Woran erkennt man Fair-Trade-Kosmetik?

Gerechte Löhne, soziales Engagement, biologischer Anbau: Immer mehr Kosmetik stammt aus Fair-Trade. Was steckt genau dahinter?

Woran Sie faire Beauty-Produkte erkennen

Der Begriff "Fair Trade" ist nicht geschützt, und anders als Bananen, Kaffee oder Blumen gab es fair gehandelte Kosmetik in Deutschland bisher wenig. Das soll sich jetzt ändern. Neben dem "fair for life"- Siegel gibt es bei uns nun auch das "Fairtrade"-Label. Auf der Verpackung muss angegeben werden, welche Inhaltsstoffe aus fairem Handel kommen und wie hoch der Anteil genau ist. Wenn es einen Inhaltsstoff in "Fairtrade"-Qualität gibt, muss der eingesetzt werden und kein anderer. Und es müssen mindestens zwei beziehungsweise fünf Prozent faire Inhaltsstoffe im Produkt stecken – je nachdem, ob ein Produkt wieder abgewaschen wird oder auf der Haut bleibt.

Sind zwei Prozent nicht ziemlich wenig? "Nein", sagt Dieter Overath, Geschäftsführer des Vereins Trans Fair e. V., "bei Kosmetik ist es generell schwieriger als bei Kaffee oder Schokolade. Die Produkte enthalten alle sehr viele verschiedene Zutaten. Und allein das Wasser macht ja einen großen Anteil aus. Einige Firmen erreichen aber auch schon viel höhere Prozentsätze, das hängt immer von der Rezeptur ab." The Body Shop bleibt beim eigenen Programm, und auch für Firmen wie Lavera, Dr. Hauschka, Primavera oder Weleda ist fairer Handel "gelebte Selbstverständlichkeit", sagt Sabine Kästner, Pressesprecherin bei Lavera. Ralf Kunert, Leiter des Rohstoffeinkaufs für Dr. Hauschka, ergänzt, dass das auch den Handel mit Hopfen oder Kamille aus der Region betrifft: "Statt in noch mehr Siegel investieren wir in neue Projekte." Jede Zertifizierung kostet nämlich viel Geld.

Was fairer Handel bewirkt - am Beispiel von The Body Shop

The Body Shop hat 1987 das "Hilfe durch fairen Handel"-Programm ins Leben gerufen. In Nord-Ghana ist die Shea-Butter-Kooperative von anfänglich 50 Frauen vor 20 Jahren auf heute 550 angewachsen. 46 000 Menschen haben dadurch in den umliegenden Gemeinden Wasser, Schulen und bessere hygienische Bedingungen.

Heute enthalten über 90 Prozent aller The-Body-Shop-Produkte fair gehandelte Inhaltsstoffe. Mehr als 300 000 Menschen in 21 Ländern profitieren von individuellen Projekten in den einzelnen Dorfgemeinschaften. Das Programm wird von einem unabhängigen Schweizer Institut, dem Institut für Marktökologie (IMO), zertifiziert.

Marken und ihre Fairtrade-Labels auf dem deutschen Markt

Lush ("Fairtrade"), Dr. Bronners ("fair for life"), Ada (Hotelkosmetik, "Fairtrade" ab Oktober), Fair Squared ("Fairtrade")

Firmen, die schon seit Jahren Fair-Trade-Programme umsetzen

Dr. Hauschka, Weleda, Aveda, Kiehl's, Primavera, Tautropfen

Text: Christa Möller Ein Artikel aus der BRIGITTE 13/14
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