Auch Männer fühlen sich neben Models wie arme Würstchen

All die makellosen Models, die wir täglich sehen, kratzen an unserem Selbstbild - ob wir das wollen oder nicht. Aber auch den Männern geht es inzwischen kaum besser.

Die Übermodels nagen am Selbstwert

Die vermeintlich perfekten Frauenkörper in der Werbung beeinflussen unser Selbstbild auf ungute Weise - bewusst oder unbewusst wecken sie das Gefühl in uns, unzulänglich, unattraktiv und sowieso immer zu dick zu sein. Zumindest im Vergleich mit den unerreichbaren Idealen, die uns die Industrie vor die Nase setzt.

Doch seit auch Männer zunehmend mit unrealistischen Bildern retuschierter Models bombardiert werden, wächst bei ihnen ebenfalls die Unsicherheit über die eigene Attraktivität, wie diese nette Aktion der Buzzfeed-Redakteure Isaac, Matt und Dan zeigt.

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Fiktion versus Realität - mit einem Augenzwinkern

Die drei setzten ihre Unzulänglichkeiten in Szene, indem sie sich wie männliche Übermodels gebärdeten: Sie zogen Calvin-Klein-Wäsche an, posierten neben Models wie Djimon Hounsou oder Justin Bieber und erzählten, wie sie sich dabei fühlten.

Matt, der auf Männer steht, schildert zum Beispiel, wie ihn die CK-Models bereits in seiner Jugend geprägt haben: "Ich dachte, da ich diese schönen Männer begehrte (und annahm, dass das allen anderen genauso ging), aber nicht so aussah wie sie, würde niemand mich begehren."

Zur Einordnung: Calvin-Klein-Models sind in der Männerwelt etwa das, was Vicoria’s-Secret-Models für Frauen sind. Absolut unerreichbar.

Isaac

"Meine Wahrnehmung männlicher Unterwäsche-Models ist: das sind einfach Männer, die zufällig wirklich gut aussehen, wenn sie nichts anhaben. Das bin nicht ich. Ich hatte immer schon Schwierigkeiten mit meinem Körperbild, egal wie mein Gewicht war. Ich werde nie vergessen, wie ich acht Jahre alt war, vor dem Spiegel stand, meine Mutter mein Shirt hochzog und mir einen Klaps auf den Bauch gab, so dass er wabbelte. Ab diesem Moment war ich total unsicher wegen meines Bauchs. Dieses Foto-Shooting hob diese Unsicherheiten nur hervor. Ich verstehe, dass Calvin Klein mit dieser Werbung eine Fantasie verkauft. Ich meine, mich sprechen sie jedenfalls ganz sicher nicht an. Ich fand die Idee gut, Männer wie mich auch mal zu zeigen."

Matt

"Meine Pose ließ nicht gerade viel Spielraum, deshalb war meine größte Angst, zu zeigen, dass ich eben nicht diesen Grindr-Oberkörper (Grindr ist eine Dating-App für homo- und bisexuelle Männer - Anm. d. Red.) habe, den ich überall in der Werbung und auf Tumblr sehe. Ich musste meine Arme seltsam von mir strecken und die Gewichtsverlagerung fühlte sich komisch an. Und ich fühlte mich wirklich entblößt, besonders als unser Fotograf David sagte: “Ganz ehrlich, Du musst glänzender sein.” Dann rieb ich mich mit Lotion ein. Wenigstens fühlte sich meine Haut so etwas feuchter an.

Für Schwule – besonders Heranwachsende – stellen Calvin-Klein-Models Zweierlei dar: wie Du aussehen willst UND wen Du daten / mit wem Du Sex haben willst. Was den ersten Teil angeht, habe ich nie jemanden gesehen, der so aussah wie ich: ein leicht gebräunter asiatischer Typ mit zierlicher Statur, der als Kind dick war und später Gewicht verlor, als er eine Zahnspange bekam. Und umgekehrt dachte ich immer: da ich diese schönen Männer begehrte (und annahm, dass das allen anderen genauso ging), aber nicht so aussah wie sie, würde niemand mich begehren. Ich brauchte eine Weile, darüber hinwegzukommen. Schließlich musste ich mich daran erinnern, dass alle Körper unterschiedlich sind. Klar werde ich kaufen, was Calvin Klein anpreist (die Unterwäsche, die Männer, die Kollektionen, etc.), aber es gibt immer andere genauso tolle Orte zum Einkaufen. Und andere genauso schöne Männer zum Begehren."

Dan

"Die Sache ist: Diese Calvin-Klein-Kampagne hieß “Steel”. Stahl! Wenn Calvin Klein eine Werbung über mich machen würde, müssten sie sie “Sofa” nennen. Allein die Idee vom Versuch, mich mit einem unglaublich gut aussehenden Mann wie Djimon Hounsou zu vergleichen, ist bescheuert. Es gibt keinen Vergleich. Er sieht aus wie ein geborenes Model. Ich sehe aus wie ein Typ, der mit verbundenen Augen korrekt online chinesisches Essen bestellen könnte. Aber die Tatsache, dass ich in keinster Weise aussehen könnte wie er, war befreiend. Ich könnte niemals Djimon Hounsou sein. Also versuchte ich einfach, ich selbst zu sein.

Nachdem es vorbei war, fing ich an, über mich vor vier Jahren nachzudenken. 2011 hatte ich ein Tief: nach der Uni nahm ich so stark zu, dass ich neue Hosen kaufen musste. Und ich weiß noch, wie ich mir sagte, dass ich etwas ändern musste. Ich erinnere mich daran, wie ich dachte, ich will doch nur wieder wie ich selbst aussehen. Mir ging es nie darum, ein Supermodel zu sein. Ich wollte mich nur wieder selbstbewusst und glücklich in meiner Haut fühlen. Heute verwechselt mich niemand mit einem Unterwäsche-Model, und es gibt viele Dinge an mir, an denen ich herummäkeln könnte. Aber als ich nach dem Shooting die Bilder sah, war ich sehr glücklich darüber, wie ich aussah. Ich bin kein Djimon Hounsou, aber das muss ich auch nicht. Es ist völlig ok, dass ich einfach Dan bin."

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