"Stillen ist hart!" Warum Adele so vielen Müttern aus der Seele spricht

Ja, alle Mütter sollten stillen. Aber wenn's nicht klappt? Dann machen sie sich Vorwürfe - so wie Bloggerin Inka. Sie hat sich darum sehr über eine Aussage von Popstar Adele gefreut.

"You can go f**k yourself, alright? Because it's hard. Some of us can't do it. (...)"

Es war Adeles Antwort. Auf die Aussage, alle Mütter müssten ihre Kinder stillen.

Wie die australische Seite "Mamamia" berichtet, machte Sängerin Adele ihren Standpunkt während eines Interviews in zu diesem sehr sensiblen Thema deutlich.

"Stillen ist hart!" Warum Adele so vielen Müttern aus der Seele spricht

Und wisst ihr was? Sie hat recht!

Ich spreche aus Erfahrung. Auch ich hatte Probleme mit dem Stillen. Und ich habe mir furchtbare Vorwürfe gemacht. "Das gehört sich so. Das muss klappen. Mein Kind braucht diese Muttermilch."

Ich hab alles versucht - unter Tränen

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Das Blog: Inka verliebt ...

Die Bloggerin: Inka heißt eigentlich Ines Katarina, ist TV-Journalistin und liebt ihr Leben mit Tochter Leni, Mann Filipe und den Hunden Snoop und Emily.

Das gefällt uns: Es macht Spaß, Inka beim Leben zuzuschauen. Wir sind jetzt auch ein bisschen verliebt.

Ja, auch ich weiß, sie ist das Beste für ein Baby. Ja, auch ich hätte mir gewünscht, es hätte einfach funktioniert. Und glaubt nicht, ich hätte nicht wirklich alles versucht. Stundenlang saß ich mit der Milchpumpe auf dem Sofa. Tränenüberströmt, weil einfach nicht genug kam, um mein Kind satt zu kriegen. Ich habe mich eine ganze Weile durchgebissen. Schlimme Schmerzen und Entzündungen inklusive. Bis es einfach nicht mehr ging.

Den Druck bei der ganzen Sache habe aber nicht nur ich selbst mir gemacht. Hier der Satz, den ich so ziemlich überall gehört habe. In der Apotheke, der Hebammenpraxis, beim Kinderarzt, bei meiner Gynäkologin, selbst von irgendwelchen unbekannten Idioten: "Sie stillen sicherlich!" – Ausrufezeichen.

Nein, ich stille nicht mehr. Und das hat auch seine Gründe.

Es ist nur ein kleiner Satz, über den sich viele gar nicht erst aufregen würden. Aber wenn man solchen Situationen als frischgebackene Mama fast täglich ausgesetzt wird und ohnehin schon mit dem Problem zu kämpfen hat, ist das ziemlich belastend.

Ich habe mich ständig gerechtfertigt

Was bitte läuft in unserer Gesellschaft denn überhaupt so schief?! Einerseits werden Mütter niedergemacht, wenn sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillen möchten. Auf der anderen Seite ist man eine Rabenmutter, wenn das Baby die Flasche kriegt.

Ich habe eigentlich ein gesundes Selbstbewusstsein. Trotzdem überkam mich oft ein Gefühl von Scham, wenn ich Leni mit der Flasche gefüttert habe. Ich habe mich gerechtfertigt. Jedes Mal. Heute frage ich mich echt, wieso überhaupt?

Keiner hat das Recht, eine Mutter für ihre Entscheidung, nicht zu stillen, zu verurteilen. Vielleicht kann sie es einfach nicht. Vielleicht will sie es auch einfach nicht. Vielleicht hat sie andere Gründe, es nicht zu tun. Fakt ist: Es geht niemanden etwas an.

Und wer sich doch daran stört, sollte sich mal die weisen Worte von Adele anhören. Einer Frau, die den Mut hat zu sagen “You can go f**k yourself!”.

Text von Ines Katarina Costa, ursprünglich erschienen auf inkaverliebt.wordpress.com.

"Stillen ist hart!" Warum Adele so vielen Müttern aus der Seele spricht

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Kommentare (7)

Kommentare (7)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Frauen... wo bleibt euer Selbstbewusstsein? Lasst euch doch nicht immer verunsichern ! Eure Entscheidung , wie auch immer sie ausfällt ist die richtige. Fragt mal eure Mütter, wie ihr gefüttert wurdet....





  • Anonymer User
    Anonymer User
    dungen oder Infos zu den unguten gesundheitlichen Aussichten für die Zukunft meines Kindes loszuwerden (beide sind inzwischen Teenager, schlank, sportlich und normal gesund, sowas aber auch!)

    Bei meinem zweiten Kind war es dann ganz anders, weil ich mich schon bedingt durch die Mehrfachbeschäftigung mit Job, größerem Haushalt, zwei Kindern und inzwischen dienstreisendem Mann so gut wie nie in Ansammlungen junger Mütter herumtreiben konnte. Mir fehlte schlicht die Zeit, mich auf solche Diskussionen einzulassen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @mama1985: Sie haben einerseits recht. Es ist ein ganz seltsames Medienthema, das in Foren, Zeitschriften und Co rauf und runter geleiert wird. Von der einen Seite ("Ich stille nicht und basta" bzw. "... und schäme mich furchtbar") und von der gegnerischen Seite ("Stillen Sie gefälligst, sonst wird Ihr Kind fett, allergisch, dumm, sozial inkompetent und Sie selbst bekommen vielleicht Brustkrebs"). Andererseits greift inzwischen dieser Grabenkampf erstaunlich aggressiv ins tägliche Echt- Leben über.

    Ich habe meine erste Tochter nicht gestillt, weil es in meiner beruflichen Situation (selbständig) keinen "Elternurlaub" gab, ich viel unterwegs war und meine Mutter das Baby dann hatte. Abpumpen wurde natürlich gehypt, ist aber meiner Erfahrung nach umständlicher und nervenzehrender, als es beworben wird. Für mich keine Alternative.

    Ich war immer wieder mit diesen inquisitorischen Fragen konfrontiert, die oft nur darauf abzielten, bei meinem "Nein" einen Schwall an Mitleidsbekun
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Nun, dann muss man sich diese verbalen Angriffe, genau wie andere Unverschämtheiten, eben verbitten.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Leider kann ich die Erfahrungen aus dem Artikel nur 1:1 bestätigen. Medienthema oder nicht, verbale Übergriffe auf Frauen, die nicht stillen wollen oder können, gehören leider auch zum Alltag.

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