Was ist Mikroplastik und wieso steckt es in unserer Kosmetik?

Plötzlich reden alle von Mikroplastik und ganz schnell kommt die Frage auf: Was ist Mikroplastik und wie zur Hölle kommt es in meine Kosmetik? 

Was ist Mikroplastik?

Zu Mikroplastik werden ganz einfach alle Kunststoffteilchen gezählt, die kleiner als fünf Millimeter sind. Der winzige Durchmesser kann auf zwei Arten zustande kommen. Zum einen stellt die Kosmetik-Industrie Mikroplastik gezielt für Hautpflege und Gesichtsreinigung her (Primäres Mikroplastik). Zum anderen kann es auch durch den Zerfall von größeren Kunststoffteilen, wie Plastiktüten oder Reifen, die sich beim Fahren abreiben, entstehen (Sekundäres Mikroplastik). 

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Welche Funktion hat Mikroplastik in Kosmetik?

922 Tonnen Mikroplastik werden, laut Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Frauenhofer-Instituts, in Kosmetik in Deutschland pro Jahr eingesetzt. Der Grund? Kosmetik-Unternehmen stellen für Peelings und Duschgels gezielt winziges Plastik her. Hier fallen sie uns ja noch auf, aber tückisch wird es, wenn Plastik in flüssiger oder gelartiger Form in unserer Kosmetik auftaucht.

Von Cremes bis Shampoo – wir haben euch im Folgenden aufgelistet, welche Funktionen Mikroplastik in den Kosmetikprodukten genau erfüllen sollen:

  • In Peelings werden kleine Plastikkügelchen für die Hautpflege als "Schleifmittel" eingesetzt, um die abgestorbenen Hautschüppchen abzurubbeln. 
  • Kunststoffe sorgen außerdem dafür, dass Duschgele besser schäumen.
  • Ihr liebt das geschmeidige Gefühl auf eurer Haut nach dem Eincremen? Das kommt leider meistens vom "Acrylates Crosspolymer", auch ein Mikroplastik.
  • Kunststoffe wie "Polyquaternium-7" in Conditioner und Shampoo geben einem das Gefühl, dass die Haare glatt und seidig sind, weil es sich wie ein Film um sie legt.

Wie schädlich ist Mikroplastik in der Kosmetik?

Ob Mikroplastik langfristige gesundheitliche Schäden verursacht, konnte noch nicht ausreichend erforscht werden. Für die Umwelt ist der Schaden jedoch enorm: Zum einen wird Plastik aus dem immer knapper werdenden Rohstoff Erdöl hergestellt und zum anderen ist Mikroplastik nicht biologisch abbaubar – es bleibt auf Ewigkeiten.

Das Mikroplastik aus Pflege- und Kosmetikprodukten gelangt, wenn wir es abwaschen, in unser Abwasser. Aufgrund seiner winzigen Größe können Kläranlagen das Plastik nicht filtern und es gelangt ungehindert in die Umwelt, in die Meere und durch den Klärschlamm auch auf unsere Felder. 

Laut Greenpeace gelangen jährlich rund 13 Millionen Tonnen Plastik in die Meere – von Mikroplastik ist in dieser Zahl noch nicht die Rede. Man geht jedoch davon aus, dass eine unglaubliche Menge an Mikroplastik bereits Tiere, Ökosysteme und unsere Umwelt verseuchen. Das Schlimme dabei ist: Je kleiner die Partikel, desto eher verschlucken Tiere sie versehentlich. Das Mikroplastik gelangt in unsere Nahrungskette und landet unter Umständen auf unserem Teller. Forscher fanden tatsächlich schon in einer Pilotstudie Plastik im menschlichen Stuhlgang.

Wer von uns würde jedoch freiwillig Plastik essen wollen? Um die Umwelt, die Tiere und uns zu schützen, ist es wichtig, auf Mikroplastik in Kosmetik und Pflegeprodukten zu verzichten. Wie das gehen soll, verraten wir euch natürlich im Folgenden. 

Wie erkenne ich Mikroplastik in Kosmetik?

Motto: Augen auf und gut das Kleingedruckte auf den Kosmetikprodukten lesen. Doch für Verbraucher ist es total schwer zu erkennen, in welcher Kosmetik sich Mikroplastik verbirgt. Viel zu lang und kaum aussprechbar sind die Namen der verschieden Plastik-Arten. Die gute Nachricht ist aber, dass Mikroplastik unbedingt auf jeder einzelnen Verpackung angegeben werden muss. Damit ihr es findet, haben wir euch eine Liste der Fachbegriffe auf Kosmetikprodukten zusammengestellt.

  • Acrylate Copolymer (AC)

  • Acrylate Crosspolymer (ACS)

  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)

  • Polyacrylate (PA)

  • Polymethylmethacrylate (PMMA)

  • Polyethylene (PE)

  • Polyethylenterephthalate (PET)

  • Polypropylene (PP)

  • Polyquaternium (PQ)

  • Polystyrene (PS)

  • Polyurethane (PUR)

Wie kann man Mikroplastik in der Kosmetik vermeiden?

Die Inhaltsstoffe zu checken, ist schon einmal ein erster Schritt, aber wir geben es zu: Es ist oft mühsam nach den komplizierten Fachbegriffen Ausschau zu halten. Deshalb haben wir einen kleinen Tipp für euch: In zertifizierter Naturkosmetik sind weder Mikroplastik und Polymere noch erdölbasierte Inhaltsstoffe zugelassen. Stattdessen kommen pflanzliche und mineralische Stoffe, wie Tonerde, Kreide, Salz, Weizenkleie, Kieselmineralien und noch vieles mehr, zum Einsatz. Somit müsst ihr nur auf das Naturkosmetik Siegel achten und könnt euch die lange Liste an Inhaltsstoffen sparen.

Und noch einen unschlagbaren Tipp haben wir für euch: Mit der App "Code Check" könnt ihr den Barcode eurer Kosmetikprodukte scannen und herausfinden, ob sich Mikroplastik und noch viele andere kritische Inhaltsstoffe, wie Parabene, Polymere, Silikone, Palmöl und noch vieles mehr, darin befinden. Einfacher geht´s nicht!  

Ihr sucht ein Peeling ohne Mikroplastik? Wir haben euch die Besten zusammengestellt.

Und wenn ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, verraten wir euch, wie man eine Gesichtsmaske selber machen, ein Peeling selber machen und Shampoo selber machen kann.

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