So lebt es sich mit großen Brüsten

Bälle, Hupen, Oschis: Annika Line Trost kennt sich aus mit großen Brüsten - weil sie selbst welche hat. Darüber hat sie ein saukomisches Buch geschrieben.

Worum geht's in "75F - Ein Buch über wahre Größe?"

Auf 256 Seiten dreht sich tatsächlich alles um große Brüste. Annika Line Trost beschreibt, wie es ist, als 11-Jährige den ersten BH vom Arzt verordnet zu bekommen - weil ihr Busen so schnell wuchs, dass es weh tat. Sie erzählt von der Horror-Erfahrung, als junge Frau mit Riesenbrust in Berlin U-Bahn zu fahren und von wirklich jedem Mann angestarrt zu werden. Und von den abfälligen Blicken der anderen Frauen, die hinter der natürlich großen Oberweite eine aus dem Ruder gelaufene Schönheits-OP vermuten. Ganz zu schweigen von den unzähligen Angeboten schmieriger Hobby-Fotografen, die "total hochwertige" Aktbilder von ihr machen wollen.

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Und wer schreibt da?

Die Frau hinter den Brüsten heißt Annika Line Trost, macht solo und als eine Hälfte des Electronic-Punk-Duos "Cobra Killer" Musik und schreibt Pop-Kolumnen für die "BZ". Sie ist 38 Jahre alt, hat zwei Söhne und lebt mit ihrer Familie in Spandau.

Sind große Brüste denn wirklich so ein Problem?

Wer liest, wie Annika einmal als Model für einen Werbespot gecastet wurde, in dem Menschen als Obst und Gemüse auftraten - sie sollte natürlich die Melonen darstellen - möchte gleichzeitig laut loslachen und die arme Frau in den Arm nehmen und trösten. Weil es furchtbar sein muss, immer und überall auf diese prominenten Körperteile reduziert zu werden.

Kann man das Buch auch lesen, wenn man keine großen Brüste hat?

Erschienen bei Fischer, 256 Seiten, 14,99 Euro.

Unbedingt. "75F" ist keine Ratgeber-Literatur für Großbusige, sondern eine locker erzählte Sammlung von Erlebnissen im Leben einer jungen Frau in der Großstadt - die eben große Brüste hat. Beim Lesen ist man abwechselnd irritiert, wütend und amüsiert. Erschreckend, wie idiotisch sich wildfremde Menschen aufführen, wenn sie eine Frau mit sehr großem Busen sehen. Und beeindruckend, mit wie viel Witz Annika Line Trost über diese absurden Situationen schreibt.

Eine Unmenge an mehr oder weniger netten Synonymen für Brüste lernt man auch noch. Oder kanntet ihr Doppel Whopper, Gazongas, Twin Peaks, Stalagtitten, Schläuche, Beulen, Dickmanns und Ballermänner schon?

Hat sich die Autorin inzwischen mit ihren Brüsten versöhnt?

Ja, es gibt ein Happy End - ihren Söhnen sei dank! Durch das Stillen hat sie eine ganze Körbchengröße verloren. Viele Frauen hadern mit dieser Veränderung, Annika Line Trost freut sich darüber. "Inzwischen kann ich normale Konfektion tragen. Und die Frauen gucken mir jetzt auf die Schuhe", sagt sie in einem Interview mit Spiegel Online.

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Teaserbilder: Hadley Hudson

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