Die Tricks von Top-Visagistin Loni Baur

Zwischen Pinsel und Puder: Make-up-Artist Loni Baur verriet uns bei der Fashion Week in Berlin ihre persönlichen Beauty-Tricks.

BRIGITTE: Wie funktioniert Dein persönliches Drei-Minuten-Make-up?

Loni Baur: Generell finde ich: Je älter man wird, desto weniger Make-up sollte man tragen. Ich verbringe im Bad am meisten Zeit mit der Pflege meiner Haut. Das Make-up ist lediglich das Tüpfelchen auf dem I. Ich benutze einen leichten Concealer - gerade so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Ich bürste meine Augenbrauen in Form und biege meine Wimpern mit einer Wimpernzange. Dann benutze ich eine tolle Mascara. Wenn ich ein bisschen blass bin, trage ich Cremerouge auf. Puderrouge legt sich so schnell auf den Poren ab. Es kann auch sehr hübsch aussehen, wenn man sich ganz leicht mit der Fingerkuppe ein wenig Lippenstift auftupft. Fertig! Dafür braucht man wahrscheinlich nicht mal drei Minuten.

Und wenn Du Dich für nur ein Produkt entscheiden müsstest?

Dann für die Mascara.

Du arbeitest mit günstigen Produkten, heute zum Beispiel mit Catrice, aber auch mit höherpreisigen. Wann lohnt sich das Investment und bei welchen Produkten kann man sparen?

Bei Mascara gibt es viele preisgünstige Produkte, die super sind. Auch Lipgloss und Lippenstift müssen nicht teuer sein.

Heidi Klum auf Cover der Harper's Bazaar

Hast Du in letzter Zeit einen Beauty-Tipp aufgeschnappt, der Dich begeistert hat?

Ich habe gerade für eine Show von H&M mitgeschminkt - im Team von Lisa Butler. Um einen Nude-Look zu verstärken, hat sie einen Kajal in der jeweiligen Augenfarbe genommen und diesen auf die Wasserlinie, also die feine Linie zwischen Wimpernkranz und dem Inneren des Auges, aufgetragen. Sehr schön, weil die Augen dadurch nicht so klein wurden, wie es bei Schwarz oft der Fall ist. Das fand ich richtig toll!

Für die Show von Dawid Tomaszweski hast du die Augen recht dunkel geschminkt. Ist das ein Trend, der im nächsten Jahr kommt?

Ich finde, die Betonung der Augen ist und bleibt Trend. Allerdings hatten wir jetzt eine Phase, wo alles sehr "nudig" war. Es wurde generell nicht viel Make-up getragen. Aber gerade in Kombination mit Dawids opulenter, glamouröser Mode passen die dunklen Augen sehr gut. Eine sommerliche Abendvariante.

Hast du das Gefühl, der Trend zum Nude-Look, dem "No-Make-up-Make-up", geht zurück?

Ich glaube, dass wir den Höhepunkt erreicht haben. Jetzt kann man sich wieder auf mehr Make-up freuen. Klar, ein hübsches Mädchen ohne Make-up sieht immer toll aus. Ganz frisch und natürlich. Aber als Make-up-Artistin liebe ich natürlich auch die Veränderung und die Überraschung, die man durchs Schminken erreichen kann. Es kann ja manchmal auch nur ein einziger Akzent sein. Ich glaube, zu lange nur Nude – davon wird man auch müde. (lacht)

Du hast einmal im Gespräch mit uns gesagt, dass die Schauen in Paris eine besondere Inspirationsquelle für Dich sind. Ist das immer noch so?

Auf jeden Fall. Ich schminke in Teams für große Namen wie Balenciaga oder Chloé. Dort arbeiten die Top-Visagisten der Welt, an denen ich mich messen kann. Man bekommt einen Einblick in die besten und neuesten Produkte. Das ist meine persönliche Make-up-Schule. Und auf die freue ich mich jede Saison wieder. Mittlerweile leite ich dort auch eigene Teams.

Ist auch die Fashion Week in Berlin eine Inspirationsquelle für Dich?

Ich bin jetzt seit drei Jahren dabei und finde Berlin großartig. Aber die Deutschen müssen etwas an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Immer orientiert man sich am Ausland, dort ist alles besser. Dass in Deutschland Stars heranwachsen, wird nicht zugelassen. Ich frage mich, warum. Daher finde ich es total spannend, zu sehen, was für unsere Metropolen typisch ist. Für Berlin, Hamburg, München. Wie sehen die Frauen hier aus?

Wie sehen denn die Frauen in Berlin aus?(lacht)

Step by Step: Loni Baurs Look zur Show von Dawid Tomaszewski

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