Zum Heulen! Warum das Foto dieser Mutter Tausende bewegt

Eine Mutter hat auf Facebook ein Foto gepostet, auf dem sie weinend ihr Neugeborenes hält - und damit einen Nerv getroffen. Tausende loben sie für ihren offenen Umgang mit den Gefühlen nach der Geburt.

Nein, Frauen strahlen nicht ununterbrochen, wenn sie ein Baby bekommen haben. Und nicht alle sind so wie diese Supermamis aus der Werbung, die ständig mit sanftem Blick ihr Neugeborenes liebkosen und instinktiv alles richtig machen. Viele Frauen fühlen sich scheußlich nach der Geburt. Sie sind überfordert, manche überfällt auch eine große Traurigkeit - bis hin zur Pospartalen Depression.

Darüber zu sprechen ist für viele immer noch ein Tabu. Ein Tabu, das eine Mutter aus Phoenix in den USA gebrochen hat.

"I was a fucking mess"

Danielle Haines, eine angehende Hebamme, war am dritten Tag nach der Geburt ihres Kindes weder glücklich noch strahlend - stattdessen heulte sie ununterbrochen. "I was a fucking mess", sagt die Mutter aus Phoenix in den USA, ein Häufchen Elend. Dass ihr Mann an dem Tag wieder angefangen hatte zu arbeiten, war auch nicht gerade hilfreich.

Ihre Freundin Sarah Carter, die sie besuchte, sah jedoch nicht nur Elend in der jungen Mutter.

"Sie sah unglaublich aus. Sie hatte dieses Leuchten der frisch gebackenen Mutter, aber strahlte auch Nervosität und Aufregung aus", so Carter gegenüber dem US-Sender Fox. Es passiere so viel mit den Frauen in so einem Moment, und Danielle habe alles verkörpert. "Für mich sah sie wunderschön aus."

Mit Danielles Erlaubnis machte Sarah ein Bild von ihr, das sie zehn Monate unter Verschluss behielt. Dann beschloss sie, es in einer Facebook-Gruppe zu posten - ohne zu ahnen, welche eine Resonanz es darauf geben würde.

This is a picture of me 3 days postpartum. I was so raw and so open, I was a fucking mess. I loved my baby, I missed...

Gepostet von Danielle Haines am Samstag, 12. September 2015

Das Bild war für die Frauen gedacht, die gerade an Danielle Haines Geburtsvorbereitungskurs teilnahmen. Sie wollte sie darüber informieren, wie die Gefühle im Wochenbett verrückt spielen können.

In ehrlichen Worten beschreibt sie in dem Post ihren Zustand:

"Meine Brustwarzen waren wund und blutig, der Milcheinschuss stand bevor, mein Baby wurde sehr hungrig, ich trauerte plötzlich um all die Babys, die getötet werden, als wäre es Absicht, ich hatte seit den Wehen noch nicht geschlafen, ich wusste nicht, wohin mit meinen Brüsten, und meine Vagina tat weh vom ständigen Sitzen während des Stillens, es war, als würde ich den Verstand verlieren."

Freundinnen halfen ihr durch die schlimmen Tage

Danielle beschreibt auch, wie wichtig ihre Freundinnen in diesem Moment für sie waren. So wie Sarah, die das Foto machte.

"Sie kam nur vorbei, um Essen zu bringen. Am Ende blieb sie sehr viel länger. Ich brauchte sie. Sie wusste das. Ich rief Rachel an, ich brauchte sie auch. Sie musste mir helfen, das Kind zu stillen, ich kam damit allein nicht klar. Ich rief Shell an. Ich brauchte sie, damit sie mir sagt, ob mit meinem Baby alles okay ist."

Die Unterstützung der anderen habe dafür gesorgt, dass sie am Ende trotz allem eine "magische" Wochenbett-Zeit erlebte. "Ihre Hilfe erinnerte mich daran, dass andere Mütter auch schon durch diese Zeit gegangen sind und dass auch bei mir schon alles gut werden würde."

Danielle hatte auch Glück: Der Baby Blues war offenbar nur eine kurze Phase. Andere Mütter fallen in eine schwere Postpartale Depression, die ärztlich behandelt werden muss.

Zehntausende haben ihr Bild schon geteilt

Dass sie so eine riesige Resonanz auf ihren Facebook-Post bekommen würde, hat Danielle nicht erwartet. Mehr als 22.000 Menschen haben das Bild geteilt. Es sei überwältigend, wie viele Frauen ihr dafür danken und bestätigen, dass es ihnen genauso ergangen sei.

"Ich selbst hatte nie das Gefühl, dass ich mit jemandem darüber sprechen kann, ich fühlte mich sehr allein damit - und das können offenbar viele Frauen nachvollziehen."

miro
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