Paula Lambert: Frauen, liebt euch selbst!

Paula Lambert fordert mehr Selbstliebe. Die Autorin und TV-Moderatorin will Frauen dazu bringen, sich selbst und ihrem Körper positiv zu begegnen - und glücklicher zu werden. Wir sprachen mit ihr über ihr Projekt #paulaliebtdich.

BRIGITTE: Finden Sie sich schön? Paula Lambert: Ja, aber ich bin nicht frei von Zweifeln. Es gibt Tage, an denen ich in den Spiegel gucke und an mir herummäkele. Erst neulich habe ich mir Fotos angeschaut, auf denen ich ganz jung war. Da habe ich mich gefragt, warum ich jemals daran gezweifelt habe, schön zu sein.

Muss man sich denn überhaupt schön finden? Frauen wie Männer wollen sich schön fühlen, weil es einfach wichtig ist - und essenziell für das Lebensgefühl. Wenn ich mich hässlich finde, werde ich nicht glücklich durchs Leben gehen. Ich halte es für gut, Energie darauf zu verwenden, Lebenszeit möglichst positiv zu gestalten und sich nicht jeden Tag mit Selbstzweifeln auseinanderzunehmen.

Woher kommen diese Selbstzweifel? Oft setzt plötzlich dieser Gedanke ein: "So wie ich bin, bin ich nicht gut genug." Frauen, die das Beste aus sich herausholen, sich schick kleiden und tolles Make-up tragen, finden sich trotzdem nicht schön. Das Ziel sollte aber sein, Frieden mit sich selbst zu schließen - ohne von irgendwelchen Filmen, der Werbung, Frauenzeitschriften, TV-Sendungen, Schwestern, Brüdern, Vätern oder Schwiegermüttern beeinflusst zu werden.

Schwester, Väter und Schwiegermütter sind also Schuld an dem Dilemma? Ich hatte eine Frau im Coaching, deren Mutter zu ihr gesagt hat: "Ganz ehrlich, kein Wunder, dass du keinen Freund hast, du datest immer über deinem Niveau. Schau mal, was du für einen Hintern hast." Solche Sticheleien haben die meisten Frauen, die mir geschrieben haben, schon erlebt. Kommentare wie "Mannomann, du hast jetzt schon den Hintern deiner Mutter" vergisst ein junges Mädchen nie wieder. Sie sind es, die uns prägen.

Geben Filme, Werbung und Frauenzeitschriften uns den Rest? Die Medien vermitteln ein Frauenbild, das nur unter größter Anstrengung erreichbar ist - und meistens noch nicht einmal dann. Wir fühlen uns ständig schuldig: "Ich kann nicht so aussehen wie die Models in den Zeitschriften, also bin ich eine Versagerin." Die Durchschnittsfrau sieht eben nicht so aus. Und das ist Ok!

Sie sagten, Ziel sei es, Frieden mit sich zu schließen. Im Zuge Ihres Projekts sprechen Sie aber immer wieder von Selbstliebe. Sind das nicht zwei verschiedene Dinge? Natürlich, Selbstakzeptanz ist besser als Nichtakzeptanz. Aber sich selbst zu akzeptieren ist nur etwa achtzig Prozent von dem, was möglich ist. Selbstliebe bedeutet mehr. Es heißt, sich selbst warm zu begegnen. Nicht, sich hinzunehmen und zu sagen: "Ok, damit kann ich leben", sondern zu sagen: "Ja! Genau so ist es gut!"

Die Idee für Ihr Projekt #paulaliebtdich kam Ihnen, als Sie Taryn Brumfitts Video sahen, die ebenfalls plant, einen Film zu realisieren. Warum wollen Sie einen eigenen Film machen? Deutsche Frauen wachsen mit einem völlig anderen Frauenbild auf, vieles stammt traurigerweise noch aus der Nazizeit. In Australien gibt es keine Diskussion darüber, ob eine Mutter arbeiten gehen sollte oder nicht. Hier muss man sich immer noch rechtfertigen. Außerdem wollen wir doch alle dasselbe: Frauen und Männern dabei zu helfen, sich wohl zu fühlen.

Wer wird die Hauptrolle spielen? Wir alle!

Wie lautet die Botschaft Ihres Films? Ich möchte für Entspannung sorgen. Die Menschen sollen das Gefühl bekommen: "Ihr seid Ok! Gebt euch Mühe mit euch selbst um eurer Selbst willen, aber ihr seid Ok. Ihr seid schön, ihr seid liebenswert, ihr seid aufgehoben. Wir sind alle gemeinsam füreinander da."

Sie brauchen 70.000 Euro, um Ihr Projekt zu realisieren. Es fehlen noch etwa 65.000 - und Sie haben nur noch bis zum 25. Juli Zeit. Schaffen Sie's? Ja, locker!

Das Video zum Projekt #paulaliebtdich

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