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Feta in der Schwangerschaft Darf ich den würzigen Käse essen?

Feta in der Schwangerschaft: Feta liegt geschnitten auf einem Holzbrett
© nelea33 / Shutterstock
Als Schwangere muss man auf viele Lebensmittel verzichten. Dazu zählen auch verschiedene Käsesorten. Ist Feta in der Schwangerschaft erlaubt oder ist der griechische Traditionskäse für werdende Mütter tabu?

Inhaltsverzeichnis

Wann Feta in der Schwangerschaft erlaubt ist und worauf du als Schwangere achten solltest, erklären wir dir in diesem Artikel. Doch zunächst erklären wir, woher der leckere Käse überhaupt kommt.

Feta ist eine griechische Erfindung und findet seine erste Erwähnung bereits im 15. Jahrhundert. Heutzutage ist Fetakäse – der traditionell aus Schafs- und Ziegenmilch hergestellt wird – auf der ganzen Welt zu finden. Allerdings darf sich dieses Milchprodukt auch heute nur Feta nennen, wenn es aus Griechenland kommt.

Wie auch Hirten-, oder Balkankäse, ist der griechische Fetakäse ein Salzlaken-Käse. Das heißt, geronnene Schafs- und Ziegenmilch wird gepresst und mit viel Salz und Molke in Fässern gestapelt. Übrigens darf bis zu 30 Prozent Ziegenmilch in ihm enthalten sein. Wichtig ist: Die Zutaten müssen von der Insel Lesbos oder vom griechischen Festland kommen.

Darf ich Feta in der Schwangerschaft essen?

Ob du Feta in der Schwangerschaft essen darfst, hängt davon ab, ob für die Herstellung pasteurisierte Milch oder Rohmilch genutzt wurde. Pasteurisierte Milch wurde auf mindestens 72 Grad erhitzt. Damit werden vor allem die gefährlichen Listerien abgetötet.

Was sind Listerien?

Bei Listerien handelt es sich um eine Familie von Bakterien, die insgesamt zehn Spezies umfasst. Eine Spezies – Listeria monocytogeneslöst die gefürchtete Listeriose aus. Diese Krankheit kann nicht nur für die werdende Mutter, sondern gerade auch für das Ungeborene sehr gefährlich werden. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Fehlgeburt.

Mehr über die Gefahren dieser Bakterien während der Schwangerschaft erfährst du in unserem Artikel "Vorsicht, Listerien!"

Das Bakterium kann übrigens auch andere Lebensmittel befallen, wie beispielsweise:

  • Weich- und Frischkäse (Camembert, Brie)
  • Frischmilch
  • Rohes Fleisch (Tatar, Mett oder Ähnliches)
  • Rohe Wurst (luftgetrocknete oder geräucherte Wurst wie etwa Salami)
  • Mayonnaise und Remoulade
  • Ungewaschener Salat
  • Meeresfrüchte (Muscheln, Shrimps)

Ist der Feta aus pasteurisierter (also erhitzter) Milch oder aus Rohmilch? Diese Information kannst du immer auf der Verpackung finden. Hersteller müssen ihre Produkte mit dieser Info kennzeichnen. Industriell hergestellter Fetakäse wird meist aus pasteurisierter Schafs- und Ziegenmilch hergestellt.

Spezielle Marken oder frischer Feta aus dem Feinkostladen können aber auch aus Rohmilch hergestellt worden sein. Bist du dir unsicher, frage im Supermarkt nach oder lass ihn lieber im Kühlregal liegen.

Kann ich Feta auf einer Pizza essen?

Du kannst Feta in der Schwangerschaft stets bedenkenlos essen, wenn du ihn erhitzt zu dir nimmst. Dazu zählt auch der Feta auf einer Pizza. Durch die hohen Temperaturen werden die Listerien sicher abgetötet.

Gut zu wissen: Erhitzt du die genannten Lebensmittel für mindestens zwei Minuten auf 70 Grad oder höher, werden sämtliche mögliche Erreger abgetötet. Du musst in der Schwangerschaft also auch nicht auf deine heißgeliebte Salamipizza verzichten.

Unterschied: Feta, Schafskäse und Hirtenkäse

Feta ist, wie oben schon erwähnt, ein geschützter Begriff, unter dem nur eine ganz bestimmte Sorte aus Griechenland verkauft werden darf. Aber natürlich gibt es noch andere Käsesorten, die ähnlich hergestellt werden. Wo liegen also die Unterschiede?

  • Feta: Käse in Salzlake, der aus Schafsmilch und einem Mindestanteil Ziegenmilch (höchstens aber 30 Prozent) hergestellt wird. Darf nur so genannt werden, wenn er vom griechischen Festland oder der Insel Lesbos stammt.
  • Schafskäse: Besteht zu 100 Prozent aus Schafskäse, weshalb er nicht Feta genannt werden darf. Oft sieht er dem Original sehr ähnlich und wird auch als Käse in Salzlake verkauft. Prinzipiell darf aber jeder Käse „Schafskäse“ genannt werden, solange er aus Schafsmilch besteht.
  • Hirtenkäse: Ebenfalls ein Käse in Salzlake, der allerdings aus Kuhmilch hergestellt wird. Er ist geschmacklich meist milder als Schafs-, oder Ziegenkäse. Wird, je nach Region, auch Balkankäse oder schlicht Käse in Salzlake genannt.

Wie gesund ist Feta?

Ist er aus pasteurisierter Milch, darf der würzige Käse in der Schwangerschaft also problemlos gegessen werden. Aber bietet der griechische Traditionskäse denn überhaupt Nährstoffe? Und wie fett ist er eigentlich?

Was den Kalorien- und Fettgehalt angeht, liegt Feta im Vergleich im Mittelfeld. Mit Camembert, Brie, Cheddar und Gouda gibt es genug Käsesorten, die fetter und kalorienhaltiger sind, allerdings gibt es ebenso viele Sorten, die weniger Fett und Kalorien enthalten. Mit einem Fettanteil von 45 Prozent, gehört Feta nicht zu den leichten Vertretern.

Anders sieht es bei den Nährstoffen aus. Hier kann Feta durchaus punkten. Neben ungesättigten Fettsäuren, Eisen (in der Schwangerschaft besonders wichtig), Magnesium und den Vitaminen A und K, bietet Feta auch folgende Nährstoffe.

Nährstoff

Tagesbedarf eines Erwachsenen pro 100 Gramm:

Phosphor

51 %

Kalzium

45 %

Vitamin B12

38 %

Zink

24 %

Vitamin B3

23 %

Feta liefert dem Körper also durchaus wichtige Nährstoffe. Sollte er in der Schwangerschaft deshalb zur täglichen Ernährung gehören? Nein, denn dafür ist der Käse viel zu fett und kalorienhaltig und in der Schwangerschaft solltest du dich stets so ausgewogen wie möglich ernähren. Garnierst du dir aber gelegentlich deinen Salat mit pasteurisiertem Fetakäse, ist das überhaupt kein Problem.

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Brigitte

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