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Sonnenschutzmittel: Die besten Innovationen 2020

Sonnenschutzmittel: Drei Frauen beim Sonnen
© Jan Rickers
Klar teilen wir die Liege gern mit den Sonnenschutz-Innovationen 2020! Pflegend, umweltfreundlich und sehr unkompliziert sind sie die besten Bodyguards für eine heiße Sommerzeit.

Wir Deutschen sind Sonnenanbeter. Und gewiss kennst auch du diesen Impuls: Sobald sich die ersten warmen Strahlen des Jahres durch die Wolkendecke schummeln, schließt du automatisch die Augen, hebst dein Gesicht zum Himmel und genießt die wohlige Wärme …

Doch halt! Hast du dich vorab eingecremt? Ja, es nervt, dauernd daran erinnert zu werden. Deshalb haben wir für diese Saison auch gute Nachrichten im Gepäck: Die Kosmetikunternehmen und viele Wissenschaftler, die jedes Jahr aufs Neue daran arbeiten, die Formulierungen von Sonnenschutz zu verbessern, sind damit richtig weit gekommen: Schützende Cremes müssen nicht mehr klebrig sein und vor fetthaltigen Inhaltsstoffen strotzen, sodass sie Unreinheiten provozieren oder das sorgfältig aufgetragene Make-up ruinieren. Die aktuellen UV-Filter machen so richtig Spaß. Also runterscrollen und rein ins Sonnencreme-Universum!

BRIGITTE-Beauty-Redakteurin Abenaa Namslau

"Mit meiner dunklen Haut hielt ich mich für gut geschützt – bis ich mit 27 meinen ersten Sonnenbrand bekam. Seitdem setze ich im Sommer auf LSF 50+, immer!"

Basiswissen Eincremen 

Voller Euphorie willst du loscremen, doch mit welcher Pflege beginnen? Wenn du einen Sonnenschutz mit chemischem Filter verwendest, ist es egal, ob du ihn vor oder nach der Tagescreme aufträgst. Wichtig ist nur, dass du die erste Schicht vollständig einziehen lässt, bevor die nächste folgt. So kommen sich keine Wirkstoffe in die Quere. Mineralische Filter dagegen sollten immer zuletzt aufgetragen werden, damit die Partikel ihre Arbeit machen können und nicht als eine Art Türsteher den Inhaltsstoffen der Tagespflege den Zugang in deine Haut verwehren.

Schnelles Schutzschild 

Du bist pragmatisch und willst vor allem, dass es morgens schnell geht? Dann sind getönte Sonnencremes richtig für dich. Ganz gleich, welchen Anspruch du bisher an deine Foundation hattest – die neuen pigmentierten Sonnenschutzprodukte können locker mithalten! Es gibt sie als Serum, als leichte, ölfreie oder reichhaltige Creme, als Stick oder in Puderform, mit Satinoder mattem Finish – und in allen möglichen Abdeckungsstufen.

"Bibione, Strandreihe 25, Tiroler Nussöl – das ist meine Sonnen-Kindheitserinnerung. Heute wechsle ich sogar die Straßenseite, wenn mir die Sonnenstrahlung zu stark ist."

Der flüssige Sonnenhut 

Große Strohhüte sehen toll aus, und ja, Caps sind cool. Aber mal ehrlich: Hast du am Strand oder beim Joggen tatsächlich immer eine Kopfbedeckung auf? Wahrscheinlich nicht. Gerade wer eine Frisur mit Scheitel trägt, eher feines und dünnes oder raspelkurzes Haar hat, muss seine Kopfhaut schützen. Denn wie für Gesicht oder Körper gilt auch für den Kopf: Starke UV-Strahlung und erst recht Sonnenbrand können zu ernsthaften Erkrankungen führen wie etwa Hautkrebs. Außerdem gehört der Kopf, wie die Nase und die Schultern, zu den sogenannten "Sonnenterrassen", jenen Stellen, die bei Sonnenschein besonders viel UV-Strahlung abbekommen. Doch Sonnencreme dick auf die Kopfhaut zu geben und strähnige Haare in Kauf nehmen – das kann auch keine Lösung sein! Was dann? Lange tüftelten Wissenschaftler an der Entwicklung des idealen Sonnenschutzes für die Kopfhaut: Er sollte einen höheren Faktor als 15 haben, transparent sein und sich trotz der störenden Haare gut verteilen. Er sollte nicht fetten, keine Rückstände hinterlassen und natürlich vor der Sonne schützen: Hurra, dieser Tag ist da! Packe die Hüte ein und die neuen UV-Fluids für die Kopfhaut aus (z. B. Dermasence). Die ultraleichten Texturen – trotz LSF 30 – schützen deine Haut ab sofort ohne zu schmieren, zu fetten oder die Haare zu verkleben.

