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Dieses günstige Serum verkaufte sich dank Internet-Hype 52.000 Mal

Dieses günstige Serum verkaufte sich dank Internet-Hype 52.000 Mal
© LightField Studios / Shutterstock
Das Internet sorgt für einen Hype nach dem nächsten. Dank eines TikTok-Videos ging nun ein ganz spezielles Serum viral und verkaufte sich innerhalb kürzestes Zeit über 50.000 Mal. Um welches Produkt es sich dabei handelt und was diese Wunderwaffen tatsächlich können, liest du hier. 

TikTok ist DIE "neue" Videoplattform, die gefühlt jeden Tag neue Trends, Tipps und Tricks aus dem Boden stampft. Während diese sich zunächst auf Tanzeinlagen und Lifehacks konzentrierten, finden nun auch immer mehr Beautyvideos auf TikTok Anklang. Zuletzt schlug das Video von Userin @kaelynnwhitee virale Wellen. Mittlerweile hat es knapp 4 Millionen Views und über 500.000 Likes – Kaelynn selbst wurde von ihren Followern als "CEO of Skincare" gekürt. Doch worum geht es in dem gehypten Video überhaupt? 

Durch TikTok zum Verkaufsschlager 

In einem Split-Screen-Video zeigt die Userin, wie ihre Haut bevor und nachdem sie ein Serum von "The Ordinary" verwendet hat, aussieht. Und die Ergebnisse sprechen tatsächlich für sich! Während ihre Haut vorher von leichten Aknenarben übersät war, strahlt Kaelynn nachdem sie das Serum regelmäßig verwendet hat, mit einem ebenmäßigen Teint ohne sichtbare Narben in die Kamera. 

Das Serum ist The Ordinary's AHA 30% + BHA 2% Peeling Solution, bei dem es sich tatsächlich um ein leichtes, oberflächliches chemisches Peeling handelt. Unzählige amerikanische User sind von dem TikTok-Video so begeistert, dass es innerhalb von zwei Wochen 52.000 Mal verkauft wurde! Und auch einige deutsche User kommentieren fleißig unter dem Social-Video, tauschen sich über Ergebnisse aus und wollen wissen, wo man dieses scheinbare Wunderprodukt in Deutschland erwerben kann. Das virale Video beeinflusst mittlerweile nun sogar die europäischen Verkaufszahlen. Kein Wunder, denn das Serum kostet gerade mal 7,20 Euro! 

Was ist ein chemisches Peeling? 

Ebenmäßiger Teint und verblasste Narben? Klingt super. Chemisches Peeling? Ähhh, wie bitte?! Das klingt gar nicht mal so ungefährlich – und ist es tatsächlich auch nicht. Denn ein chemisches Peeling enthält stets unterschiedlich hoch konzentrierte Säuren, die dafür sorgen, dass sich die obere Hautschicht abschält. Ja, klingt verdammt eklig, aber genau so läuft das ab. Wer erinnert sich noch an die Episode von "Sex and the City" in der Carrie ihre Buchveröffentlichung feiert und Samantha mit Schleier vorm Gesicht auftaucht? Tja, das waren die schmerzlichen Folgen eines chemischen Peelings! Aber keine Sorge, mit einem leichten, oberflächlichen Peeling endet man nicht als "beef carpaccio", wie Carrie Samanthas rotes Gesicht voller Hautfetzen liebevoll beschreibt.

Erst bei tiefen chemischen Peelings, die von Dermatologen angeboten werden, wird so tief in die Haut eingedrungen, das größere Verletzungen, die eine intensivere Nachbehandlung mit sich ziehen, entstehen können. 

Grundsätzlich wird zwischen drei chemischen Peelings unterschieden: oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Peelings, die jeweils unterschiedlich konzentrierte Säuren beinhalten. Meistens werden dabei die Säuren Alpha-Hydroxysäure, kurz AHA (z.B. Glykolsäure) und Beta-Hydroxysäure, kurz BHA (Salicylsäure) verwendet. Bei tiefen chemischen Peelings kommt außerdem oft Trichloressigsäure (TCA) oder Phenol zum Einsatz. 

Was kann ein chemisches Peeling?

Je nach Intensität des Peelings können unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Bei einem oberflächlichen chemischen Peeling, das zu 30 % konzentriertes AHA beinhaltet, wird nur die obere Hautschicht entfernt. Leichte Hautunreinheiten und Pigmentstörungen können so bei regelmäßiger Anwendung beseitigt oder aufgehellt werden.

Einen ähnlichen Effekt erzielen chemische Peelings mit BHA. Diese eignen sich jedoch besonders gut für Mitesser-geplagte Haut und verursachen durch die entzündungshemmenden Eigenschaften des BHA weniger Hautirritationen. Neben The Ordinary's AHA 30% + BHA 2 % Peeling Solution gibt es auch noch weitere oberflächliche Peelings, die man gut zu Hause verwenden kann. Das T.L.C. Sukari Babyfacial von Drunk Elephant verspricht mit einer Konzentration von 25 % AHA und 2 % BHA babyzarte Haut. Das Facial Radiance AHA Intensive Peel von First Aid Beauty ist neben AHA auch mit Aktivkohle angereichert und somit das perfekte Peeling für zu Akne neigender Haut. 

Mitteltiefe chemische Peelings mit Trichloressigsäure dringen 0.45 Millimeter tiefer in die Haut ein und können so dagegen auch kleinere Falten um Mund und Augen reduzieren. Die größten Resultate erzielen tiefe chemische Peelings mit Phenol oder höher konzentrierter Trichloressigsäure. Hier muss jedoch klar sein, dass durch das tiefere Eindringen der Säure in die Haut, auch das Risiko für Verletzungen größer ist. Diese Peelings sollten stets bei einem professionellen Dermatologen gemacht werden, da sie wirklich eine ausgeprägte Nachbehandlung mit sich ziehen.

Worauf muss bei einem chemischen Peeling geachtet werden? 

Wichtig ist, dass ihr eure Haut selbst bei einem oberflächlichen Peeling langsam an die Säurebehandlung heranführt. Haut, die nicht an Säure gewöhnt ist, reagiert schnell gereizt und es kann zu Hautirritationen kommen. Außerdem sollte das leichte chemische Peeling auf keinen Fall öfter als zwei Mal die Woche länger als 10 Minuten verwendet werden. Denkt dran, ihr greift damit direkt eure obere Hautschicht an, die sich abschält!

Deswegen ist es auch besonders wichtig, ständig Sonnenschutz nach dem Peeling aufzutragen. Die neue Hautschicht, die sich nach dem Abschälen bildet, ist logischerweise stark sonnenempfindlich und braucht daher extra Schutz. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ein chemisches Peeling das richtige ist – egal ob oberflächlich, mitteltief oder tief, dann sucht unbedingt einen Dermatologen auf, der euch richtig beraten kann. 

MN

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