VG-Wort Pixel

Mental Health Mütter mit psychischen Problemen helfen anderen Müttern bei ihren

Mütter sind mit ihren psychischen Problemen nicht allein
Mütter sind mit ihren psychischen Problemen nicht allein
© LIGHTFIELD STUDIOS / Adobe Stock
Mental Health spielt in unruhigen Zeiten wie diesen auch für Mütter eine große Rolle. Diese Tipps von anderen Müttern sollen helfen.

Inhaltsverzeichnis

Mütter haben eine große Verantwortung zu tragen – nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder. Doch am Ende aller Tage sind Mütter Menschen, die genauso unter Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Erkrankungen leiden können. Diese Probleme machen es ihnen schwer, sich um das Wohl ihres Kindes in dem Maß zu kümmern, das sie möchten und dass ihr Kind braucht.

In aktuellen Zeiten, in denen die Pandemie den Alltag durcheinanderbringt und Europa durch den Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine mit einer enormen Inflation und kaum noch bezahlbarem Gas in einem besonders instabilen Zustand ist, spüren immer mehr Menschen enorme Anspannungen, Stress und andere negative Emotionen, die den Alltag erschweren. 

Gerade jetzt ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass man mit den Ängsten nicht allein ist und dass schon – neben anderen Hilfestellungen wie beispielsweise einer Therapie – die augenscheinlich kleinsten Strategien dabei helfen können, den Alltag wieder besser zu meistern.

Viele Mütter empfinden die aktuelle Zeit als besonders herausfordernd

Auf "Healthline" kommen Mütter zu Wort, die in der aktuellen Zeit besonders gefordert sind. Dawn Perez arbeitet von zu Hause aus und empfindet enormen Frust gegenüber ihren Kindern. "Ich verliere bei den kleinsten Herausforderungen und Verhaltensweisen – die entwicklungstechnisch absolut angemessen sind – die Geduld und es ist noch schwieriger, dass ich den ganzen Tag mit ihnen zu Hause bin." Sie leidet unter Erschöpfung, hat Schlafprobleme und Kopfschmerzen und kann sich wenig motivieren.

Die alleinerziehende Mutter Megan Casilla-Mwaura arbeitet als Content-Managerin, leidet unter Depressionen und einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Regelmäßig hat sie Panikattacken und Schlaflähmung. Das Homeoffice erinnert sie an ihre missbräuchliche Ehe und das Eingesperrtsein im Haus.

Die Tatsache, dass ich für meine Tochter nur das absolute Minimum machen kann, sorgt dafür, dass ich mich noch schlechter fühle und verlängert meine Episoden.

Auch Imani Francies, die selbst eine Gesundheits- und Wellness-Expertin ist, leidet unter Angststörungen und Depressionen. Wenn sie das Bett nicht verlassen kann, ist es für sie besonders schwer, sich um ihr Kleinkind zu kümmern: "An diesen Tagen bereite ich meiner Tochter Kleinigkeiten zu essen zu und erlaube ihr, sie bei mir im Bett zu essen. Die Tatsache, dass ich für sie nur das absolute Minimum machen kann, sorgt dafür, dass ich mich noch schlechter fühle und verlängert meine Episoden."

Wenn ihre Depression überhandnimmt, zieht sich Autorin Achea Redd zurück: "Alles, selbst das Duschen ist hart für mich und ich weine nur." Sie macht sich Sorgen, dass ihr Weinen sich negativ auf ihre 9- und 14-jährigen Kinder auswirkt.

Katherine Smart hat eine Panikstörung, Depression und PTBS und kämpft hart dafür, dass ihre Erkrankungen sie "nicht herunterziehen". Besonders schlimm seien die Symptome während ihrer Periode und in stressigen Situationen wie aktuell der Pandemie.

Mental Health: Was diesen Müttern hilft

Gemeinsame Aktivitäten tun Mutter und Kind gut
Gemeinsame Aktivitäten tun Mutter und Kind gut
© BullRun / Adobe Stock

Um anderen Müttern zu helfen, die unter ähnlichen psychischen Erkrankungen leiden, haben diese Mütter aufgeschrieben, was ihnen an dunkleren Tagen hilft.

Auf die Ernährung Acht geben

Da Fleisch dazu führt, dass Francis sich träge fühlt, ernährt sie sich aktuell vegetarisch und isst besonders energiefördernde Lebensmittel wie Paprika und Pilze. Außerdem trinkt sie viel Wasser und isst regelmäßige kleine Mahlzeiten. "Wenn ich mich zu lange energiearm fühle, gerate ich in eine depressive Episode", sagt die Gesundheitsexpertin.

Die Momente allein genießen

Noch bevor sie auf ihr Handy blickt, konzentriert sich Francies, indem sie morgens Klavier spielt, im Tagebuch schreibt, ein Buch liest oder in der Stille sitzt und Yoga praktiziert. "Ich gebe mir so viele Möglichkeiten, weil ich immer Lust habe, etwas anderes zu tun."

Die Kinder involvieren

Casilla-Mwaura nutzt gerne auch Gelegenheiten, die sowohl ihr guttun als auch den Kindern Spaß machen. Gemeinsam mit ihrer Tochter macht sie zum Beispiel Kinderyoga. "Ich schalte einige beliebte TikTok-Songs ein, die meine Kinder kennen, und schreie beim Singen laut auf." Sie selbst macht auch für sich jeden Morgen 7 bis 10 Minuten Yoga.

Den Kindern die eigene Situation erklären

Für Smart ist es hilfreich, wenn sie ihren Kindern (12 und 17 Jahre) erklärt, wenn sie gerade Abstand braucht, um sich zu sammeln. "Wenn es ein bestimmtes Ereignis gibt, dass mich triggert, sage ich ihnen: 'Hey, ich muss dieses Datum/ dieses Problem/ diesen Termin hinter mir lassen und dann sollte es mir wieder gut gehen.'" Damit würden ihre Kinder meist sehr verständnisvoll umgehen und hätten sich inzwischen gut daran gewöhnt.

Um Hilfe bitten

Mit einem:einer Partner:in (oder auch mit guten Freund:innen und der Familie) ist es sinnvoll, um Hilfe zu bitten, wenn man selbst gerade nicht so agieren kann, wie man möchte. So tut es Perez: Wenn sie Zeit für sich braucht, übernimmt ihr Mann die Arbeit. Dann zieht sie sich zurück, nimmt ein Bad oder geht spazieren. "Die Bewegung meines Körpers hilft mir, aus dem Kopf und in den gegenwärtigen Moment zu kommen", so Perez.

Eine einzige hilfreiche Sache für sich tun

An Tagen, an denen Perez' Depression besonders schlimm ist, konzentriert sie sich auf eine einzige Aufgabe. "Ein ganzer Tag voller Aufgaben und Sinneseindrücke ist lähmend, aber eine einzige Aufgabe, von der ich weiß, dass sie gut für mich ist, ist überschaubar." Das können für sie Dehnübungen beim Schauen ihrer Lieblingsserie sein, die Einnahme von Magnesium oder ein Bad zu nehmen, während sie das Buch ihrer Lieblingsautorin liest.

Etwas Neues lernen

Casilla-Mwaura lernt gerade Kalimba, ein afrikanisches Instrument, zu spielen. Etwas Neues zu lernen, hilft ihr dabei, nach vorne zu blicken. "Ich realisiere dadurch, dass ich mich weiterentwickle und irgendwie macht mich das stolz."

Verwendete Quelle: healthline.com

cs Brigitte

Mehr zum Thema