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Filmreifer Auftritt

Falsche Wimpern in Überlänge sind das neue Lieblings-Accessoire in Hollywood. Schließlich bekommt damit jeder Blick Breitband-Format. Solche Wimpern gibt es jetzt auch bei uns - und es ist gar nicht so schwer, sie anzukleben...

J'Lo kam mit falschen Wimpern zur Oscar-Verleihung, und Serien-Star Sarah Jessica Parker ließ sich mit ihnen sogar am helllichten Tag in der City sehen. Um den Diva-Blick selbst hinzukriegen, fängt man am besten erst mal mit einzelnen feinen Wimpernbüscheln an.

Büschel für Anfängerinnen

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Ungeschlagen in Sachen Volumen sind Echthaar-wimpern aus Ziegenhaar. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen, Farben und sogar mit funkelnden Glitzersteinen. Für den optimalen Look Wimpern nur auf den oberen Lidern anbringen und dazu Augen und Mund in dezenten Farben schminken. Und so wird geklebt: Die kleinen Büschel in eine Pinzette nehmen, mit dem Knoten in den Kleber tauchen und von oben auf die ungetuschten Wimpern pressen. Der Kleber haftet erst nach etwa 15 Minuten richtig, so dass man noch eine Weile korrigieren kann. Tipp von Martina Schöller, Visagistin bei Artdeco: "Immer eine ungerade Zahl von Wimpern aufkleben, das sieht besonders natürlich aus." Wenn alles passt, echte und falsche Wimpern zusammentuschen.

Kränze für Fortgeschrittene

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Für noch dramatischere Augenaufschläge werden Wimpernkränze genommen, die die eigenen Wimpern komplett abdecken. Meistens sind die fedrigen Bänder etwas zu lang, so dass man sie mit der Schere auf das persönliche Augenmaß zurechtstutzen muss. Für einen natürlicheren Effekt dann noch mal ein Drittel abschneiden und die Wimpern von außen nach innen nur zu zwei Dritteln bedecken. Etwas Wimpernkleber auf ein Papier-tuch geben, den Wimpern-kranz per Pinzette mit dem unteren Ende durchziehen und sanft auf die eigenen Wimpern drücken. Zum Schluss wieder Mascara auftragen, damit der Übergang nicht zu sehen ist. Produkte z.B.: falsche Wimpern und Kleber von Wimp'rs oder Artdeco; mit Glitzersteinen von MAC oder Ulrike Schütze, Hamburg.

Echte Alternative

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Wenn Sie keine Lust zum Kleben haben, versuchen Sie doch mal, den eigenen Wimpern neuen Schwung zu geben - mit einer Wimpern-zange (gibt's in Drogerie-märkten und Parfümerien). Die Zange erst nah an den Wimpernkranz halten und für ein paar Sekunden zudrücken (es darf nicht ziepen) und dann noch mal in der Mitte der Wimpern ansetzen. Danach die Wimpern am besten sofort tuschen, die Farbe fixiert den neuen Dreh. Damit die feinen Härchen nicht leiden, sollte man unbedingt darauf achten, dass das Gummiteil der Zange sauber und intakt ist. Sehr widerspenstige Wimpern kommen mit einer Wimpernwelle in Fasson. Bei dieser Dauerformung (hält sechs bis acht Wochen) setzt die Kosmetikerin eine selbstklebende Rolle auf das obere Lid, die Wimpern werden daran hochgebogen und mit einer Flüssigkeit fixiert. Infos: www.wimpernwelle.de

Natürliches Volumen

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Volumen-Mascaras sorgen auch ohne Kunst-wimpern für einen Hauch Glamour. Sie arbeiten meist mit verdickenden Wachsen (z.B. Carnauba-, Bienen-, Oliven-, Jojobawachs) in Kombination mit so genannten Polymeren, die die einzelnen Wimpern mit einem Film um-hüllen. Bei Mascaras mit dem Untertitel "Curl" trocknen diese Polymere besonders schnell, so dass der Aufwärtsschwung des Bürstens gleich festgehalten wird. Fred Farrugia, Visagist von Lancôme, empfiehlt: "Die Wimpern einmal von oben und einmal von unten tuschen, das gibt einen schönen Aufwärtsschwung. Für mehr Volumen immer vom Ansatz zu den Spitzen tuschen, zuerst die äußeren Härchen, dann die inneren. Dabei das Oberlid leicht hochziehen, so dass die Farbe direkt an den Ansatz herankommt." Wer in zwei Schichten arbeitet, sollte das zügig machen, damit die Mascara nicht trocken wird und klumpt, denn dann gibt's Fliegenbeine. Wenn das passiert ist, die Wimpern sofort wieder auseinander bürsten, solange sie noch feucht sind.

Besonders viel Effekt verspricht eine Wimperntusche, die ursprünglich für den japanischen Markt entwickelt wurde: Sie enthält zwei Millimeter lange Nylonfasern, die die Wimpern stark verlängern. Eine amerikanische Formel soll sogar für 300 Prozent mehr Volumen sorgen. Und selbst für ganz Empfindliche gibt es jetzt spezielle Volumen-Mascara, die besonders verträglich ist. Noch üppiger sieht's aus, wenn zwischen die einzelnen Wimpern mit einem Eyeliner schwarze Punkte gesetzt werden.

Produkte

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"Amplicils" von Lancôme, "Extravagant Mascara" von Helena Rubinstein, "Mascara Longueux Intense" von Yves Saint Laurent, "High performance Mascara" von Artdeco, "Max volume Mascara" von Nivea Beauté, "2000 Calorie Mascara" von Betrix, "Diorshow" von Dior, "Pure Curl Mascara" von Clarins, "Magna Scopic Maximum Volume Mascara" von Lauder (neue Formel aus Amerika), "Extra Length Mascara" von Shiseido (mit Nylonfasern aus Japan), "Respectissime Mascara Densifieur" von La-Roche Posay (für empfindliche Augen)

XXL-Bürsten

Jeder Farbauftrag ist eine Frage der Bürstengröße: je größer, desto mehr Farbe landet auf den Wimpern. Für den Auftritt auf dem Catwalk greifen Models sogar zur Zahnbürste, damit die Wimpern ordentlich Farbe bekommen - eine Tatsache, die Dior zu einer Mascara mit XXL-Bürste inspirierte.Bürsten mit kurzen geraden Borsten sind Präzisionswerkzeuge, sie erwischen auch die winzigste Wimper; perfekt für alle, die um die Augen eher spärlich ausgestattet sind. Die klassische trapezförmige ist dem natürlichen Wimpernwuchs nachempfunden (außen lang, innen kurz). Sie ist, wie die ovale Form, ein idealer Volumengeber.

Ende der Vorstellung

Wie lange künstliche Wimpern halten, hängt von der Art des Klebers ab. Normaler Kleber löst sich beim Abschminken, und man kann die Wimpern einfach abziehen. Dauerwimpernkleber hält bis zu vier Wochen und kapituliert vorher nur bei Reinigern auf Ölbasis - besonders, wenn man sie kurz einwirken lässt. Die künstlichen Wimpern nach dem Abnehmen sanft mit Make-up-Entferner reinigen, mit einem Wimpernkämmchen vorsichtig bürsten und gut trocknen lassen. Auf diese Weise sind sie fünf- bis sechsmal verwendbar.

Fotos: Oliver Klocke;Produktion: Merle Rebentisch;Haare und Make-up: Serena Goldenbaum;Text: Kirstin Bock

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