Wimperntusche: Krebserregende Inhaltsstoffe entdeckt

Labortests hatten schon mehrfach offenbart, dass in Wimperntuschen krebserregende Stoffe stecken. Die NDR-Dokumentation "Die Tricks der Kosmetikindustrie" lieferte nun erneut alamierende Ergebnisse.

Grenzwerte stark überschritten

Die NDR-Dokumentation "Die Tricks der Kosmetikindustrie" wollte Wimperntusche unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Allerdings hatte die Redaktion Probleme, ein deutsches Labor für die Analyse zu finden. Der Verdacht: Viele Labore arbeiten für Kosmetikhersteller, wollten deshalb keine Negativ-Enthüllungen bringen. Ein Schweizer Labor brachte schließlich das erschreckende Ergebnis: In drei der untersuchten Mascaras (Hersteller: NYX, Bourjois und Chanel) steckten Nitrosamine – in einer den Grenzwert so stark überschreitenden Menge, dass die Produkte überhaupt nicht in den Handel gelangen durften.

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Wie groß ist die Gefahr?

Nach Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung müssen bereits die Rohstoffe der Produkte stark kontaminiert gewesen sein; das passiert zum Beispiel durch eine unsachgemäße Verwendung von Konservierungsmitteln. Nitrosamine stehen im Verdacht, Leber, Nieren und das Erbgut schädigen zu können – und gehören zu den krebserregendsten Stoffen überhaupt. Normalerweise werden in Kosmetika lediglich Spuren von Nitrosaminen geduldet, da sie in der Herstellungspraxis oft unvermeidbar sind.

Das Bundesamt für Risikobewertung gab bereits 2006 eine Stellungnahme zu Nitrosaminen in Wimperntusche ab: "Bei Wimperntuschen ist die aufgetragene Verwendungsmenge so gering, dass die Nitrosaminbelastung dagegen kaum ins Gewicht fällt. Auch bei kosmetischen Mitteln, die wieder abgewaschen werden, ist das Risiko gering einzuschätzen. Kritisch sind Produkte zu bewerten, die auf der Haut verbleiben (...). Solche Produkte können zu einer Erhöhung der täglichen Belastung beitragen."

Die sichere Variante: Naturkosmetik

Wer sicher gehen will, dass er keine Nitrosamine – auch nicht in geringen Mengen – in seiner Mascara findet, verwendet Naturkosmetikprodukte. Denn die sind nur in Ausnahmefällen mit Nitrosaminen belastet. Das liegt an den Kriterien des Naturkosmetik-Siegels. Die Hersteller verwenden natürliche Inhaltsstoffe und haben sich einem schonenden Herstellungsverfahren bei der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung verschrieben.

Fotoshow: Naturkosmetik-Wimperntusche

Text: Sabine Rodenbäck

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