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Wegen Corona Rachel (33) musste ihre Frühchen-Zwillinge allein zur Welt bringen

Babys
© Svetlana Satsiuk / Shutterstock
In der Pandemie müssen viele Frauen ihr Kind ohne den Partner gebären – für Rachel (33) kam es besonders dicke. 

Wer sein Baby allein gebären muss, fühlt sich schrecklich verloren. Wie wichtig es ist, einen vertrauten Menschen – am besten den Kindsvater – bei der Geburt dabei zu haben, wissen alle Mütter. Doch während der Pandemie müssen Frauen im Kreißsaal nicht selten auf den wichtigen Beistand verzichten.  

Beide Covid-Tests waren uneindeutig

Die Britin Rachel McCartney (33) musste diese Erfahrung machen und hatte es gleich vierfach schwer: Sie gebar Zwillinge, die zu früh auf die Welt kamen, und ihr Mann David durfte nicht dabei sein. Baby Ellis konnte sie erst sechs Tage nach der Geburt zu sich nehmen.  

Der Grund: Beide Covid-19-Tests, die im Krankenhaus bei der hochschwangeren Frau durchgeführt wurden, brachten keine eindeutigen Ergebnisse hervor. Deshalb wurde mit ihr verfahren, als wäre sie mit dem Virus infiziert.

Rachel wurde isoliert, weil sie als infektiös galt

Die Mutter zweier kleiner Töchter (2 und 4) war in der 34. Woche, als sie ins Krankenhaus fuhr, weil sich die Babys nicht mehr wie gewohnt in ihrem Bauch bewegten. Doch der Covid-19-Test, der dort bei ihr durchgeführt wurde, brachte kein eindeutiges Ergebnis hervor – genauso wenig wie ein zweiter Test.

Die Folge: Niemand durfte mit ihr auf die Geburtsstation kommen und niemand durfte sie besuchen: David nicht, aber auch ihre Mutter und ihre Schwester nicht, weil unklar war, ob Rachel infektiös war oder nicht. 

Emotionale Achterbahnfahrt

Erschwerend kam hinzu, dass Rachel im Krankenhaus ständig widersprüchliche Infos bekam: Erst hieß es, die Geburt müsste eingeleitet werden, dann wurde ihr gesagt, dass das zu gefährlich wäre, weil das Herz eines der Babys zu langsam schlagen würde – man müsse nun einen Kaiserschnitt machen. Als es soweit war, sagte ihr ein anderer Arzt, dass sie problemlos ohne Kaiserschnitt gebären könnte. Die OP wurde abgesagt und die Geburt eingeleitet. Für Rachel eine emotionale Achterbahnfahrt. "Ich hatte ohnehin große Angst vor einem Kaiserschnitt, aber diesen auch noch alleine erleben zu müssen, ohne jemanden, der mich unterstützt, war absolut schrecklich für mich, und ich hatte riesige Angst", sagte sie zu "Mail Online".

Baby Ellis lernte sie erst sechs Tage nach der Geburt kennen

Sofort nach der Geburt musste ihr neugeborener Sohn Ellis auf die Frühchenstation, weil er Schwierigkeiten beim Atmen hatte. Rachel konnte ihn nur ganz kurz anschauen, bevor er weggebracht wurde. Zwar durfte sie ihn zwischendurch über eine Video-App sehen, aber sie litt sehr darunter, dass ihr neugeborenes Baby ohne seine Eltern war. Erst sechs Tage später durfte sie zu ihm.

Inzwischen ist die Familie aber zu Hause. Rachel sagte: 'Wir versuchen gerade langsam, eine Art Normalität und Routine zu finden, die nicht bedeutet, den ganzen Tag auf dem Sofa zu sitzen und zu stillen." Ganz normaler Babyalltag – zum Glück! 

Verwendete Quellen: Daily Online


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