Zahnpflege: 5 Dinge, die du unbedingt wissen musst

Zur täglichen Beauty-Routine gehört, klar, auch Zähneputzen. Welche Rolle dabei Technik und Tools spielen: eine kleine Auffrischung in Sachen Mundhygiene.

Alles so schön sauber!

"Zähneputzen ist wie Radfahren, hat man es mal gelernt, denkt man nicht mehr darüber nach, wie man es eigentlich macht", sagt der Münchner Zahnarzt Dr. Jan Hajtó und fügt an: "Das Gefährliche daran: Haben sich Fehler eingeschlichen, wiederholt man sie ständig." Dauerhaft zu viel Druck zum Beispiel schädigt den Zahnschmelz – immerhin die härteste Substanz in unserem Körper –, und allzu vehementes Hin- und Herschrubben kann zu teils irreparablen Schäden am Zahnfleisch führen.

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Doch wo bekommt man noch mal ausführlich gezeigt, wie es richtig geht? Die Antwort lautet: bei der professionellen Zahnreinigung; während dieser Behandlung erkennen die Zahnhygieniker*innen nämlich auch Putzfehler. "Wir Zahnärzte schauen uns das Gebiss genau an, wenn der Patient zur Kontrolle kommt, aber nur ein paar Minuten, während sich die Zahnhygienikerin eine Stunde damit beschäftigt", sagt Jan Hajtó.

Alle sechs Monate ist ein guter Rhythmus, um zur Reinigung zu gehen – und gegebenenfalls dort auch das Putzverhalten nachbessern zu lassen. Am besten, Sie bringen Ihre Zahnbürste mit und zeigen, wie Sie es zu Hause machen.

Die richtige Technik 

GESUND BEGINNT IM MUND

Weshalb die richtige Technik überhaupt so wichtig ist? Im Laufe des Tages sammelt sich ein feiner Film aus Bakterien auf den Zähnen, den man, wenn man es richtig anstellt, größtenteils wegputzen kann. Kritisch wird’s nur, wenn sich dieser auch als Plaque bezeichneter Belag am Zahnfleischrand und darunter niederlässt: Das Zahnfleisch entzündet sich, blutet, lockert sich, und es entstehen Taschen, über die der bakterielle Bio lm tiefer, also Richtung Wurzel wandert; zuletzt entzündet sich das Zahnbett, der Knochen wird angegriffen. Zur Veranschaulichung: Die Gesamtfläche aller Zahnwurzeln ist etwa so groß wie die Handfäche. "Bei einer Parodontitis, einer Zahnbettentzündung, die sogar zum Zahnverlust führen kann, muss man sich also vorstellen, dass ein Bereich dieser Größe entzündet wäre und bluten würde", sagt Dr. Jan Hajtó. Und: Die Entzündungsgifte wirken sich auf den ganzen Organismus aus. Aber keine Sorge, die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) meldete kürzlich, dass regelmäßige professionelle Zahnreinigung das Parodontitis-Risiko um die Hälfte verringern kann.

WOMIT, WIE UND WIE OFT?

"Handzahnbürste oder elektrische? Ich empfehle die, mit der meine Patienten am besten zurechtkommen. Denn damit putzen sie regelmäßiger", sagt Dr. Jan Hajtó. Allerdings unterscheidet sich die Technik je nach Tool: Bei elektrischen, die rotierend-oszillierend arbeiten, muss man lediglich den (meist runden) Bürstenkopf gerade und für etwa zehn Sekunden an jeden Zahn halten; Schall-Modelle dagegen führt man wie eine Handzahnbürste von Rot nach Weiß. Wer auf Hightech verzichtet, entfernt Beläge am effizientesten mit der sogenannten Bass-Methode: Dabei wird die Bürste mit den Borsten schräg im 45-Grad-Winkel an den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch gesetzt und in leichten Rüttelbewegungen von oben nach unten bewegt. So lässt sich auch der Zahnfleischrand, an und in dem sich ein Film aus Bakterien absetzt, am besten reinigen.

Grundsätzlich gilt: Sehr weiche Borsten (Filamente) eignen sich für sensible Zähne und Zahnfleisch, und zu viel Druck tut nie gut. Wie oft sollte man putzen? "Ob ein oder zwei Mal am Tag, ist egal", sagt Jan Hajtó. "Wirklich wichtig ist, dass man es vor dem Schlafengehen macht. Und gründlich, was in der Regel etwa vier Minuten dauert. Sonst können Speisereste beziehungsweise die Bakterien über Nacht ungestört angreifen."

GEWISSE EXTRAS

Zum richtigen Putzen gehören auch Zahnseide und Interdentalbürstchen, denn in den Zahnzwischenräumen fangen sich Speisereste oft über Stunden, Parodontitis droht (siehe "Gesund beginnt im Mund"). So geht’s mit Seide: etwa 20 Zentimeter abrollen, um Mittel- und Ringfinger beider Hände gewickelt halten und mit Daumen und Zeigefingern eine Länge von etwa zwei Zentimetern spannen; durch den Kontaktpunkt zweier Zähne führen, Faden am Zahnfleischrand ansetzen und nach unten abstreifen, erst von der einen, dann von der anderen Seite. Interdentalbürsten sind für größere Lücken gedacht. Dr. Hajtó nennt sie "das wichtigste Putztool für zu Hause, weil es an den Stellen reinigt, wo schlimmstenfalls Knochenabbau droht". Tipp: Bei der Prophylaxe die richtige Bürstchengröße zeigen lassen, damit es nicht zu Schäden an Zahnfleisch oder -schmelz kommt.

Die richtige Pflege 

UND DIE PASTE?

Zunächst ein paar Worte zu Fluorid und dem Vorwurf, das Mineral sei gefährlich. Tatsache ist, dass es die Zahnsubstanz stärkt, ein guter Kariesschutz ist – und nur in großen (!) Mengen die Gesundheit gefährden kann. Ob mit oder ohne Fluorid: Hellhörig werden sollten Sie, wenn Ihre Creme knirscht wie Sand zwischen den Zähnen. Dann lieber auf eine andere umsteigen – solche Partikel wirken wie Scheuerpulver und schädigen auf Dauer den Zahnschmelz. Bei empfindlichen Zahnhälsen helfen Sensitiv-Pasten, die freiliegende Kanälchen verschließen und Reize nicht mehr zum Nerv weiterleiten. Verfärbungen etwa von Wein, Tee oder Kaffee putzt jede Zahncreme weg, zu mehr Weiß wollen Whitening-Produkte verhelfen.

DER ÖL-TRICK

Noch gibt es keine harten Fakten, viele schwören aber auf Ölziehen, eine Methode aus der ayurvedischen Medizin. So geht’s: vor dem Zähneputzen einen Esslöffel Sesamöl in den Mund nehmen und mindestens fünf, besser bis zu 20 Minuten durch die Zähne ziehen. Zur Wirkung der Prozedur sagt Dr. Jan Hajtó: "Das Öl kommt in jede Nische, hat eine keimtötende und antimikrobielle Wirkung."

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BRIGITTE 16/2019

Wer hier schreibt:

Katja Dreissigacker
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