Intimrasur - die ultimativen Do's und Don'ts

Schamhaare sind out, unten ohne ist in. Sagt das Trendbarometer. Über diese haarige Angelegenheit haben wir uns mit einer Expertin unterhalten. Hier kommen die besten Tipps und Tricks.

Wildwuchs im Intimbereich? Immer mehr Frauen beantworten diese Frage mit "Nein, danke!". Um die lästigen Härchen dann loszuwerden, greifen sie zu Epilierer, Wachs oder dem klassischen Rasierer. Letzteres ist die wohl meistverbreitete Variante bei der Intimrasur, nicht zuletzt weil sie die schnellste und kostengünstigste Methode ist. Eine häufige Folge der Intimrasur sind jedoch juckende Ausschläge, Pickelchen oder Hautirritationen. Dabei ist die richtige Pflege bei einer Intimrasur gar nicht so schwer. Wir geben euch eine Step-by-Step-Anleitung für die Nassrasur.

Wie sich Intimfrisuren über die Jahre verändert haben, dass könnt ihr euch in unserem Artikel 'Schamhaar vs. Bart' durchlesen.

Step-by-Step Anleitung für die Intimrasur:

  1. Bevor man mit der eigentlichen Rasur startet, sollten die Haare vorsichtig mit einer Nagelschere gestutzt werden. Ansonsten kann es sein, dass die Klinge des Nassrasierers immer wieder verstopft.
  2. Damit sich die Haare besser rasieren lassen, ist es sinnvoll, sie unter der Dusche ein paar Minuten lang mit lauwarmem Wasser weich werden zu lassen.
  3. Für eine besonders schonende Rasur je nach Gusto etwas Rasiergel oder Rasierschaum auftragen.
  4. Vor allem Anfänger sollten immer in Wuchsrichtung der Haare rasieren. So lassen sich Hautirritationen vermeiden. Wer nicht zu empfindlicher Haut neigt, kann auch gegen die Haarwuchsrichtung rasieren - dann wird es natürlich glatter. Dabei aber unbedingt darauf achten, nicht zu viel Druck auf die Klinge auszuüben. Wichtig: Die Rasierklinge mindestens einmal im Monat wechseln. Sonst wird sie stumpf und kann die Haut so stärker strapazieren.
  5. Am besten den Intimbereich nach der Rasur mit kaltem Wasser abbrausen. Das sorgt dafür, dass sich die Poren der Haut zusammenziehen und Rasierausschlag vorgebeugt wird.
  6. Nach der Rasur sollte man der Haut nach Möglichkeit etwas Luft zum Atmen geben. Enge Slips reiben an der beanspruchten Haut und würden sie reizen. Wer zu trockenen Hautschüppchen neigt, trägt am Besten eine fettfreie Body Lotion auf den rasierten Bereich auf.

Das sind die No-Gos bei der Intimrasur

  • Wichtig ist, die Haut beim Rasieren immer anzuspannen, um Schnittverletzungen zu umgehen.
  • Für eine angenehmere Entfernung der Schambehaarung empfehlt es sich ein Rasierschaum aufzutragen. Tipp: Danach ein wenig Babypuder auf die Intimzone auftragen, so entstehen weniger Pickel. 
  • Direkt nach der Haarentfernung sollte keine eng anliegende, synthetische Unterwäsche getragen werden. Das reizt die Haut.
  • Einen Rasierer sollte man sich nie mit dem Partner oder einer Freundin teilen. Sonst können Bakterien und Keime lauern.
  • Bei empfindlicher Haut sollte nicht gegen die Wuchsrichtung der Haare rasiert werden.
  • Nach der Rasur keine fetthaltigen Cremes auftragen. Die verstopfen die Poren.

Die Alternativen: Epilieren und Waxing

Die störenden Haare an den Beinen mit einem Epilierer zu entfernen, gehört für viele Frauen dazu. Doch eine Epilation im Intimbereich würden wir nicht empfehlen: Trockenrasuren, Enthaarungscremes oder auch Epilierer sind ein Graus für die weiche und empfindliche Haut zwischen den Beinen und die Schamhaarentfernung wird so zu einer Tortur.

Nur wer wirklich zu unempfindlicher Haut neigt, kann spezielle Enthaarungscremes für die Intimzone testen. Diese enthalten Pflegestoffe, die auf die Bedürfnisse des Intimbereichs abgestimmt sind.

Genau wie bei der Epilation auch, werden beim Waxing die Haare mitsamt der Wurzel entfernt. Wer sich für diese Enthaarungsmethode entscheidet, sollte unbedingt in ein professionelles Kosmetikstudio gehen. Ja, wir geben zu: Es ist ziemlich schmerzhaft. Aber: Das Nachwachsen der Haarfollikel dauert länger und wir haben länger eine haarfreie Bikinizone.

