"Lieber Arzt, der meine Tochter abtreiben wollte ... "

Der Frauenarzt riet der schwangeren Courtney Baker immer wieder, ihr Down-Syndrom-Baby abzutreiben. Ein Jahr später schrieb sie ihm diesen Brief, der beweist, wie falsch er lag.

"This is Emmy, mailing our letter to the prenatal specialist who didn't want her to live. He repeatedly suggested we...

Gepostet von Kids with Down Syndrome. am Montag, 6. Juni 2016

Das auf dem Bild ist Emmersyn Faith, genannt "Emmy", 15 Monate alt. Und wenn es nach dem Frauenarzt, der ihre Mutter Courtney Baker in der Schwangerschaft betreut hat gegangen wäre, gäbe es dieses Mädchen nicht. Noch im Mutterleib wurde bei Emmy Down-Syndrom festgestellt - für den Arzt praktisch ein Todesurteil.

Immer wieder redete er den werdenden Eltern ins Gewissen, die Schwangerschaft doch lieber schnellstmöglich abzubrechen. Schließlich, so der Doktor, wäre ein behindertes Kind etwas Furchtbares, worunter nicht zuletzt die Lebensqualität massiv leiden würde.

Aber Courtney ließ sich nicht beirren und könnte nicht glücklicher und stolzer auf ihre wundervolle kleine Emmy sein. 15 Monate nach der Entbindung schrieb sie ihrem damaligen Frauenarzt einen anklagenden Brief, den Emmy auf dem Foto gerade in den Briefkasten steckt.

In klaren Worten stellt sie dar, wie unrecht der Arzt hatte, und welchen Schaden er in den Seelen von Eltern und Kindern anrichtet, wenn er solche pauschalisierenden, falschen Ratschläge erteilt:

"Lieber Doktor ... "

"Lieber Doktor,

Eine Freundin hat mir neulich erzählt, dass ihr Frauenarzt beim Blick auf ihr Kind in der Ultraschall-Untersuchung immer "Der ist perfekt" sagen würde. Als ihr Sohn mit Down-Syndrom auf die Welt kam, besuchte sie ihn noch einmal. Er guckte sich ihren kleinen Jungen an und sagte wieder: "Ich habe es ihnen ja gesagt: Er ist perfekt."

Ihre Geschichte hat mich total fertiggemacht. Ich war so froh, dass meine Freundin so gute Erfahrungen gemacht hat, aber es machte mich unglaublich traurig, dass ich es nicht so gut hatte. Ich wünschte, Sie hätten dieser Arzt sein können."

"Meine schwerste Zeit wurde unerträglich."

"Ich kam in der schwersten Zeit meines Lebens zu Ihnen. Ich war verängstigt, nervös und völlig verzweifelt. Ich kannte noch nicht die Wahrheit über mein Baby, und ich brauchte sie dringend von Ihnen. Aber statt Unterstützung und Hilfe gaben Sie den Tipp, das Kind besser abzutreiben. Ich sagte ihnen den Kindernamen, und Sie wiederholten die Frage, ob wir verstünden, wie schlecht unsere Lebensqualität mit einem Down-Syndrom-Kind sein würde. Sie legten uns nahe, die Schwangerschaft vielleicht doch lieber abzubrechen.

Seit diesem ersten Besuch graute uns vor neuen Terminen bei Ihnen. Die schwerste Zeit meines Lebens wurde geradezu unerträglich, nur weil Sie mir nie die Wahrheit sagten.

Mein Kind war perfekt."

"Ich bin nicht wütend. Nur sehr traurig"

"Ich bin nicht wütend. Ich bin nicht verbittert. Ich bin einfach nur sehr traurig. Ich bin traurig, dass die winzigen, schlagenden Herzen, die Sie jeden Tag sehen, Sie nicht dauerhaft in Ehrfurcht versetzen. Ich bin traurig, dass die feinen Details und das Wunder dieser niedlichen kleinen Finger und Zehen, Lungen und Augen und Ohren Sie nicht einmal innehalten lassen. Ich bin traurig, dass Sie so sehr Unrecht hatten, als Sie sagten, ein Kind mit Down-Syndrom würde unsere Lebensqualität verschlechtern. Und es bricht mir das Herz, wenn ich mir vorstelle, das Sie das eventuell schon heute wieder einmal einer Mutter gesagt haben könnten. Vor allem aber bin ich traurig, dass Sie niemals die Ehre haben werden, meine Tochter Emersyn kennenzulernen."

"Sagen Sie anderen Müttern die Wahrheit!"

"Sie müssen verstehen: Emersyn hat unsere Lebensqualität nicht nur verbessert, sie hat auch die Herzen tausender von Menschen berührt. Sie hat unserem Leben einen Sinn und eine Freude geschenkt, die man unmöglich in Worte fassen kann. Sie hat uns ein größeres Lächeln, mehr Gelächter und süßere Küsse geschenkt, als wir je zuvor erlebt haben. Sie hat unsere Augen für wahre Schönheit und pure Liebe geöffnet.

Ich bete dafür, dass keine andere Mama das durchmachen muss, was mir widerfahren ist. Ich bete, dass auch Sie nun die wahre Schönheit und pure Liebe in jedem Ultraschall-Bild sehen können. Und ich bete, dass Sie das nächste Mal, wenn Sie ein Baby mit Down-Syndrom sehen, das sich voller Liebe in den Mutterleib kuschelt, diese Mama ansehen, an mich denken, und ihr dann die Wahrheit sagen:

'Ihr Kind ist absolut perfekt!'"

Zuspruch von allen Seiten

Courtney wollte, dass ihre Worte gehört werden - und schickte das Bild an die Facebook-Gruppe "Kids With Down Syndrome", die ihren Brief auf Facebook teilte. Die Resonanz war enorm: Tausende von Müttern stimmten ihr zu und beschrieben ihre ähnlichen Erfahrungen mit Frauenärzten, die zum Schwangerschaftsabbruch rieten.

Natürlich müssen Eltern selbst entscheiden können, wie sie mit der Diagnose Down-Syndrom umgehen. Aber pauschal zu unterstellen, dass sie niemals mit einem Down-Syndrom-Kind glücklich werden können, ist nicht nur wenig einfühlsam, sondern auch dumm und gefährlich. Es gibt viele, viele Eltern, die ihre Entscheidung nie bereut haben - weil ihre Kinder genau so, wie sie sind, einfach perfekt sind.

heh
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