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Wie das Schamhaar in das Schaufenster kam

Wie das Schamhaar in das Schaufenster kam
© Stan Honda/AFP/Getty Images
Die New Yorker schauen verdutzt auf eine Schaufensterpuppe in durchsichtiger Unterwäsche mit deutlichem Schamhaar. Was steckt hinter der Aktion?

Auf der New Yorker Lower East Side stehen zwei stolze Schaufensterpuppen mit durchsichtiger Unterwäsche und viel Schamhaar im Fenster der hippen Bekleidungskette American Apparel.

Ein Hingucker, aber was soll das? "Wir wollen Passanten zum Nachdenken anregen, was sexy ist", sagt die Kreativ-Chefin Iris Alonzo. Kurz vor dem Valentinstag wolle man auf die "natürliche Schönheit" von Frauen hinweisen. Tatsächlich hat es Schamhaar in den USA und in Europa immer schwerer, es gilt fast als unästhetisch. Viele junge Mädchen und Frauen lassen inzwischen kein Haar mehr an ihren Körper, vom Kopf mal abgesehen.

Die Reaktionen vorm Schaufenster sind dementsprechend unterschiedlich, von interessiert bis angeekelt, das Bild ging um die ganze Welt. Damit hat American Apparel sein PR-Hauptziel schon erreicht, denn das Unternehmen ist nicht dafür bekannt, gesellschaftliche Debatten loszutreten. Es gilt als sexistisch, weil ihre Werbekampagnen oft an Pornostrecken erinnern. Und Dov Charney, der Chef des Modelabels, soll Mitarbeiterinnen regelmäßig sexuell belästigt haben.

Lässt man American Apparel aber außen vor, ist es richtig, über das Thema Schamhaare zu reden. In der internationalen Modeszene gibt es inzwischen eine ästhetische Gegenbewegung, die Models mit Achsel- und Schamhaaren fotografiert. Auch unsere Redakteurin Lisa van Houtem findet, dass Schamhaare alles andere als unsexy sind.

Am Schluss ist schön, was gefällt.

Text: Bianka Echtermeyer

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