Vorher-Nachher: 8x Typberatung

Acht Frauen wollten eine Typberatung: Vorher-Nachher mit Profi-Stylistin und Make-up-Expertin.

Selbstbewusst statt unscheinbar

Gabriela: Dunkles Haar, heller Teint, zartes Lippenrot - Gabriela ist ein Schneewitchentyp mit Pixie-Cut. Sie wirkt auf den ersten Blick wie das nette Mädchen von nebenan.

Ihr Wunsch: Selbstbewusster aussehen.

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Darum solltet ihr braunen Lippenstift tragen!
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Das wichtigste Stilmittel: Smokey Eyes in Nachtblau.

So geht's: Für die gewagte Schminktechnik mit der atemberaubenden Farbe zuerst eine so genannte "Base" auftragen, die den Lidschatten länger halten lässt (z. B. von Manhattan). Die transparente Paste gut einklopfen, einen Augenblick warten. Dann mit dem Farbauftrag beginnen. Dazu den tiefblauen Lidschatten (z. B. von Mac) in halbrunden Bewegungen auf dem gesamten Oberlid verteilen, über die Lidfalte hinaus. Danach die Farbe unten und am inneren Augenwinkel aufpinseln. Zum Schluss (ohne neue Farbe aufzunehmen) das Blau außen sanft zum Katzenauge ausblenden. Mit dunkelblauem Kajal (z. B. von Givenchy) das Unterlid nachzeichnen, dicht am Wimpernrand. Wimpern mit schwarzer Mascara tuschen (z. B. von Christian Dior). Die Augenbrauen schön kräftig dunkel nachstricheln. Die Lippen bleiben hell in Beigerosé (z. B. von Revlon).

Souverän statt elfenhaft

Fiona: Ein durchscheinender Teint, rotblondes Haar und wasserblaue Augen - Fiona wirkt sehr elfenhaft, sie muss sich aber oft hart durchsetzen.

Ihr Wunsch: Souveräner aussehen.

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Das wichtigste Stilmittel: Klassisches Make-up, Ton in Ton.

So geht's: Unter Concealer verschwinden kleine Rötungen, danach wird die Haut mit einem leichten Creme-Make-up grundiert (z. B. von Annayaké). Dann die Oberlider mit einem Papiertuch abtupfen und mit Transparentpuder mattieren. Danach den schimmernden Kupfer-Lidschatten aufpinseln. Nicht ganz bis zur Lidfalte, sondern hauptsächlich an den äußeren Augenwinkeln. Die Farbe wird damit nach innen weniger intensiv und auffällig. Um das Blau der Augen noch mehr herauszubringen, nur außen an den Augenwinkeln mit einem dunkleren Kupferlidschatten nachlegen (beides z. B. von Estée Lauder), unten etwa bis zur Mitte, und alles miteinander verblenden. Dann die Wimpern schwarz tuschen. Das Cremerouge in einem hellen Bronzeton (z. B. von Maybelline Jade) direkt auf die Wangenknochen setzen. Der Mund kommt mit Cremegloss in Rosa zur Geltung (z. B. von Artdeco).

Cool statt unschuldig

Antje: Ringellocken, Sommersprossen und auch ohne Make-up ein frischer Teint: Antje scheint auf "Naturkind" abonniert.

Ihr Wunsch: Cooler aussehen.

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Das wichtigste Stilmittel: Ein extralanger Lidstrich.

So geht's: Vorbild für den schrägen Strich sind die Make-ups der Endfünfziger-/Sechziger-Jahre und natürlich Amy Winehouse. Und wenn man den Lidstrich mit flüssigem Eyeliner hinbekommt (z. B. von Helena Rubinstein), ist zur Zeit kaum etwas lässiger. Den Teint und auch das Oberlid leicht abpudern. Den Lidstrich am inneren Augenwinkel erst zart beginnen und, immer dicht am Wimpernrand, bis fast zum Ende des äußeren Augenwinkels durchziehen. Trocknen lassen. Genau über der Linie eine zweite, breite ziehen und die über das Auge hinaus schräg nach oben Richtung Brauenende hinaus zeichnen. Weil flüssiger Eyeliner schnell trocknet, die Linien am besten erst mit schwarzem Kajal vorstricheln. Tipp: Der Lidstrich wirkt in Dunkelbraun (z. B. von Clarins) mindestens genauso cool, der Kontrast zur Haut ist dann nur wesentlich sanfter.

Frisch statt abgespannt

Rubina: Trockenheitsfältchen, ein unruhiger Teint und tief liegende Augen lassen Rubina schnell abgespannt wirken.

Ihr Wunsch: Frischer aussehen.

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Die wichtigsten Stilmittel: Lichtreflektierende Pigmente und Pfirsichtöne.

