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Anna Wilken "Viele verschließen die Augen vor dem unerfüllten Kinderwunsch"

Anna Wilken
Anna Wilken
© Anna Wilken
Anna Wilken und ihr Partner Sargis Adamyan versuchen seit mehr als drei Jahren über künstliche Befruchtung eine Familie zu gründen. Der große Wunsch nach einem Kind blieb bisher unerfüllt. Ein Thema, das in unserer Gesellschaft oft tabuisiert wird.

Für Anna Wilken, 25, ist die Sensibilisierung und Enttabuisierung des unerfüllten Kinderwunsches eine Herzensangelegenheit. Zu oft hat sie am eigenen Leib gespürt, wie taktlos Menschen sein können, wie oft Frauen auf ihren Kinderwunsch angesprochen werden – ganz selbstverständlich, als gehöre es zum normalen Small Talk dazu. Dabei ist dem Gegenüber viel zu selten bewusst, was damit ausgelöst werden kann. "Ich finde es naiv, dass jeder davon ausgeht, dass man ein Kind kriegt, wann man will", so die Buchautorin im Brigitte-Interview.

Anna Wilken will die Thematik des unerfüllten Kinderwunsches enttabuisieren

"Die Kinderwunschkliniken sind nicht umsonst überlaufen", sagt die einstige GNTM-Kandidatin. Oftmals ist es fehlendes Wissen oder schlichtweg auch fehlende Empathie. "Bei vielen Paaren klappt die Schwangerschaft reibungslos, so wie auch in meinem ganzen Freundeskreis. Ich freue mich abgöttisch für sie. Aber durch solche Paare denken viele, es würde bei allen so schnell klappen", erklärt Wilken. Um unangenehme oder gar verletzende Situationen zu vermeiden, gehört mehr dazu, als das Thema ganz zu umfahren. 

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Für das Model gibt es unter anderem einen Schlüssel zur Enttabuisierung; und der heißt Kommunikation. Sie selbst spricht offen mit Freunden und der Familie. "Wenn ich das Neugeborene meiner Freundin nicht halten wollen würde, weil es mich schmerzt, dann würde ich das auch ganz klar so formulieren", beteuert sie. Einen konkreten Rat für den richtigen Umgang würde sie dennoch nie an betroffene Frauen geben – dafür sei jede Frau, jedes Paar zu individuell. Wichtig sei, dass jeder seinen Weg mit der Situation findet und ehrlich zu seinem Umfeld ist. 

Anna Wilken: "Es kommt immer auf den Ton an"

In ihrem Buch "Na, wann ist es denn so weit?" hat Anna Wilken ihre persönliche Kinderwunschreise niedergeschrieben. Darüber hinaus klärt sie dort gemeinsam mit Saskia Hirschberg über mögliche Behandlungen auf, welche Finanzierung infrage kommen und schreibt über das sensible Thema der Fehlgeburt. "Primär möchte ich Sensibilität für das Thema schaffen – das war auch die Intention des Buches. Dabei ist der richtige Ton oftmals auch ausschlaggebend", so die Influencerin. 

"Na, wann ist es denn so weit?" von Anna Wilken
"Na, wann ist es denn so weit?" von Anna Wilken
© Anna Wilken

Anna Wilken und ihr Verlobter haben sich eine persönliche Grenze gesetzt, wie lange sie den Traum der eigenen Schwangerschaft noch verfolgen. Verraten werden sie diese nicht. "Ich entscheide alles so, wie es sich gut anfühlt."

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Brigitte

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