Nie wieder Sandpanade 

Schnapp dir deine Sonnenbrille und lege dich gut eingecremt in den warmen Sand. Das geht jetzt, ohne dass du danach aussiehst wie ein paniertes Schnitzel! Die ganz neuen Cremes mit Anti-Sand-Effekt haben eine leichte Textur, ziehen extra schnell ein und kleben nicht einmal. So hat etwa Eucerin die "Dry Touch"-Formel entwickelt. In diesem Sommer kannst du also dein Traumschloss bauen, wenn auch nur aus Sand ... Auch fürs Gesicht sind die ölfreien Formeln eine Wohltat, besonders bei Mischhaut oder eher fettigem Teint. Den mattieren in vielen Cremes zudem Lipid-absorbierende Puderpartikel.

BRIGITTE-Beauty-Assistentin Isabel Fisch

"Sommer ist der Geschmack frisch gepflückter Erdbeeren. Da ich auf den Feldern nie einen Sonnenbrand bekam, cremte ich bis 17 nie. Inzwischen bin ich klüger."

Das Blaue aus dem Schatten 

Manche Gegner verstecken sich gut und bleiben lange unbemerkt, so wie das High-Energy-Visible-Light, das HEV-Licht. Es blieb völlig unentdeckt, dass seine Strahlung, auch als blaues Licht bezeichnet, unserer Haut erheblichen Schaden zufügen kann. Denn alle Aufmerksamkeit zogen die schädlichen UVA- und UVB-Strahlen auf sich. Doch auch blaues HEV-Licht gelangt in die unteren Schichten der Haut, die sogenannte Dermis, erzeugt dort oxidativen Stress und wirkt daher negativ auf die Zellen. Zwar entsteht durch das energiereiche HEV-Licht kein Sonnenbrand. Doch kann es Falten und Pigmentflecken begünstigen und die natürliche Hautschutzbarriere schwächen. Das macht die Haut angreifbar für noch mehr schädliche Umwelteinflüsse. Um dem vorzubeugen, solltest du beim Kauf deiner Pflege darauf achten, dass vor allem reichlich Antioxidantien darin enthalten sind, denn sie schützen die Zellen vor freien Radikalen. Zu den Antioxidantien gehören zum Beispiel Vitamin C, Purslane oder Resveratrol. Auch Carotinoide schützen die Haut vor dem blauen Licht. Gut zu wissen: Der Bildschirm von digitalen Geräten wie Handy oder Computer kann ebenfalls blaues HEV-Licht abgeben!

BARBARA-Beauty-Ressortleiterin Heike Rheker

"Ferien waren für mich als Kind: Sandburgen bauen auf Sylt. Entsprechend hatte ich immer einen tiefbraunen Rücken und war auf dem Bauch weiß wie ein Kätzchen."

Schwimmen mit gutem Gewissen

Wir wollen nicht, dass sich eine dunkle Wolke über deinen Badeurlaub legt. Aber bitte denke vorm Cremen auch an die Riffe und Meeresbewohner. Die vertragen Sonnencreme schlecht, doch Schätzungen zufolge landen jedes Jahr rund 14 000 Tonnen davon im Wasser! Studien zeigen, dass einige chemische UV-Filter wie Oxybenzon und Octinoxat die Organismen in den Ozeanen übel schädigen und sogar das Erbgut von Fischen und Korallen verändern können. Als einer der Ersten hat der US-Bundesstaat Hawaii ein Verbot dieser Filter erlassen, es gilt ab Anfang 2021. Glücklicherweise haben mehrere Kosmetikhersteller ihre Rezepturen inzwischen umgestellt. Woran man die Guten erkennt? Achte auf Kennzeichnungen wie "Reef-Friendly" (z. B. Lavera) oder "Ocean-Protect" (z. B. Caudalie). Solche Produkte enthalten biologisch abbaubare Inhaltsstoffe oder setzen auf mineralische Filter. Bevor du jetzt an Geisha-weiße Gesichter denkst – es hat sich einiges getan. Die mineralischen Pigmente legen sich zwar weiterhin auf die Haut, um Strahlen zu reflektieren und uns so vor ihnen zu schützen. Aber die Rezepturen werden immer leichter und die Pigmente sind mit speziellen Ummantelungen versehen, die sie kaschieren – für die Meere ist das nur gut.

Beauty-Redakteurin Angela Schöneck

"Wir verbrachten viele Sommer in den USA und sahen zusammen lustig aus: mein Vater tiefbraun, meine Mutter knallrot und ich, gut eingecremt, irgendwas dazwischen."

Psst, weitersagen ... 

... Im Schatten treffen uns immer noch über 30 Prozent der UV-Strahlen, da also auch fleißig cremen.

... High Noon: Von 11 bis 15 Uhr ist die Sonne zu intensiv: ab in den Schatten!

... Eyecatcher: Sonnenbrille auf! Sie schützt die Netzhaut und beugt Fältchen vor.

... Haarige Sache? UV-Sprays stoppen Spliss und bewahren den Farbton.

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BRIGITTE 09/2020

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