Lichtschutz fürs Gesicht

Ob auf dem Weg zur U-Bahn oder im Straßencafé: UV-Strahlen können die empfindliche Gesichtshaut schädigen. Wir sagen euch, wie man sie täglich schützen kann

Tagespflege - Darauf kommt es an

So angenehm die ersten Sonnenstrahlen nach dem Winter das Gesicht auch wärmen - die Sonne darf man jetzt nicht unterschätzen! Die Haut ist nach den dunklen Monaten dünn und empfindlich, und die gefährliche ultraviolette Strahlung kann im März so intensiv sein wie im August, weil die Ozonschicht immer löchriger wird. Die Faustregel: Wer mehr als 15 Minuten am Tag draußen ist, sollte täglich eine Tagespflege mit Lichtschutzfiltern benutzen. Täglichen Lichtschutz empfiehlt seit Neuestem auch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft. In den USA ist das schon seit Jahren selbstverständlich, hier aber haben die Hautärzte lange gezögert. Doch in den vergangenen Jahren haben immer mehr Studien den Zusammenhang zwischen der UV-Strahlung (siehe Illustration: rot = UVA dringt ins Bindegewebe, gelb = UVB) und dem Entstehen von Hautkrebs, Falten und Pigmentflecken endgültig belegt.

Mit Make-Up geht's auch

Make-up schützt generell vor Sonne, da die Pigmente die UV-Strahlen reflektieren. Manche enthalten Lichtschutzfilter - das ist sicherer, da sich die Pigmente im Laufe des Tages abreiben können. Make-ups mit UVA-Schutz: "Infinite Bronze Face Bronzer SPF 15" von Lancaster oder "Sun Protection Liquid Foundation SPF 30" von Shiseido.

Lieber nicht

Den Schutz einer Tagespflege mit Lichtschutz nicht überschätzen: Er reicht fürs Mittagessen im Straßencafé oder Gang zum Supermarkt. Am Strand aber eine Sonnencreme mit hohem Schutz nehmen, dick auftragen und - klar - den ganzen Körper einreiben!

Welcher Schutz ist richtig?

Optimal schirmen nur Cremes die Strahlung ab, bei denen auf der Verpackung neben dem UVB- auch der UVA-Schutz ausgewiesen ist. Eine EU-Richtlinie empfiehlt den genauen Anteil, bei vielen Cremes ist's damit aber Fehlanzeige. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine Sonnencreme nehmen. Aber: Make-up verschwimmt auf Sonnencremes stärker als auf Gesichtscremes. Tagescremes z. B. "Eucerin Hydro-Protect Aktivschutz Feuchtigkeitspflege", "frei Tagespflege Protect", "Fluide Fondant Désaltérant" von Clarins, "Pro Age Tagescreme" von Dove, "Sensai Cellular Performance City Day Defense Emulsion" von Kanebo.

Experten-Interview

Drei Fragen an Prof. Dr. Jürgen Lademann, Dermatologe und Leiter des Bereichs Hautphysiologie an der Charité, Berlin:

BYM.de: Hindert täglicher Lichtschutz den Körper nicht daran, Vitamin D zu produzieren?

Prof. Dr. Jürgen Lademann: Ja, wenn man sich so eincremt, dass man überhaupt keine Sonne mehr abbekommt. Aber wenn man das Gesicht in der Mittagszeit ungefähr 15 Minuten dem Tageslicht aussetzt, produziert man genug Vitamin D. Ist man länger in der Sonne, ist eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor sinnvoll.

BYM.de: Auch im Winter, wenn der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen sehr flach ist?

Prof. Dr. Jürgen Lademann: Im Winter braucht man das nicht, es sei denn, man macht einen Spaziergang im Schnee, der das Licht ja sehr stark reflektiert. Aber vom Frühjahr an bis in den Herbst ist ein täglicher Lichtschutz durchaus zu empfehlen.

BYM.de: Woran erkennt man einen Vitamin-D-Mangel?

Prof. Dr. Jürgen Lademann: Man spürt ihn nicht sofort, aber später führt er zu Schäden an Knochen, zu Muskelschwäche und erhöhter Infektionsanfälligkeit. Hat ein Arzt den Mangel festgestellt, kann man Vitamin- D-Präparate schlucken. Besser ist aber, sich mehr im Freien aufzuhalten, um die Eigenproduktion zu stimulieren.

Text: Christine Koischwitz Stills: Alan Ginsburg Illustration: Armin Metzger

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