VG-Wort Pixel

Husband Stitch Influencerin erzählt: Ich wurde nach der Geburt enger genäht – ohne meine Zustimmung!

Husband Stitch: Frau mit Baby im Arm
© LoloStock / Adobe Stock
Schon mal was vom Husband Stitch gehört oder womöglich erlebt? Letzteres zumindest hoffen wir nicht. Denn betroffene Frauen leiden danach unter teils starken Schmerzen.

Was sich anhört wie ein sehr, sehr schlechter Scherz, ist einer TikTokerin aus den USA tatsächlich passiert. Nach der Geburt ihres ersten Kindes erlitt Hannah, 23, Geburtsverletzungen und musste genäht werden. So weit nichts Ungewöhnliches. Doch ihr Damm wurde enger vernäht, als es medizinisch üblich ist. Man spricht in diesem Fall von einem Husband Stitch, weil schon von Fällen berichtet wurde, in denen die Mediziner:innen auf Wunsch des Mannes die Frau absichtlich enger nähten, damit der Spaß beim Sex nach der Geburt auch ja nicht zu kurz kommt. Zumindest für ihn. Denn für die Frau kann ein zu eng vernähter Damm logischerweise erhebliche Schmerzen verursachen. Statistiken über die Fälle gibt es nicht – es sind Erzählungen von Frauen, die diese grausame Praktik bekannt gemacht haben.

Auch Hannah spricht offen über ihre Erfahrung. In zwei Videos erzählt sie, dass sie nach der Geburt zwei Jahre lang – vor allem beim Geschlechtsverkehr – Schmerzen hatte. Die Ärzt:innen sagten ihr aber zunächst, das sei völlig normal nach der Geburt. "Ich sollte einfach nur mehr Gleitmittel nehmen", erzählt Hanna. Erst als sie vergangenes Jahr erneut schwanger wurde und die Gynäkologin wechselte, bekam sie Hilfe. "Haben Sie Beschwerden" fragte die Ärztin? "Ich weiß, wo die herkommen". Sie erklärte Hannah, dass sie falsch vernäht wurde und es völlig logisch sei, dass sie Schmerzen habe. Wenig später hörte Hannah dann auf TikTok zum ersten Mal vom Begriff Husband Stitch. "Da wurde mir alles klar!"

Bei der Geburt des zweiten Kindes musste wieder ein Dammschnitt gemacht werden – sonst hätte Hannah ihr Kind durch die viel zu kleine Öffnung nicht gebären können. Danach wurde aber alles richtig vernäht und die junge Frau hat keine Schmerzen mehr. Ihr Appell: Wenn einem etwas komisch vorkommt am eigenen Körper, immer aufs Bauchgefühl hören!

Husband Stitch – muss ich jetzt Angst haben?

Keine Sorge, dass Frauen – womöglich sogar absichtlich – zu eng vernäht werden, steht in deutschen Krankenhäusern sicher nicht an der Tagesordnung. Da es aber keine Statistiken gibt und medizinische Fehler natürlich immer passieren können, sollte man hartnäckig bleiben, wenn man nach der Geburt Beschwerden hat. Bekommt man keine Hilfe beim Arzt oder der Ärztin, sollte man sich nicht scheuen, mehrere Mediziner:innen aufzusuchen.

Quelle: TikTok

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei eltern.de.

as

Mehr zum Thema