, Narben oder tiefere Falten, ist weiterhin beim Arzt gut aufgehoben", sagt die Dermatologin.

Sommerfrische: Feinschliff für zu Hause

Noch vor Laser und chemischen Peelings haben Hautärzte auf die Dermabrasion gesetzt, um z.B. Akne-Haut zu glätten. Dabei wurden die Narben mit einer speziellen Maschine abgeschliffen - ein Eingriff, der buchstäblich unter die Haut ging. Viel oberflächlicher wirkt die so genannte "Microdermabrasion", die in Amerika voll im Trend liegt (direkt hinter Botox) und auch hier immer öfter von Ärzten oder Kosmetikerinnen angeboten wird: Die Haut wird mit feinsten Kristallen quasi "gesandstrahlt", und dabei wird die oberste Hautschicht abgerubbelt. Das tut nicht weh, und die Haut ist anschließend nur leicht gerötet. Auch diese Methode gibt es jetzt für zu Hause, um unerwünschte Verhornungen durch pulverisierte Alukügelchen, Quarzkristalle oder Diamantenstaub abzuschmirgeln. Die Haut soll anschließend weicher, rosiger und feiner aussehen. Dr. Birgit Kunze, Dermatologin in Hamburg, empfiehlt, die Microdermabrasion generell in gewissen Zeitabständen einzusetzen: "Das bekommt fast jeder Haut gut. Sie nimmt hinterher pflegende und heilende Wirkstoffe viel besser auf. Das gilt auch für empfindliche Haut - sie kann durch so ein Peeling sogar robuster werden." Die Produkte sollten aber immer kurmäßig und nicht im Dauerbetrieb angewendet werden. Längere Peel-Pausen sollten im Sommer liegen. Denn nach jeder Behandlung nimmt die Lichtempfindlichkeit zu. Stärkerer Sonnenschutz ist hinterher ein Muss.

Doppel-Trick

"Peel Microabrasion" von Vichy als 3-Wochen-Kur für ca. 55 Euro. Ab April.

Doppelt hält besser - nach der Methode gehen die Wissenschaftler von Vichy vor. Beide bewährten Schälmethoden sollen zusammenwirken: Microdermabrasion und chemisches Peeling. Das Anti-Age-Set "Peel Microabrasion" enthält vier Produkte. Zuerst wird eine Creme mit Alukristallen einmas-siert (Microdermabrasion) und wieder abgewaschen. Dabei wird die Haut schon mal etwas glatter gerubbelt und zugleich vorbereitet auf Schritt zwei: Eine Peeling-Lösung mit 4-prozentiger Glycol- und 0,5- prozentiger Milchsäure wird mit einem Tuch aufgetragen. Nach kurzer Einwirkzeit ist Schritt drei dran: Neutralisieren der Säure mit Thermalwasser. Zum Schluss kommt eine Anti-Age-Tagespflege mit Vitamin C und Lichtschutz (LSF 15) drauf. Für diese Vier-Phasen-Behandlung braucht man einmal die Woche etwa zehn Minuten Zeit im Bad.

Text: Vera SandbergBRIGITTE 06/05
Themen in diesem Artikel