Tagescreme mit LSF – perfekt für den Frühling?

Wie praktisch! Tagescreme mit LSF schützt uns vor der Frühlingssonne und an bedeckten Sommertagen – ohne eine dicke Schicht Sonnencreme auftragen zu müssen. Aber ist das wirklich so schlau, jeden Tag mit UV-Filtern unsere Haut zu belasten?

Tagescreme mit LSF – ist das die perfekte Idee, uns durch einen Frühlingstag zu begleiten?

Tagescremes mit UV-Schutz werden mittlerweile von fast jedem Kosmetikhersteller angeboten. Prima, denn wer möchte schon täglich Sonnencreme benutzen, obwohl die Frühlingssonne noch hinter Wolken hängt und wir den Tag vor dem Computer verbringen? Aber wir wissen: Der Schutz vor Sonnenstrahlen ist im Kampf gegen Hautkrebs und Falten unabdingbar. Und deshalb klingt es auch so logisch, die Haut täglich mit einem leichten Schutz zu umhüllen. Aber ist das tatsächlich eine gute Idee?

Gesichtscremes mit UV-Schutz enthalten durchaus umstrittene Inhaltsstoffe. Ihre Filter nämlich. Außerdem können wir sie nicht so dosieren, dass der versprochene Schutz tatsächlich eingehalten wird!

Warum steht Tagescreme mit LSF (SPF) in der Kritik?

  • Die UV-Filter von Tagescremes mit Lichtschutzfaktor stehen in Verdacht, wie Hormone zu wirken. Die Filtersubstanzen können laut Margret Schlumpf, Umwelttoxikologin aus Zürich, in den Körper gelangen. Sie wurden sogar in Muttermilch nachgewiesen. Schlumpf warnt davor, dass wir noch viel zu wenig darüber wissen, wie diese Filter im Körper wirken. Weitere Untersuchungen haben Spuren der Filter im Urin, Blutplasma und Sperma nachgewiesen.
  • Ein weiterer Minuspunkt: In einigen Cremes stecken PEG/PEG-Derivate. Diese stehen in Verdacht, die Haut für Fremdstoffe durchlässiger zu machen.
  • In einigen Cremes finden sich halogenorganische Verbindungen. Diese werden verdächtigt, allergen zu wirken.
  • Sechs Produkte wurden außerdem positiv auf Aluminium getestet. Die Menge liegt allerdings noch innerhalb der Richtwerte.
  • Außerdem wird die Wirkung angezweifelt. Für den vollen Sonnenschutz benötigt ein Erwachsener zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut. Für das Gesicht braucht man also etwa einen Teelöffel. So viel Gesichtscreme verwendet man in der Regel aber nicht. Bringt dann der Filter überhaupt etwas?

Mit oder ohne? Was empfiehlt der Dermatologe?

Aber ist eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor nicht ideal, um uns vor Falten zu bewahren? Schlau ist es, den Sonnenschutz der jeweiligen Jahreszeit anzupassen. Im Sommer braucht man einen viel höheren Schutz als im Winter. Erst eine Tagescreme ohne LSF aufzutragen und dann die Sonnencreme der Jahreszeit, dem Hauttyp und der Tagesplanung anzupassen. Und: Sehr niedrige Lichtschutzfaktoren bringen überhaupt nichts - hier kann man sich den Filter definitiv sparen. 


Auch Prof. Dr. Volker Steinkraus, Leiter des Dermatologikums Hamburg, betont gegenüber BRIGITTE.de:

"Wer in geschlossenen Räumen arbeitet, braucht keinen UV-Schutz in seiner Tagescreme. Wenn überhaupt, wäre bei einem Arbeitsplatz am Fenster ein UVA-Schutz relevant und kein UVB-Schutz, wie in den meisten Tagescremes enthalten. Denn nur UVA-Strahlen dringen durch das Fensterglas. Ich betone seit vielen Jahren, dass die üblichen Tagescremes UV-Schutz-frei sein sollten."

Grundsätzlich raten Experten, mineralische Filter chemischen vorzuziehen. Der weißelnde Effekt wurde bei den meisten Produkten verbessert. Wenn mineralische Filter nicht weißeln, sind sie allerdings meist in Nano-Größe. Das muss allerdings seit 2013 auf der Packung deklariert werden. Dazu informieren wir in unserem Artikel "Nanopartikel in Sonnencreme". 

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