Tierischer Autor: Mops Sir Henry

Mops Sir Henry darf nicht auf die Frankfurter Buchmesse. Obwohl er dort sein Buch präsentieren will. Dass Sir Henry selbst ein Mops ist, findet Frauchen und PR-Lady Uschi Ackermann, kann kein Grund für ein Eintrittsverbot sein.

Mops Sir Henry

"Hier schreibt der Mops" (Kosmos, 14,95 Euro)

Mops Sir Henry fühlt sich diskriminiert - und zwar zu recht. Da verfasst man ein autobiographisches Buch über sein aufregendes Leben, offenbart intime Geheimnisse vom Leibgericht Wiener Würstel bis zum Lieblings-Mäntelchen, bellt der Presse kühn entgegen, macht Männchen vor den Kameras - und was passiert...?

Man wird von seiner eigenen Buchpremiere ausgeladen. Und alles bloß, weil man ein Hund ist, genauer gesagt ein Mops! Aber das Winseln hilft nichts: Der Pressesprecher der Frankfurter Buchmesse, (15. - 19. Oktober) Thomas Minkus, ist unerbittlich: "Wir können unsere Regel nicht einreißen lassen, sonst müssten wir Alligatoren, Falken und Pferde in die Hallen lassen - die kommen auch alle in Büchern vor. Henry kann gern einen Lesungstermin in unserem Außenzelt beantragen, kein Problem."

Korrekte Mops-Pflege

Uschi Ackermann, versierte PR-Frau, Lebensgefährtin von Feinkost-Papst Gerd Käfer und Besitzerin von Mops Sir Henry sieht das anders: "So ein Blödsinn, Henry ist der Verfasser des Buches, er muss doch anwesend sein auf seiner eigenen Premiere". Skandalös findet das auch die Frankfurter Bild-Zeitung und lichtete den prominenten Mops Sir Henry vor den Messehallen ab, Artikelüberschrift "Ich will hier rein" - Ex-Kanzler Gerhard Schröder lässt grüßen. Was genau macht das Hundeleben von Mops Sir Henry eigentlich so spannend, dass es ein ganzes Buch füllt? In "Hier schreibt der Mops" (Kosmos, 14, 95 Euro) gibt Sir Henry (mittels "Hundeflüsterin" und Co.-Autorin Renate Schramm) Tipps zur korrekten Mopspflege - z. B. zum Welpenkauf, zu Krankheiten und Ernährung. Und die scheint wohl ihre Raffinessen zu haben im Gegensatz zu anderen Kläffern.

Mops Sir Henry

"Möpse sind gar keine Tiere, sondern kleine Menschen", so Ackermann. Mit dieser Ansicht ist die tierliebe Society-Lady nicht allein. Gleich eine ganze Ausstellung widmet das Landesmuseum Mainz der witzigen Rasse: "Mops-Kult - Geheimnisse um ein vergessenes Idol" (26. Oktober 2008 bis 18. Januar 2009). Das Credo der Ausstellung: Da berühmte Menschen wie Jacky Kennedy, Andy Warhol und Queen Victoria vorlaute Möpse ihr eigen nannten, sei der faltige Kläffer mit dem knautschzonenartigen Gesicht ein sicheres Zeichen für guten Stil. Das kann Mops Sir Henry bestätigen - er liebt es, wenn Frauchen Uschi ihn mit eleganten Mäntelchen und funkelnden Halsbändern ausstaffiert (siehe Fotoshow!).

Und wer ist Eröffnungsgast auf der Mainzer Museums-Vernissage? Richtig: "Hier spricht der Mops" - und der heißt Sir Henry. Womit bewiesen wäre, wie recht Vicco von Bülow alias Loriot hat mit seiner Weisheit: "Ein Leben ohne Mops ist möglich - aber sinnlos".

Text: Stefanie Höfle Fotos: Werner Wallington (3), Willi Schneider (2), Fotostudio Urbschat (3), Studioline (1)

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