Brust raus aus Protest: Mütter stillen in der Öffentlichkeit

Nachdem eine stillende Mutter bei Facebook als "Flittchen" beleidigt wurde, gingen in Großbritannien Tausende Frauen auf die Straße - um in der Öffentlichkeit zu stillen.

"Locker bleiben, ich stille nur mein Baby": Unter diesem Motto demonstrierten am Wochenende Tausende Frauen in Großbritannien für das Recht, ihren Kindern auch in der Öffentlichkeit die Brust geben zu können. Organisiert wurde die Protest-Aktion von der 27 Jahre alten Emily Slough aus Staffordshire. Sie war heimlich dabei fotografiert worden, wie sie ihre acht Monate alte Tochter Mathilda in einem Hauseingang stillte. Das Foto wurde bei Facebook veröffentlicht und mit dem Wort "tramp" kommentiert, was auf Deutsch so viel bedeutet wie "Pennerin" oder "Flittchen".

Durch eine Freundin erfuhr Emily von dem Foto. Gegenüber der BBC erklärte sie: "Zuerst habe ich das einfach ignoriert. Aber dann habe ich mich dazu entschlossen, ein Exempel zu statuieren." Nachdem sie das Foto selbst bei Facebook veröffentlichte und zu den Protesten aufrief, bekam sie viel positives Feedback, wurde aber auch kritisiert: "Einige Leute legten mir nahe, demnächst lieber auf öffentlichen Toiletten zu stillen."

Auch der staatliche National Childbirth Trust unterstützte die Still-Proteste. Eine Sprecherin sagte der BBC: "Jede Mutter, die sich dafür entscheidet, ihr Baby zu stillen, sollte das Recht haben, dies ohne Belästigung zu tun." In Großbritannien geben nur etwa die Hälfte der Mütter ihren Babys die Brust. Bei einer ähnlichen Protestaktion hatten sich im vergangen Jahr Hunderte Frauen auf dem Rathausplatz in Kopenhagen zu einem Still-Flashmob versammelt.

Foto: David Whinham/Demotix/Corbis

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