Auch deshalb bieten immer mehr Beauty-Studios neben dem normalen Waxing auch Sugaring an. Dabei werden die Haarfollikel mithilfe einer Zuckerpaste in Wuchsrichtung entfernt. Dadurch entstehen weniger Hautirritationen. Sowohl für das normale Waxing, wie auch für das Sugaring kann man sich in den meisten Drogerien DIY-Kits für zu Hause kaufen. Aber auch beim Sugaring gilt: Für die richtige Anwendung der Schamhaarentfernung und die Pflege danach empfehlen wir die Durchführung in einem Kosmetikstudio. Ansonsten können Pickel oder eine irritierte Haut die Folge sein.

Intimrasur schadet beim Sex? Ärzte warnen vor abrasiertem Schamhaar.

Intimrasur: Die Expertin Prof. Aglaja Stirn im Interview

BRIGITTE: Woher kommt es, dass sich immer mehr Frauen und Männer im Intimbereich komplett rasieren?

Prof. Aglaja Stirn: Unser Körper wird viel mehr kommerzialisiert und sexualisiert als früher. In der Werbung, aber auch in Pornos werden immer mehr Menschen mit enthaarten Schambereichen gezeigt. Intimrasuren sind in, Intimfrisuren dagegen eher out.

BRIGITTE: Ist das der Grund, weshalb sich viele in der Sauna unwohl fühlen, wenn sie eine Schambehaarung vorweisen?

Prof. Aglaja Stirn: Ich höre immer häufiger, dass Menschen sich schämen, weil sie nicht vollständig rasiert sind. Das ungute Gefühl hängt damit zusammen, dass man etwas anders macht als die Mehrheit. Zudem haben wir auch eine ganz andere Vorstellung von Hygiene bekommen. Schamhaare werden mit etwas Tierischem assoziiert - mit Schmutz und Geruch. Davon möchte man sich distanzieren und sorgt für eine gepflegte Intimfrisur bis hin zur kompletten Intimrasur.

BRIGITTE: Ist es nicht merkwürdig, dass wir plötzlich aussehen wollen wie kleine Jungen oder Mädchen?

Prof. Aglaja Stirn: Die totale Intimrasur ist die Steigerung des Wunsches nach jugendlichem Aussehen. Zigaretten, Alkohol, ungesundes Essen sind out, stattdessen bekommen Sport und körperliche Fitness einen immer höheren Stellenwert. Man will weg von biografischen Spuren, weg von Falten, von Narben und eben auch von Schamhaaren. Damit versetzt man seinen Körper – zumindest äußerlich – in einen präpubertären Zustand.

BRIGITTE: Ist dieser Trend der kompletten Intimrasur wirklich so neu? Oder erfährt er im Moment nur mehr Beachtung?

Prof. Aglaja Stirn: Der Trend hat in den vergangenen zehn Jahren extrem zugenommen. Trotzdem ist er nichts Neues. Schon im alten Ägypten und in Griechenland haben sich Frauen im Intimbereich rasiert. Bis heute ist es in einigen Kulturen völlig normal, in anderen eher ungewöhnlich.

BRIGITTE: Glauben Sie, dass sich dieser Trend wieder umkehren wird? Wird Schamhaar wieder sexy? Oder setzt sich zumindest die Intimfrisur wieder durch?

Prof. Aglaja Stirn: Ich glaube nicht, dass sich die Komplettrasur dauerhaft durchsetzen wird. Vermutlich wird der Trend aber auch nicht in Richtung ganz behaart gehen. Eher schätze ich, dass Intimfrisuren wie das Dreieck oder das gestutzte Schamhaar wieder in Mode kommen.

Aglaja Stirn, Professorin für Psychosomatik, erforscht den Enthaarungstrend

BRIGITTE: Hat die Intimrasur auch global an Bedeutung gewonnen?

Prof. Aglaja Stirn: Das Enthaaren des Intimbereichs hat auch in anderen Ländern zugenommen. Allerdings geht in Deutschland die Tendenz bei der Intimfrisur sehr stark zum vollständigen Entfernen der Haare. In anderen Ländern hingegen ist eine Intimfrisur wie das Dreieck oder ein einzelner Strich mehr angesagt.

BRIGITTE: Ist Intimrasur schädlich?

Prof. Aglaja Stirn: Schambehaarung hat durchaus einen Sinn – sie schützt den empfindlichen Intimbereich. Entfernt man die Haare, können Infektionen leichter eintreten. Zudem besteht die Gefahr von Abzessen durch eingewachsene Härchen und Pickeln.

BRIGITTE: Man munkelt, dass Sex ohne Schamhaare besser sein soll...

Prof. Aglaja Stirn: Studien sprechen da eine andere Sprache. Es hat sich auch gezeigt, dass Männer sich beispielsweise im Intimbereich rasieren, weil sie davon ausgehen, dass das andere Geschlecht es so möchte. Tatsächlich finden Frauen Männer ohne Schamhaar aber nicht unbedingt attraktiver. Und auch der Sex soll nicht zwangsläufig besser sein. Es ist ein Trend voller Täuschungen.

Ihr seid eher Fans der haarigen Revolution? Keine Scham: So schön kann Intimbehaarung sein!

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Haartransplantationen und andere kuriose Fakten über die Schambehaarung
Text: LL
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