"Kinder sind nie zu alt zum Daumenlutschen!"

Eine Bloggerin will ihrem zehnjährigen Sohn nicht das Daumenlutschen verbieten - und ärgert sich über die vielen Menschen, die ihm dafür Schuldgefühle einreden wollen!

Hört auf Kindern Schuldkomplexe einzureden!

Bloggerin Christine Organ platzt der Kragen: Sie hat es satt, sich ständig und überall dafür zu rechtfertigen, dass ihr zehnjähriger Sohn noch am Daumen lutscht. Und vor allem: Sie findet es unmöglich, wenn Erwachsene ihrem Kind deswegen Scham und Schuldgefühle einreden, um ihn zu "heilen". Auf dem Blog "Scary Mommy" erklärt sie ausführlich, warum sie ihr Kind niemals wegen des Daumenlutschens unter Druck setzen würde.

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Bin ich eine schlechte Mutter?

Dabei ist sich Christine natürlich bewusst, dass es nicht gerade die Norm für Zehnjährige ist, noch am Daumen zu lutschen. Und natürlich macht sie sich Sorgen darum, dass er vielleicht mit der Angewohnheit sein Gebiss schädigen könnte. Aber andererseits: Der Daumen im Mund gibt ihrem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität - und wer will schon darüber entscheiden, was wirklich "normal" ist?

Schelte vom Zahnarzt

Erwartungsgemäß hatte der Kieferorthopäde, bei dem sie mit ihrem Kind war, eine andere Meinung zum Thema. Er wollte das Daumenlutschen sofort stoppen - und versuchte es über Scham und Peinlichkeit. Christine erzählt, wie wütend sie dieser Vorfall machte:

"Der Kieferorthopäde stellte meinem Sohn ein paar Fragen nach seiner Schule und Sport-Aktivitäten und sagte dann: 'Was würden deine Freunde wohl sagen, wenn sie wüssten, dass du noch am Daumen lutschst?"

Ich kochte sofort innerlich, aber mein Kind wusste eine gute Antwort:

'Die würden gar nichts sagen .. weil sie meine FREUNDE sind.'"

Christine wechselte sofort zu einem anderen Kieferorthopäden - der zwar mahnte, die Angewohnheit zu beenden, aber erst wenn das Kind sich bereit dafür fühlte.

Lasst das Kind doch!

Bestätigung für ihre Entscheidung bekommt Christine auch von einer offiziellen Empfehlung eines amerikanischen Kinderärzte-Verbandes: "Ein Kind wird diese Angewohnheit allmählich ganz alleine aufgeben, wenn es andere Wege zum Abbau von Stress findet." Die meisten Kinder, so die Info des Verbandes, hören spätestens zur Einschulung mit dem Daumenlutschen auf. Aber wenn sie es nicht tun, richtet zusätzlicher Druck nur noch Schaden an. Die Eltern, so der Rat, müssen darauf Vertrauen, dass die Kinder wirklich irgendwann von selbst aufhören.

Plötzliche Überraschung

Und dann enthüllt Christine die überraschende Wendung: Genau so ist es auch eingetreten, nach zehn Jahren hörte ihr Sohn von ganz alleine mit dem Daumenlutschen auf. Ohne Druck, ohne Scham, Schuldgefühle und schimpfende Eltern. Daher stellt sie an alle Eltern die entscheidende Frage: "Hätten wir es ihm früher abgewöhnen können? Definitiv. Aber warum? Aus welchem Grund? Und vor allem: Zu welchem Preis? Was wäre passiert, wenn wir ihn unter Druck gesetzt hätten, schneller "erwachsen" zu werden (...) Und die wichtigste Frage: Hätten wir ihm dann nicht vermittelt, dass es wichtiger ist, wie andere über ihn denken, als wie er sich selbst fühlt?"

Jede Familie findet ihren eigenen Weg - mit Augenmaß

Daher schließt sie mit dem Fazit: Niemand sollte beim Daumenlutschen unter falschen Druck gesetzt werden, weder Kind noch Eltern. Und in ihrem Fall hat niemand Schaden genommen - dass ihr Sohn länger als andere Kinder im Bett am Daumen genuckelt hat, wird wohl keinen Einfluss auf sein weiteres Leben haben. 

Dennoch sollte man die Angewohnheit nicht komplett ignorieren - Christines Sohn lutschte nur gelegentlich zum Einschlafen am Daumen. Ein Kind, das dauerhaft den Daumen als "Sicherheitsstütze" benötigt, kann tatsächlich bleibende Schäden an Kiefer und Gebiss hinterlassen. Daher ist es bei Langzeit-Lutschern auf jeden Fall ratsam, sich mit Zahnarzt oder Kieferorthopäde abzusprechen - wie es die Mama-Bloggerin ja auch getan hat!


heh

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