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Eigenverantwortung Mit diesen Tipps werden Kinder selbstständig

Eigenverantwortung: Mädchen sitzt auf dem Bett und faltet die Wäsche
© evafrey / Shutterstock
Ob beim Aufräumen, Organisieren oder beim Kochen – wir möchten erklären, warum es sich lohnt, dem Nachwuchs Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Alltag beizubringen. 

Es gilt als eine ganz besondere Fähigkeit, wenn Kinder Eigenverantwortung übernehmen können. Die meisten Eltern (ihr vermutlich auch) wünschen sich für ihre Kleinen, dass sie verantwortungsbewusst und selbstständig heranwachsen. Das ist absolut verständlich. Ihr möchtet ihnen beibringen, dass sie verantwortlich für ihre eigenen Sachen sind und sie so auf das spätere Leben vorbereiten.

Unabhängigkeit und die Fähigkeit, für sich selbst sorgen zu können, stärkt enorm das Selbstwertgefühl bei Kindern. Zudem entlasten eigenständige Kinder auch ihre Eltern im Alltag. Das Aufräumen, das ständige Abholen oder das Organisieren – ihr könnt euren Kindern früh vorleben und beibringen, wie sie von Tag zu Tag selbstständiger werden.

Wertvolle Tipps, wie Kinder mehr Eigenverantwortung übernehmen:

1. Haben wir überhaupt Platz dafür?

Es ist vorteilhaft, wenn nicht nur im Kinderzimmer, sondern in eurer ganzen Wohnung jedes Teil einen festen Platz hat. Dadurch fällt es besonders Kindern leichter, Ordnung zu halten und aufzuräumen. Auch wenn der Aufbewahrungsort nicht immer optimal ist, lernen Kinder dadurch schnell zu hinterfragen, ob es überhaupt Platz für neue Anschaffungen gibt. Kommt es zu neuen materiellen Wünschen, könnt ihr ihnen zum Beispiel vorschlagen, sich von einem Teil zu trennen und es zu spenden, um so Platz für ein neues Spielzeug zu schaffen.

2. Besitz belastet! 

Je weniger man besitzt, desto weniger Ordnung muss man halten – das gilt für Erwachsene so wie für Kinder. Klar, Schnäppchen können verlockend sein, auf Flohmärkten gibt es viele tolle Sachen, aber bedenkt: Ob Spielsachen oder Kleidung, je voller das Kinderzimmer, desto mehr Chaos ist vorprogrammiert! Was nicht bedeutet, dass ihr komplett minimalistisch leben müsst. Doch so ist es einfach leichter, Ordnung im Kinderzimmer zu halten. 

3. Setzt auf Qualität 

Wenn es möglich ist, versucht auf eine gute Qualität zu achten, wenn ihr Spielzeug, Elektronik oder Möbel für eure Kinder kauft. Und keine Sorge: Das bedeutet nicht immer, dass die Produkte automatisch teurer sind. Viele Eltern denken, Kinder würden alles schnell kaputtmachen. So rechtfertigen sie oft geringe Qualität und günstige Preise. Dabei vermittelt der Gedanke die falsche Botschaft. Und zwar, dass Kinder den Eindruck bekommen: Das Teil war günstig, es ist nicht schlimm, wenn es kaputt geht. Es könnte dazu führen, dass es denkt, nur schöne und teure Produkte haben einen Wert. Das Ziel sollte jedoch sein, dem Kind beizubringen, dass es verantwortungsbewusst mit all seinen Sachen umgeht.

4. Achtsamkeit führt zu Eigenverantwortung 

Ob die eigenen Dinge oder die eines anderen Kindes – wichtig ist, dass euer Kind verinnerlicht, dass Wertgegenstände gut behandelt werden sollten und man auf sie aufpassen muss (ob teuer oder nicht, spielt dabei keine Rolle). Bestes Beispiel: Spielt euer Kind mit den Bauklötzen eines anderen Kindes, könntet ihr ihm erklären, dass es besonders vorsichtig und achtsam damit umgeht und sie wieder von alleine zurückgibt, weil es nicht die Eigenen sind. So lernt es, Respekt vor dem Eigentum anderer Menschen zu haben. Zudem ist es wichtig, dass Kinder das Gefühl haben, dass sie und ihr Eigentum respektiert werden. Dazu gehört auch, dass ihr als Eltern nicht in das Kinderzimmer gehen und ungefragt Spielsachen aussortieren solltet. Bezieht stattdessen euer Kind in solche Aufräum-Aktionen mit ein. Auch das fördert die Fähigkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen.

