Fashion Week Paris 2009: Tagebuch einer Beauty-Redakteurin Teil 2

"Haare hoch" hieß das Stylingmotto an der Seine. Wolfgang Joop verordnete seinen "Wunderkindern" gestrenge Steckfrisuren. Elie Saab, Lieblings-Designer für Oscar-Roben, schickte die Models mit turmhohen Bananen-Looks los. Müssen wir jetzt auch hochstapeln? BRIGITTE-Redakteurin Stefanie Höfle spioniert Trends auf den Pariser Modenschauen aus

Paris, 07.-11.03.2009

Unsere Frau in Paris, Estelle Marandon, trifft unser französisches Pendant und schaut sich gleich ein paar Jobregeln ab: Frankreichs bekannteste Mode-Bloggerin Géraldine Dormoy ist hemmungslos in Sachen Paparazzi-Bilder jagen. Vor einigen Schauen wie zum Beispiel die von Sophia Kokosalaki im Jardin des Tuileries, beobachten wir die Prêt-à-porter-Kennerin auf der Fotojagd. Nach der Show von Dries Van Noten zieht sie sich selbstbewusst die Leute vor ihre Linse, die kennt da nichts. Na wenn Géraldine sich für so etwas nicht zu schade ist, dürfen auch wir das Schamgefühl ruhig mal für eine Woche ablegen.

Umso mehr ist man dann enttäuscht, dass man in diesem Jahr kaum bekannte Gesichter zu sehen bekommt. Nicht mal bei Elie Saab. Und der ist normalerweise Promi-Garant. Zumindest Mischa Barton hätte sich mal blicken lassen können, schließlich wohnt sie in Paris. Na ja, wenigstens können wir Backstage den Make-up-Artists beim Stylen über die Schulter schauen. Der Look ist wie immer klassisch-edel. Die Models tragen passend zu den eleganten Roben knallroten Lippenstift und gläsernen Teint, die Haare werden einheitlich mit tonnenweise Haarspray zu perfekt sitzenden Bananentürmen modelliert. Da bewegt sich kein Härchen mehr.

Bei den Models, die mehrmals laufen, muss das Ganze dann im Anschluss aufwendig wieder rausgebürstet werden. Konservative Hochsteckfrisuren passen wohl kaum zur exzentrischen Wunderkind-Kollektion von Wolfgang Joop. Das Make-up ist hier blass, fast morbid. Kein Mascara, kaum Rouge, dafür werden die Lippen dunkel Violett gemalt. Sieht großartig aus. Unübertroffen ist übrigens auch mal wieder der Look vom Meister selbst. Kunterbunte Karo-Muster sind in letzter Zeit offensichtlich sein Markenzeichen. Und interessant ist auch die große Sonnenbrille, die er keine Sekunde von der Nase nimmt. Macht er jetzt einen auf Lagerfeld oder ging die Aftershow-Party zu lang?

Text: Estelle Marandon, Stefanie Höfle

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Mode- & Beauty-Newsletter

Beauty-Newsletter

Euer wöchentliches Style-Update mit den wichtigsten Modetrends, neuen Frisuren, spannenden Make-up-Looks und Inspirationen!