So geht's: Ein Creme-Make-up mit lichtreflektierenden Pigmenten lässt den Teint viel ruhiger und strahlender aussehen. Bei müder Haut am besten so eine Grundierung als Basis auftragen (z. B. von Estée Lauder). Frischmacher Nummer zwei ist Rouge. In Pfirsich, das passt sich dem Teint ganz harmonisch an (z. B. von L'Oréal Paris). Kleine Lücken in den Brauen mit Brauenpuder auffüllen (z. B. von Chanel). Auf den Lidern ein helles Goldgrün verteilen (z. B. von Lancôme), dicht am Wimpernrand, oben und unten. Der irisierende Farbton wirft Licht zurück und macht die Augen wieder "sichtbar". Dieser Vorteil wiegt mehr als die Tatsache, dass Glanz auch Fältchen hervorheben kann. Wimpern schwarz tuschen. Auf den Lippen: Kupfergloss (z. B. von Maybelline Jade).

Mutig statt brav

Signe: Blasse Haut, graue Augen und ihr dunkelblondes Haar lassen Signe immer etwas brav wirken.

Ihr Wunsch: Mutiger aussehen.

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Das wichtigste Stilmittel: Details gezielt betonen.

So geht's: Auffällige Brauen sind im Trend. Damit sie wirken, das Oberlid bis unter die Brauen mit einem zarten Beigeton grundieren (z. B. von Nivea). Dann erst kommt die Feinarbeit mit dem halbrunden Lidschattenpinsel (z. B. von Clarins): In dunkelbraunen Brauenpuder stippen (z. B. von Chanel), den Pinsel flach an der Brauenwurzel ansetzen und bis zu ihrem höchsten Punkt ziehen. Dann den Pinsel sachte eindrehen und die Braue schmal bis zum Ende und ruhig noch etwas darüber hinaus zeichnen. Die Wangen mit einem nougatfarbenen Rouge akzentuieren (z. B. von Giorgio Armani). Zum Schluss den Mund ganz exakt mit Lippenstift im Ton schwarzer Kirschen (z. B. von Calvin Klein) betonen.

Extravagant statt sanft

Michelle: Ein klarer Teint, als Make-up nur ein Hauch Concealer - was an Michelle gut wirkt, ist ihre sanfte Ausstrahlung.

Ihr Wunsch: Extravaganter aussehen.

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Das wichtigste Stilmittel: Katzenaugen in Violett.

So geht's: Für den großen Auftritt kommt der Trendton Lila zum Einsatz. Zunächst auf dem Ober- und Unterlid: Den Pflaumenton mit dem Pinsel auftragen, oben bis über die Lidfalte (z. B. von Mac). Für Katzenaugen die Farbe an den äußeren Augenwinkeln intensiver aufpinseln und mit leichtem Schwung nach außen und oben zeichnen. Eine hauchzarte schwarze Kajallinie gibt den Augen noch mehr Geheimnisvolles (z. B. von Givenchy). Die Wimpern schwarz tuschen. Brombeerfarbenes Rouge (z. B. von Clinique) macht sich gut bei einem dunklen Teint und lässt die Haut schön leuchten. Sonst die Wangen mit Puderrouge in Himbeere von den Schläfen entlang der Wangenknochen betonen (z. B. von The Body Shop). Anschließend burgunderfarbenen Lippenstift mit einem Pinsel erst auftupfen und, ohne neu Farbe aufzunehmen, verstreichen (z. B. von Shiseido).

Glamourös statt farblos

Magda: Unauffällige Haarfarbe, Augenschatten... Mit wenig Make-up erscheint Magda ein bisschen farblos.

Ihr Wunsch: Glamouröser aussehen.

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Die wichtigsten Stilmittel: Strahlender Schimmer fürs Lid und rote Lippen

So geht's: Beim Make-up eine cremige Foundation nehmen (z. B. von Biotherm) und dann mit Transparentpuder fixieren. Auf dem Oberlid wenig beigefarbenen Lidschatten bis fast unter die Braue aufpinseln (z. B. von Annemarie Börlind), eine gute Grundlage für den Cremelidschatten in Roségold. Er kommt aufs Oberlid, bis zur Lidfalte. Am Unterlid ein Goldkupfer nehmen (beides z. B. von Benefit). Nur in den Augenwinkeln leuchtet silberner Lidschatten (z. B. von Manhattan). Rouge in Altrosé (z. B. von Lancôme) lässt den Porzellanteint strahlen, einen Hauch davon über der Lidfalte aufmalen. Die Farb-Wiederholung ist bei so einem Ausgeh-Make-up gewollt. Wimpern schwarz tuschen. Die Lippen erst mit Konturenstift umranden, anschließend rot ausfüllen (z. B. von Artdeco).

Weiblich statt mädchenhaft

Line: Jobverhandlung, Flirten, Autokauf - es gibt Situationen, da steht Line ihr mädchenhaftes Aussehen im Weg.

Ihr Wunsch: Weiblicher aussehen.

