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"Ich rasiere mich nicht und das ist auch gut so"


Die Studentin Yasmin Gasimova steht zu ihrer Köperbehaarung - von oben bis unten - und findet sich damit sexy. Ihr Plädoyer für eine behaarte Weiblichkeit.

Mit dem lustig klingenden Satz "Being hairy isn't scary" (übersetzt: "Haarig zu sein ist nicht unheimlich") beginnt Yasmin Gasimovas eindrücklicher Essay in der Studentenzeitung "The Tab". Was sie uns damit sagen will: Sie rasiert sich nicht. Weder die Bein- noch die Achselhaare. Auch ihre Gesichtsbehaarung lässt sie wachsen. Und steht dazu. Sie findet ihre Behaarung sogar ziemlich sexy. Ungewöhnlich? Zugegeben, häufig bekommen wir solche Fotos nicht zu sehen. Dem Schönheitsideal unserer Zeit entsprechen hingegen glatt rasierte Beine, haarfreie Achseln und eine gewachste Bikinizone.

Laut eigenen Angaben hörte die junge Britin mit 11 Jahren auf, sich um ihren von Natur aus sehr starken, dunklen Haarwuchs zu kümmern. "In einer Gesellschaft, in der von Frauen erwartet wird, sich zu rasieren, schäme ich mich nicht zuzugeben, es nicht zu tun", so die mittlerweile 19-jährige.

"Körperbehaarung ist die Realität eines Frauenköpers"

Yasmin will Frauen motivieren, zu ihrer Körperbehaarung stehen. Genauso wie Männer es tun. Bärte, Brusthaare, ja sogar haarige Rücken - alles absolut männlich. Frauen dagegen gelten schnell als "faul, unhygienisch oder extrem feministisch". Vorurteile, findet Yasmin! Und dafür kritisiert sie unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die entschieden hat, dass Frauen komplett haarlos sein müssen, um weiblich zu sein. Sie ergänzt: "Nichts am natürlichen Körper einer Frau sollte sich unweiblich anfühlen." Sie betont, dass Körperbehaarung nichts Schmutziges an sich habe. "Es ist die Realität eines Frauenköpers und sollte nicht versteckt werden."

Und doch gibt es einige wenige Anlässe, zu denen die sonst so selbstbewusste Studentin Ausnahmen macht und zum Rasierer greift - zum Beispiel wenn sie einen Strandurlaub plant, schwimmen geht oder Lust auf einen One-Night-Stand hat. Die junge Frau steht zu ihrer Unsicherheit: "Bevor ich mich unvermeidbar anstarren oder abweisen lasse, bevorzuge ich leider immer noch das unpraktische Rasieren."

Gleichzeitig träumt Yasmin von einem unbeschwerten Sommertag, an dem sie in Shorts herumlaufen kann, ohne auf die Leute zu achten, die sie für ihre Körperbehaarung verurteilen. "Dafür brauche ich aber viele Schwestern, die sich mir anschließen."

Immer mehr Frauen setzen auf Natürlichkeit und verzichten ganz bewusst auf Rasierer und Waxing - auch oder vor allem in der Bikinizone. Diese Bilderstrecke hat eine klare Message: So schön kann Intimbehaarung sein!

ac

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