Rituale für den Schönheitsschlaf

Unser Körper und auch die Haut erholen sich am besten bei Nachtruhe. Doch wie viele Stunden sind genug, welche abendliche Pflege nützt dem Aussehen? Und was tun, wenn wir häufig wach liegen?

Wusstet ihr schon, dass wir rund ein Drittel unseres Lebens verschlafen? Was für eine Verschwendung an Zeit, könnte man jetzt denken. Doch das Gegenteil ist wahr: Wir gewinnen durch die Schlummerstunden an Lebensqualität und Gesundheit. Vor allem in der Tiefschlafphase, wenn die Muskelspannung fast komplett heruntergefahren ist, erholt sich der gesamte Organismus, Reparaturprozesse sind überall in Gang.

Der 6-Zentimeter-Trick verrät die perfekte Frisur für euch!

In der Nacht kann unsere Haut besonders gut Wirkstoffe aufnehmen - Feuchtigkeit am Abend lässt uns morgens frisch aussehen! 

Betrachten wir die nächtliche Ruhe ruhig auch als Schönheitsschlaf: Denn unsere Haut muss sich nicht mehr gegen Angriffe von außen schützen, sie kann sich erholen und regeneriert. Hautzellen, die tagsüber die Barriere gegen Keime bilden, werden frisch gebildet, Schäden in den unteren Hautschichten ausgeglichen. Die Temperatur steigt, die Durchblutung bis in feinste Gefäße nimmt zu, die Poren weiten sich. Gutes aus Cremes kann nun besonders intensiv wirken. Alles, was besänftigt und gegen Entzündungsprozesse hilft, und alles, was die Feuchtigkeit bewahrt, tut jetzt gut. Nachts ist die Haut ohnehin (auch in jüngeren Jahren) trockener; in den späten Jahren kommt hinzu, dass sie immer dünner wird und Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure nicht mehr so gut selbst reproduzieren kann. Daher: Eine Feuchtigkeits-Vliesmaske vorm Schlafengehen aufzulegen und nach dem Abnehmen die Wirkstoffe gut in die Haut zu massieren, das lässt uns frischer aussehend aufwachen!

Die Schlafposition beeinflusst die Faltenbildung: Warum Rückenschläfer deutlich faltenfreier aufwachen

Apropos, eine interessante Beauty-Beobachtung gibt es zum Thema Schlaffalten. Wer am liebsten und längsten auf der linken oder rechten Seite ruht, hat morgens auf dieser Gesichtshälfte tiefere Linien. Es sind Linien, die nicht durch Mimik entstanden sind – und im Laufe des Tages auch nicht mehr wesentlich entknittern. Sie haben ihren Ursprung (wie die Falten in der Mitte des Dekolletés) in der nachlassenden Elastizität der Haut, dem Wirken der Schwerkraft und natürlich dem jahrelangen Druck, der beim Seitenschlaf auf die Gesichtshälften ausgeübt wird. Deutlich faltenfreier sollen Rückenschlafende aufwachen. Ohne sich zu rühren verbringt aber niemand die Nacht. Außer in der Tiefschlafphase, in der alle still liegen, drehen wir uns vom Rücken auf den Bauch, auf die linke Seite, wieder auf den Rücken, auf die rechte Seite ... 30- bis 80-mal, haben Forscher ermittelt, wechseln wir in der Nacht die Position. Und fast ebenso häufig wachen wir in der Nacht auf. An diese Wachphasen erinnern wir uns jedoch nicht und sie hinterlassen auch keine Müdigkeit.

Einschlafprobleme rühren von Unruhe: Was kann man tun, wenn man einfach nicht einschlafen kann?