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Die wichtigsten Stilmittel: Dezente Farben auf Lidern und Lippen.

So geht's: Es sind neutrale Nuancen, wie Graubraun auf den Lidern, die zu so einem erwachsenen Look gehören (z. B. von Dr. Hauschka): Es kommt mit dem Applikatorschwämmchen aufs Lid. Dabei das Auge erst nahe am Wimpernrand umranden, vom äußeren Augenwinkel nach innen - und den Farbrest bis zur Lidfalte ausblenden. Wieder wenig Farbe aufnehmen und das Unterlid betonen. Wenn die Wimpern eher spärlich wachsen, am oberen Wimpernrand eine zarte Linie mit Kajal in Anthrazit malen (z. B. von Rimmel), unten kleine Kajal-Punkte zwischen die Härchen setzen. Wimpern schwarz tuschen und weinroten Lippenstift mit der Fingerspitze auftupfen (z. B. von Annemarie Börlind). Puderrouge in Rosé auf den Wangenknochen verteilen (z. B. von Yves Saint Laurent).

Interview: Was macht Make-up mit mir?

Dass Make-up sehr verändern kann, haben wir hier gesehen. Was dabei mit uns passiert, weiß Psychologin Ines Imdahl.

BRIGITTE: Frau Imdahl, was lässt sich mit Make-up alles erreichen?

Ines Imdahl: Im Prinzip kann man vier verschiedene Ziele unterscheiden. Das erste Ziel ist, die eigene Natürlichkeit herauszuheben, das heißt:

Man möchte sich nicht verändern, sondern nur ein wenig frischer, ausgeruhter, makelloser aussehen.

Hinter dem abendlichen Aufbrezeln zum Ausgehen steckt dagegen eher der Wunsch, in eine andere Rolle zu schlüpfen, auszusehen wie ein Model oder ein Star.

Als drittes kann Makeup auch eine Rüstung sein, vor allem im Arbeitsleben:

Für ein wichtiges Meeting zieht man nicht nur das seriöseste Kostüm an, sondern schminkt sich auch, um sich sicherer zu fühlen.

Je nach Anlass können zum Beispiel knallrote Lippen zum schwarzen Business-Anzug ein Statemtent sein:

Hier bin ich und setze mich durch. Und schließlich kann Make-up auch ein Mittel sein zu verbergen, wie man sich wirklich fühlt: eine Maske, wenn man besonders empfindsam ist und dies andere nicht merken lassen möchte.

Ines Imdahl ist Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin des Rheingold-Instituts für qualitative Markt- und Medienanalysen, wo sie u.a. Studien zu Frauen und Schönheitspflege geleitet hat.

BRIGITTE: Und wie reagieren Männer darauf, wenn Frauen im Job geschminkt sind?

Ines Imdahl:

Das ist eine Frage des Alters, der Branche und der beruflichen Stellung.

Wenn eine junge Berufseinsteigerin zu stark geschminkt auftritt, kann sie nicht ernst genommen werden, weil ihr das Betonen ihrer Weiblichkeit als Kaschieren von Unerfahrenheit oder als Mittel zum Karrieremachen negativ ausgelegt wird.

Bei Frauen, die eine gewisse Position erreicht haben und bereits Berufserfahrung besitzen, wird wiederum erwartet, dass sie gepflegt und bewusst weiblicher auftreten.

Dann können sie sogar mit femininem Make-up punkten, und es kann ein wichtiges Mittel sein, um die berühmte gläserne Decke nach oben zu durchstoßen.

BRIGITTE: Ist das eine Typfrage, wann man Make-up einsetzt und wie man sich schminkt?

Ines Imdahl: Nein, das ist weniger eine Frage des Typs, sondern eher der momentanen Verfassung und Situation.

Mal fühlen wir uns schön ganz ohne Make-up, mal würden wir so nicht aus dem Haus gehen.BRIGITTE: Und was ist mit Frauen, die gar kein Make-up tragen? Sind die besonders selbstsicher - oder eher das Gegenteil?

Ines Imdahl: Das kann man nicht verallgemeinern, ob wir uns schminken, hängt ja auch immer vom Umfeld ab.

Sicher ist nur, dass die Frauen, die ganz konsequent auf jedes Make-up verzichten, immer seltener werden.BRIGITTE: Kann man mit Make-up aus dem Mauerblümchen eine Femme fatale machen?

Ines Imdahl:

Make-up kann die Stimmung und auch den eigenen Auftritt verändern.

Manche Frauen entdecken dadurch auch ganz neue Seiten an sich! Natürlich ändert es nicht die Persönlichkeit, aber es kann Wesenszüge und Verfassungen unterstreichen und nach außen tragen.

Fotos: Ray Parker Produktion: Birgit Potzkai Text: Angela Schöneck Haare und Make-up: Sascha Wobido/M4 Motion Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/08
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