So gefährlich sollen Wattepads, Tampons & Co. sein

Ob zum Make-up entfernen oder Nagellack abrubbeln – Wattepads gehören zum Standard in fast jedem Badezimmer. Aber Achtung: Die kleinen Beauty-Helfer sollen krank machen.

Wattepads, Tampons und Wattestäbchen finden sich in fast jedem Bad. Umso schockierender, dass diese Produkte uns angeblich schaden sollen.

Grund für die Aufruhr ist eine neue Studie aus Argentinien. Wissenschaftler der Universität La Plata fanden in baumwollhaltigen Produkten den Inhaltsstoff Glyphosat. Und genau dieser Inhaltsstoff soll bei Menschen krebserregend wirken.

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Warum beinhalten die Produkte Glyphosat?

Glyphosat ist eine chemische Verbindung, die in der Landwirtschaft als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt wird. In vielen Ländern, wie zum Beispiel Argentinien, glaubt man schon länger, dass die Chemikalie auf den Menschen krebserregend wirkt.

Trotzdem wird Glyphosat auf Baumwollfeldern versprüht. Denn: Bislang ging man davon aus, dass die Substanz ausschließlich äußerlich auf die Pflanzen wirkt und Schädlinge beseitigt.

Nun vermutet das Forscherteam um Dr. Damián Marino, dass Glyphosat auch dann noch auf den Baumwollfeldern verwendet wird, wenn die Knospen bereits geöffnet sind. So dringt das giftige Produkt auch in die Baumwolle ein, die später zu Produkten wie Wattepads und Tampons verarbeitet wird.

Wie gefährlich ist Glyphosat?

Die Wissenschaftler der Universität in La Plata untersuchten eine repräsentative Menge an baumwollhaltigen Beauty- und Hygieneartikeln, Verbandszeug und Wundmaterial, die es in Argentinien zu kaufen gibt. Das Ergebnis: Fast alle Produkte enthielten den verdächtigen Inhaltsstoff. "85 Prozent der untersuchten Produkte waren Glyphosat-positiv", berichtete Dr. Damián Marino, der Leiter des Forschungsprojektes, gegenüber der argentinischen Nachrichtenagentur "Télam".

In der Vergangenheit untersuchte die Forscheruppe EMISA (Multidisziplinärer Raum für ökologische Interaktion), wie Glyphosat wirkt, wenn es über die Nahrung oder die Luft aufgenommen wird. Das Ergebnis: Der Inhaltsstoff kann krebsfördernd wirken.

Wie die Substanz als Beauty-Produkt oder Wundmittel auf den Körper wirkt, ist bislang noch unklar. Trotzdem betrachten die Forscher den Fund mit Besorgnis. Denn auch Gebrauchsmittel wie Tampons oder Produkte zum Abschminken können über die menschlichen Schleimhäute in den Körper gelangen.

Laut ARD-Informationen kommen auch in der deutschen Landwirtschaft jährlich rund 5000 Tonnen Glyphosat zum Einsatz. Zudem stammt die genmodifizierte Baumwolle, die Deutschland zu Hygieneartikeln verarbeitet, zum größten Teil aus Indien und wird ebenfalls mit Glyphosat behandelt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weiß um die neuen Erkenntnisse der EMISA und sieht bislang keinen Grund zur Aufregung. Die Menge Glyphosat, die in der Baumwolle gefunden wurde, sei weit unter der gesundheitsgefährdenden Dosis.

Wie kann ich mich schützen?

Auch wenn nach wie vor debattiert wird, wie schädlich oder auch ungefährlich Glyphosat auf den menschlichen Körper wirkt, können wir auf Nummer sicher gehen. Auch bei Baumwollprodukten gibt es in allen gängigen Supermärkten und Drogerien neben den herkömmlichen Baumwollprodukten eine Öko-Alternative.

Achtet beim Kauf einfach auf das Öko-Siegel, um sicherzugehen, dass die Produkte frei von fragwürdiger Chemie sind.

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