Matt und erschöpft macht nur ein Schlafdefizit. Das entsteht häufig, wenn der Schlaf sich einfach nicht einstellen will – müde die Muskeln, doch hellwach der Geist. Ein Grund dafür können Medikamente sein, vor allem bei Langzeiteinnahme immer erst kurz vor der Bettzeit. Meist haben Einschlafstörungen jedoch andere Ursachen: Aufregung, Sorgen oder Hunger (der aktiviert das Wachzentrum), und auch das genervte Warten auf den Schlaf. Denn innerer Druck pusht das Stresshormon Cortisol. Neben Unruhe begünstigt es Entzündungsreaktionen in der Haut, auch deren Trockenheit. Aufregen ist also ganz und gar schädlich für ein ausgeschlafenes Aussehen. Was aber tun, wenn die Stunden wach verstreichen? Gelassen bleiben, notfalls aufstehen und etwas Beruhigendes tun, raten Schlafwissenschaftler wie Professor Ingo Fietze von der Berliner Charité. Denn etwa alle eineinhalb Stunden öffnet sich ein sogenanntes Schlaffenster: Wir werden dösig – dann ab ins Bett.

Von Temperatur über Schlafenszeit – Was sind die besten Schlafbedingungen?

Das Ein- und Durchschlafen fördert außerdem viel Schlafkomfort. Dazu gehören eine Raumtemperatur von circa 18 Grad, eine unterstützende Matratze (am besten alle zehn Jahre eine neue anschaffen), eine ansprechende Wohlfühlatmosphäre und eine halbwegs regelmäßige Schlaf-Wach-Routine – also mindestens zwei Stunden vorm Schlafengehen die letzte größere Mahlzeit einnehmen, jeden Abend etwa zur gleichen Zeit ins Bett schlüpfen und morgens wieder aus den Federn hüpfen. Entsprechend den Bio-Rhythmen des Körpers (die sich u. a. am Stand der Sonne orientieren) ist der Start in den Tag gegen sieben Uhr optimal. Zu Bett gehen solltest du zwischen 22 und 23 Uhr. Dann ist die Aussicht auf gute Schlafqualität mit genügend erholsamen Tiefschlaf- und Traumphasen optimal.

Die kleinen Helfer des Alltags, die gesunden Schlaf fördern

Abendliche Müdigkeit begünstigt dazu ein möglichst beruhigendes Einschlaf-Ritual. Manche schlummern seliger, wenn sie sich vergewissern, Notizbuch und Stift neben dem Bett zu haben. Für Gedanken, die so drängend sind, dass sie am Schäfchenzählen hindern könnten. Die einen schlüpfen in warme Schlafsocken, die anderen setzen auf ein Tässchen Kräutertee mit Melisse, Lavendel, Hopfen, Baldrian oder Passionsblume – erprobtermaßen kleine Helfer, die gesunden Schlaf fördern. Dumm nur, wenn man trotz aller Umsicht morgens viel zu früh wieder wach ist. Nur kein Stress, einfach aufstehen und den Tag beginnen. Und nachmittags ein halbes Stündchen schlummern, aber nicht länger! So ein "Powernapping" gibt Energie, ebenso übrigens wie das Vorschlafen vor einer langen, lustigen Nacht.

3 Tipps zur Entspannung: 

Und alles ist im Atem

Eine Entspannungstechnik aus dem Yoga: Halte dir das rechte Nasenloch zu und atme für ein paar Minuten nur durch das linke, das entspannt. Atmen durchs rechte Nasenloch wirkt anregend.

Ritual am Abend

Eine Duftkerze entflammen: Harmonisierende, beruhigende Düfte wirken wie ein aromatherapeutisches Sandmännchen. Lavendel ist besonders intensiv, es regt direkt das Schlafzentrum an.

Früher Vogel wider Willen?

Dann nutze den Morgen, um dich zu verwöhnen – mit einer Massage mit belebender Bodylotion. Den fehlenden Schlaf holst du mittags mit einem Powernap nach.

BRIGITTE WIR 2/2019

Wer hier schreibt:

Angela Schoeneck
Themen in diesem Artikel
Mode- & Beauty-Newsletter

Beauty-Newsletter

Euer wöchentliches Style-Update mit den wichtigsten Modetrends, neuen Frisuren, spannenden Make-up-Looks und Inspirationen!