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Salicylsäure in der Schwangerschaft Wie gefährlich ist BHA für Schwangere?

Salicylsäure in der Schwangerschaft: Frau wendet vor eine Kosmetiksiegel ein Hautpflegeprodukt an
© Prostock-studio / Shutterstock
Ist Salicylsäure in der Schwangerschaft unbedenklich oder birgt es Risiken für das Ungeborene? Wir klären dich lückenlos auf.

Was ist Salicylsäure und wie wirkt sie auf der Haut?

Salicylsäure ist ein chemisches Peeling, welches auch unter dem Namen BHA (beta hydroxy acid) bekannt ist. Es wird aus ätherischen Ölen und Pflanzenhormonen gewonnen und wirkt besonders gut gegen entzündliche Akne, unreine und fettige Haut, Mitesser und Pickel. Das chemische Peeling wird in der Anwendung auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und befreit die Haut so von toten Hautschüppchen.

Im Gegensatz zu einem mechanischen Peeling mit feinen Schleifkörnern ist ein chemisches Peeling viel sanfter zur Haut. Grobkörnige Peelings können der Haut Mikroverletzungen zuführen, welche sich nicht selten entzünden.

Chemische Peelings entschuppen eine verdickte Hautoberfläche, indem sie in die Hautschichten eindringen und die oberste Hautschicht sanft abschälen. Auch bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Reibeisenhaut kann Salicylsäure zu einer Verbesserung des Hautbilds beitragen. Es gewinnt ihren Glow zurück und erscheint ebenmäßig und rosig.

Doch wie bei jedem Hautpflegeprodukt kann es auch bei der Anwendung von Salicylsäure zu Nebenwirkungen kommen. Häufig zeigen sie sich mit:

  • Rötungen
  • Jucken
  • Brennen
  • Trockene Haut
  • Allergische Reaktionen

In diesem Fall sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Ist Salicylsäure in der Schwangerschaft unbedenklich?

Um diese Frage zu beantworten, ist der Wirkstoff bei Schwangeren noch nicht ausreichend erforscht – anders ist es bei Retinol in der Schwangerschaft. Mediziner:innen sind sich in ihren Empfehlungen allerdings einig, welche auf das Wohl des Ungeborenen abzielen. Dabei unterscheiden sie die Konzentrationen der Salicylsäure, das erste und zweite Schwangerschaftsdrittel und das letzte Trimester.

Salicylsäure im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft

Ärztinnen und Ärzte beruhigen Frauen, die Salicylsäure unwissentlich im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel angewendet haben. Lag die Konzentration nicht höher als bei zwei Prozent und wurde sie kleinflächig, beispielsweise im Gesicht aufgetragen, besteht keine Gefahr für die Entwicklung des Kindes. Nur bei höher-prozentigen Salicylsäuren empfehlen Expert:innen, diese während der gesamten Schwangerschaft nicht anzuwenden. Freiverkäufliche Produkte übersteigen jedoch nahezu nie die zwei Prozent.

Salicylsäure im letzten Trimester der Schwangerschaft

Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist bekannt, dass Wirkstoffe, die die Produktion der eigenen Prostaglandine (Gewebshormone) hemmen, das Herz und die Nieren des Babys schädigen können. Salicylsäure gehört zu diesen Wirkstoffen. Im letzten Trimester kann sie über die Haut aufgenommen, zum Ungeborenen gelangen. Daher können hohe Dosen von Salicylsäure ab der 30. Schwangerschaftswoche (SSW) laut Expert:innen zum vorzeitigen Verschluss der kindlichen Kreislaufverbindung führen.

Mediziner:innen legen daher nahe, zur Sicherheit des Babys vom Gebrauch hochprozentiger Salicylsäure abzusehen. Am besten während der gesamten Schwangerschaft und bis zur Geburt, um ein mögliches, bisher aber noch nicht erforschtes Risiko auszuschließen. Hochprozentige Salicylsäure wird beispielsweise bei einigen kosmetischen Gesichtsbehandlungen eingesetzt. Unterrichte deine Kosmetikerin daher gegebenenfalls vor einer Anwendung. Außerdem erkennst du Salicylsäuren in Kosmetik an folgenden Begriffen:

  • BHA
  • Benzylsalicylat
  • An dem Wort Salicyl in Kosmetikprodukten

Salicylsäure während der Stillzeit

In der Stillzeit sollte Salicylsäure nicht im Bereich der Brust aufgetragen werden, um den Kontakt mit dem Säugling zu vermeiden. Die Salicylsäure könnte über die Haut in den Blutkreislauf des Kindes gelangen.

Alternativen zur Salicylsäure

Wenn Salicylsäure vor der Schwangerschaft ein fester Bestandteil deiner Hautpflege war, könnte eine dieser Alternativen für dich interessant sein. Probiere es doch mal mit einem chemischen Peeling wie Glykolsäure oder Milchsäure (AHA). Diese Produkte sind in der Schwangerschaft unbedenklich, sicher und auch nach einer langsamen Eingewöhnung für eine empfindliche Haut geeignet.

Auch die folgenden Inhaltsstoffe und Kosmetik kannst du bedenkenlos während der Schwangerschaft verwenden:

  • Hyaluron
  • Vitamin C
  • UV-Schutz ohne Oxybenzon
  • Azelainsäure
  • Benzoylperoxid (zur punktuellen Behandlung von Pickeln)

Bei so vielen Alternativen fällt das Weglassen der Salicylsäure in der Schwangerschaft gar nicht schwer, oder? 

Vervendete Quellen: pharmazeutische-zeitung.de, deutsche-apotheker-zeitung.de

Brigitte

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