5. Haustiere versorgen

Die meisten Eltern wissen das Haustiere viel Freude, aber auch viel Arbeit machen. Irgendwann kommt in den meisten Familien die Frage auf, ob sie sich ein Haustier anschaffen wollen. Generell fördern sie das Verantwortungsgefühl bei Kindern. Allerdings ist es sehr wichtig zu beachten, dass das jeweilige Tier auch für das Kind geeignet ist. Denn weder das Kind noch ihr solltet mit den Aufgaben überfordert sein. Und wenn es sich um das erste Haustier handelt, solltet ihr darauf achten, dass euer Kind nicht gleich am Anfang zu viel Verantwortung trägt, weil dies zu einer Überforderung führen kann. Ein Schulkind könnte zum Beispiel für die tägliche Fütterung des Kaninchens verantwortlich sein oder einmal am Tag mit dem Hund spazieren gehen.

6. Richtiges Organisieren

Um euren Kindern noch vor dem Schulbeginn beizubringen, wie sie sich organisieren, aufräumen und an Pflichten gewöhnen, könntet ihr Organisationsroutinen in den Alltag einbauen. Das schafft eine gute Grundlage. Dazu gehören feste und regelmäßige Tätigkeiten, die ihr vielleicht am Anfang gemeinsam bewältigt, bis euer Kind groß genug ist, um sie alleine zu können. Versucht dafür feste Tageszeiten oder Wochentage einzuplanen. Wichtig ist nur, dass es regelmäßig stattfindet. Das könnte beispielsweise das gemeinsame Geschirrspülen und abtrocknen nach dem Mittagessen sein oder ein Freitag Nachmittag, an dem ihr mit eurem Kind aufräumt, damit ihr als Familie am Wochenende ein sauberes Zuhause habt und mehr Zeit zum gemeinsamen Spielen übrig bleibt.

7. Zum Aufräumen motivieren

Kinder fürs Aufräumen zu begeistern, kann ziemlich anstrengend sein. Schöne Aufbewahrungskörbe oder -boxen können dabei weiterhelfen. Ob aus Holz, Stoff oder Plastik, ist egal. Wichtig ist nur, dass sie für Kinder leicht zugänglich, auffällig und nicht weit weg oder geschlossen sind. So wird das alltägliche Wegräumen kinderleicht, weil es keine großen Umstände bereitet, mal eben etwas wegzuräumen. Euer Kind wird es irgendwann von ganz alleine machen.

8. Und wer kocht heute?  

Oft wird Kuchenbacken mit Kindern in Frankreich sehr früh eingeführt. Das hat einen besonderen Grund: Es soll sehr fördernd für eine ausgeprägte Eigenverantwortung sein. Natürlich dauert es etwas länger und kostet viel Geduld, wenn ihr mit eurem Kind einen Kuchen backt. Aber die Geduld zahlt sich aus, sobald ihr seht, wie stolz euer Kind ist, wenn der Kuchen fertig ist, und es weiß, dass es dazu beigetragen hat. Ist euer Kind irgendwann etwas älter, kann es seine eigenen Mahlzeiten oder Kuchen zubereiten, und ihr seid einfach dabei und schaut zu, damit nichts passiert. 

Letztendlich gibt es noch viel mehr Situationen, in denen ihr eurem Kind beibringen könnt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Vergesst nicht, sie regelmäßig zu loben und achtet darauf, dass sie mit Aufgaben nicht überfordert sind. Das kann Frustration erzeugen und demotivieren. Und zeigt ihnen, dass sie euch jederzeit um Hilfe bitten können, wenn sie an ihre Grenzen kommen.

Verwendete Quellen: thesimplicityhabit.com

Brigitte

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